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Er ist Kapitän, Identifikationsfigur und Herthas einziger deutscher Nationalspieler: Arne Friedrich. Vor Weihnachten hat er seinen Vertrag in Berlin um weitere drei Jahre verlängert.

Nun möchte er mit der "Alten Dame" an die Erfolge der Hinrunde anknüpfen und in der Bundesliga "ganz oben mitspielen".

Im bundesliga.de-Interview analysiert er den Erfolg von Hertha BSC und gibt einen Ausblick auf die Chancen in der zweiten Saisonhälfte.

bundesliga.de: Herr Friedrich, Hertha BSC hat die erfolgreichste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Arne Friedrich: Wir haben einen sehr guten Teamgeist, eine gute Ordnung auf dem Platz und arbeiten viel im taktischen Bereich. Insgesamt stehen wir sehr kompakt. Dazu haben wir die engen Spiele alle gewonnen. Das hat uns bisher ausgezeichnet.

bundesliga.de: Auffallend war aber auch, dass Hertha nicht mehr nur auf die Tore von Stürmer Marko Pantelic angewiesen ist.

Friedrich: Es ist wichtig, dass ein Team nicht nur von einem Spieler abhängig ist. Vor allem unsere Mittelfeldspieler waren in der ersten Saisonhälfte sehr torgefährlich. Im Angriff sind wir neben Marko mit Valeri Domovchiyski, Amine Chermiti, Raffael und dem erfahrenen Andrej Voronin sehr gut aufgestellt. Das war vor ein, zwei Jahren nicht der Fall.

bundesliga.de: Lucien Favre hat bei seinem Amtsantritt erklärt, er wolle bis 2010 eine Mannschaft formen, die um den Titel mitspielt. Könnte Hertha dieses Ziel vorzeitig erreichen?

Friedrich: In dieser Saison ging es bislang stetig bergauf. Aber es wird sicherlich auch wieder Rückschläge geben. Wir haben jetzt 33 Punkte und die kann uns keiner mehr nehmen. Damit hatte wohl keiner gerechnet. Von daher sehen wir der Rückrunde locker entgegen. Sollten wir da noch einmal 33 Punkte holen, spielen wir ganz oben mit. Wenn wir aber etwas nachlassen, wird es schon schwierig, sich für den UEFA-Pokal zu qualifizieren.

bundesliga.de: Und, qualifizieren Sie sich für den UEFA-Pokal?

Friedrich: Es wird dieses Jahr sehr, sehr schwer, einen UEFA-Pokal-Platz zu erreichen. Denn die Vereine in der oberen Tabellenhälfte liegen alle nah beieinander. Viele Mannschaften haben sich jetzt noch einmal gut verstärkt. Es sind sicherlich acht, neun Vereine, die das Rennen um die Tickets in dieser Saison unter sich ausmachen.

bundesliga.de: Sie haben kurz vor Weihnachten Ihren Vertrag in Berlin verlängert. Hat Ihnen die tolle Hinrunde die Unterschrift leichter gemacht?

Friedrich: Ich habe in Berlin alles, was ich brauche. Die Rahmenbedingungen passen und es macht mir sehr viel Spaß, bei der Hertha zu spielen. Insgesamt sind wir auf einem sehr guten Weg. Das war ausschlaggebend.

Das Gespräch führte Michael Reis