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München - Für Uli Hoeneß ist es schon "der Ernstfall", für Jupp Heynckes "eine wichtige Standortbestimmung": Zwei Wochen vor dem Bundesligastart steht der erste große Showdown zwischen Rekordmeister Bayern München und Doublegewinner Borussia Dortmund an.

Nach fünf Pflichtspielniederlagen in Serie und zwei titellosen Jahren wollen die Bayern die nationale Vormachtstellung des BVB wieder brechen - und deshalb am Sonntag (So., ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) im brisanten Duell um den Supercup in der Münchner Allianz Arena gleich ein dickes Ausrufezeichen setzen.

Ribery: "Wir stehen total unter Druck"



"Das ist die erste richtige Prüfung. Wir dürfen nun nicht mehr gegen sie verlieren. Wir stehen total unter Druck. Beim Supercup müssen wir bereits ein Zeichen setzen und Dortmund schlagen", sagte Bayern-Superstar Franck Ribery unlängst der "Sport Bild" und Präsident Hoeneß ergänzte mit Nachdruck: "Eines ist ganz klar: Wir wollen das Spiel gewinnen."

Er könne sich "die Schlagzeilen schon vorstellen, die die Presse produzieren wird, falls wir nicht gewinnen sollten", führte Hoeneß weiter aus. Deshalb müsse der FC Bayern "alles daransetzen, um die Vorherrschaft, die Dortmund sich kurzfristig erobert hat, wieder zurückzuholen. Das erklärte Ziel des FC Bayern muss sein, unangefochten die Nummer eins in Deutschland zu sein".

Doch Dortmund denkt gar nicht daran, den Bayern wieder einmal den Vortritt zu lassen. "Wir werden garantiert richtig heiß sein. Die Serie ist mir zwar nicht so wahnsinnig wichtig. Aber sie beinhaltet, dass wir gewinnen. Und das wollen wir auch diesmal definitiv", betonte BVB-Coach Jürgen Klopp, dessen Team die Bayern im Mai beim 5:2 im Pokalfinale regelrecht gedemütigt hatte.

Sechste Pleite in Serie?



Dass der Meister und Pokalsieger motiviert nach München kommen wird, verdeutlichte auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Das sei "kein normales Vorbereitungsspiel. Dieses Duell hat immer Zündstoff. Außerdem geht es um einen Titel."

Die Münchner wollen jedoch mit aller Macht verhindern, dass die Borussia nun ausgerechnet im "Wohnzimmer" des FC Bayern den nächsten Titel feiert. Eine erneute Pleite gegen den BVB wäre für das Selbstvertrauen, vor allem aber für das Image nicht gerade förderlich, auch wenn Trainer Heynckes glaubt, dass das Spiel "keinen allzu großen Einfluss" auf die Liga hätte.

Die Spieler würden sich über die Negativserie ohnehin "keine Gedanken machen" und das Spiel "unbeschwert angehen", behauptete der 67-Jährige - auch wenn er weiß, "dass überall zusätzlicher Druck aufgebaut wird".

Schweinsteiger-Einsatz fraglich



Unruhe würde beim FC Bayern aber auf jeden Fall aufkommen, sollte es wieder nicht reichen. Deshalb werde man "alles daransetzen, um erfolgreich zu sein. Wir werden hochmotiviert reingehen", versprach Heynckes. "Wenn es etwas zu gewinnen gibt, wollen wir dabei sein", ergänzte Sport-Vorstand Matthias Sammer. Das gelang den sonst so erfolgsverwöhnten Stars aus München zuletzt 2010, als sie den Supercup gegen Schalke (2:0) gewannen.

Offen ist beim FC Bayern noch, ob Bastian Schweinsteiger nach erneuten Problemen am Sprunggelenk im Kader steht. Der Nationalspieler nimmt erst am Samstag das Mannschaftstraining wieder auf. Rückkehrer Claudio Pizarro (Hüftprobleme) wird voraussichtlich dabei sein. Beim BVB fehlen Sebastian Kehl (Knieprobleme) und Nationalspieler Sven Bender, der am Montag an beiden Leisten operiert werden muss und rund vier Wochen ausfällt. Dafür steht Mario Götze nach überstandener Bindehautentzündung wieder zur Verfügung.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Can - Luiz Gustavo, Kroos - Robben, Müller, Ribery - Mandzukic

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Leitner - Blaszczykowski, Reus, Großkreutz - Lewandowski