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Hannover - Ein Heimsieg als Weihnachtsgeschenk für die Fans: Auch mit einem B-Team hat Hannover 96 im dritten und letzten Heimspiel der Europa-League-Gruppenphase den ersten Dreier vor eigenem Publikum eingefahren.

Ohne sich zu überanstrengen, setzten sich die Niedersachsen gegen den FC Worskla Poltawa aus der Ukraine verdient mit 3:1 (2:1) durch. 96-Torhüter Markus Miller, der nach überstandenem Burn-out-Syndrom zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die "Roten" kam, verlebte einen weitgehend ruhigen Abend.

"Würde gerne zu Manchester United fahren"

Konstantin Rausch war für die Platzherren mit einem Flachschuss aus 22 Metern in der 24. Minute erfolgreich. Neun Minuten später erhöhte Didier Ya Konan mit einem abgefälschten Schuss auf 2:0. Roman Besus verkürzte für Worskla in der Nachspielzeit der ersten halbzeit per Foulelfmeter auf 1:2, ehe Artur Sobiech (78.) für 96 alles klar machte. Zuvor war Rausch mit einem Foulelfmeter an Gästetorwart Sergej Dolganski (57.) gescheitert. Die Gastgeber waren als Gruppenzweiter hinter Standard Lüttich bereits für die Zwischenrunde qualifiziert, Poltawa als Tabellenletzter vorzeitig ausgeschieden.

"Es war trotz des Gegentores ein gutes Spiel von uns, jetzt freuen wir uns auf die nächste Runde", sagte Trainer Mirko Slomka, der vor allem auch wegen des Auftritts von Miller rundum zufrieden war: "Es war für uns ein erfreuliches Spiel, auch weil Markus Miller eine gute und solide Partie gezeigt hat. Es ist quasi so, als wäre er nie weg gewesen." Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke hakte das Spiel schnell ab und freute sich schon auf die Auslosung der K.o.-Phase am Freitag: "Ich mache keinen Hehl daraus: Ich würde gerne gegen Manchester United spielen."

Januzi scheitert vor Miller

Vor 42.000 Zuschauern spielte sich das Geschehen insbesondere vor dem Seitenwechsel überwiegend zwischen den Strafräumen ab. Die größte Chance eröffnete sich dem ehemaligen ukrainischen Pokalsieger schon nach 90 Sekunden, doch Torjäger Ahmed Januzi war von seiner guten Schussposition derart überrascht, dass er über seine eigenen Beine stolperte und 96-Torhüter Miller vor die Füße fiel.

Der Keeper der Norddeutschen war nicht der einzige Akteur aus dem zweiten Glied, dem Trainer Mirko Slomka Spielpraxis verschaffte. So stand der Schweizer Mario Eggimann für Karim Haggui in der Innenverteidigung, Artur Sobiech und Ya Konan vertraten in der Offensive Mohammed Abdellaoue und Jan Schlaudraff.

Pinto zielt knapp daneben

In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie zusehends. Die Hannoveraner machten aus ihrer technischen Überlegenheit zu wenig, gefährlich wurde es eigentlich nur bei Distanzschüssen. Nach exakt einer Stunde verfehlte Sergio Pintodas Tor nur denkbar knapp.

An der Leine hofft man nun bei der Auslosung am Freitag (Ab 13 Uhr im Live-Ticker) für die nächsten Runde auf einen attraktiven Gegner. Möglich wären eben unter anderem Englands Rekordmeister Manchester United, dessen Lokalrivale Manchester City sowie der FC Valencia. Am 16. Februar hat Hannover zunächst Heimrecht, das Rückspiel wird am 23. Februar ausgetragen.


Hannover 96- Worskla Poltawa 3:1 (2:1)

Hannover: Miller - Chahed (81. Avevor), Eggimann, Pogatetz, Pander - Lala - Stindl (46. Stoppelkamp), Rausch - Pinto (71. Schmiedebach) - Sobiech, Ya Konan

Poltawa: Dolganskiy - Krasnopyorov, Peskov, Chesnakov, Selin - Markoski, Oberemko (72. Tkachuk) - Kryvosheyenko (65. Gromov), Bezus, Rebenok - Januzi (87. Barannik)

Schiedsrichter: Leontios Trattou (Zypern)

Tore: 1:0 Rausch (24.), 2:0 Ya Konan (33.), 2:1 Bezus (45.+1), 3: 1 Sobiech (78.)

Zuschauer: 42.000

Gelbe Karten: Sobiech - Januzi, Bezus (4)

Besonderes Vorkommnis: Dolganskiy hält Foulelfmeter von Rausch (57.)

Erweiterte Statistik:

Torschüsse: 18:12
Ecken: 10:7
Ballbesitz: 54:46 Prozent
Fouls: 13:9