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Der SC Paderborn 07 macht weiter von sich reden. Unbeeindruckt von den ersten Rückschlägen überraschen die Ostwestfalen weiterhin die Konkurrenz, erst mit einem Remis in Leverkusen, dann mit einem Dreier gegen Eintracht Frankfurt. Auf Platz 7 wird der Aufsteiger notiert, der vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer 1 galt. Jetzt reist die Elf von Andre Breitenreiter zum Tabellen-Dritten Hoffenheim. Auch dort rechnet sich der SCP gute Chancen aus, wie Angreifer Elias Kachunga im Interview mit bundesliga.de verrät.

bundesliga.de: Elias Kachunga , der Höhenflug des SC Paderborn geht weiter, der Einbruch nach den beiden Niederlagen gegen die Bayern und Mönchengladbach ist ausgeblieben. Wie hat die Mannschaft das geschafft?

Elias Kachunga: Wir glauben an uns und unsere Stärken und haben auch gesehen, dass wir gegen Mannschaften wie Gladbach, Leverkusen oder auch die Bayern Chancen bekommen und auch gut mitspielen können. Wir haben aus den beiden Niederlagen viel mitgenommen und gelernt und versuchen dann, es in den nächsten Spielen besser zu machen. Das macht uns stark.

bundesliga.de: Die Niederlagen konnten der Truppe also nichts anhaben, sie hat sich ihre Unbekümmertheit einfach erhalten?

Kachunga: Auf jeden Fall. Wir hatten auch keinen Grund, dass uns diese Unbekümmertheit nach zwei Niederlagen verloren geht. Wir haben direkt in Leverkusen ein gutes Spiel gezeigt und einen Punkt mitgenommen. Mit ein bisschen Glück hätten wir da sogar in Unterzahl drei Punkte holen können. Der Sieg gegen Frankfurt hat gut getan. Jetzt wollen wir auch in Hoffenheim punkten.

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft aus?

Kachunga: Jeder läuft für den anderen. Wir haben eine Grundordnung und halten die auch sehr gut im Spiel, weil auch jeder für seinen Nebenmann mitarbeitet. Aus dieser guten Defensive können wir auch in der Offensive blitzschnell umschalten. Das sind unsere Stärken.

bundesliga.de: Andere Aufsteiger, wie etwa der 1. FC Köln,  setzen in der Bundesliga erst einmal auf eine starke Defensive. Der SC Paderborn dagegen ist seinem Stil aus der 2. Bundesliga treu geblieben und versucht auch in der Bundesliga selbst aktiv das Geschehen in die Hand zu nehmen. Warum?

Kachunga: Wir haben schon in der 2. Bundesliga gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, die versucht, Fußball zu spielen und nicht mit langen Bällen zu agieren. Genau diese Spielweise wollten wir auch in der Bundesliga beibehalten. Wir wussten, dass es nicht in jedem Spiel einfach wird. Aber ich denke, dass wir in den ersten Spielen gezeigt haben, dass wir immer versuchen, fußballerisch Lösungen zu finden. Deshalb kommen wir auch zu guten Offensivaktionen.

bundesliga.de: Die Gefahr besteht jetzt, dass sich die Gegner auf den SC Paderborn einstellen und ihn nicht mehr unterschätzen. Glauben Sie, dass die Mannschaft ihren Stil weiter durchziehen kann oder muss auch sie sich anpassen?

Kachunga: Wir als Mannschaft und auch jeder einzelne kann sich in jedem Bereich noch verbessern. Wir wollen von Spiel zu Spiel denken. Unser Ziel bleibt nach wie vor der Klassenerhalt. Bis dahin ist noch ein langer Weg. Wir wissen auch, dass sich die Mannschaften auch auf uns gut vorbereiten. Aber das tun wir auch. Wir haben einen super Trainer, der uns Spieltag für Spieltag großartig auf die Gegner einstellt.

bundesliga.de: Sie sind in den letzten Jahren bei einigen Vereinen unter Vertrag gewesen und nun seit knapp zwei Jahren in Paderborn. Haben Sie dort so ein bisschen Ihr persönliches Glück gefunden?

Kachunga: Auf jeden Fall. Ich spielte vorher ja in Gladbach und wurde dann nach Osnabrück und Hertha ausgeliehen. Ich denke, dass ich auch in Osnabrück gute Leistungen gebracht habe, dann kam in Berlin ein halbes Jahr, das nicht so gut war. Zum Glück habe ich dann den richtigen Wechsel nach Paderborn gemacht. Ich fühle mich hier pudelwohl. Die Mannschaft ist super, im Umfeld passt alles. Da kann ich mich als junger Spieler sehr gut entwickeln.

bundesliga.de: Sie haben in den ersten Spielen gleich drei Tore erzielt und hatten jetzt einen kleinen Durchhänger. Wie zufrieden sind Sie persönlich mit dem Saisonstart?

Kachunga: Ich bin noch ein junger Spieler und denke, dass ich es in den ersten Spielen ganz gut gemacht habe. In den letzten Spielen habe ich zwar nicht getroffen, aber für die Mannschaft alles getan. Wenn ich weiter so arbeite, werde ich meine Tore auch wieder machen. Im Moment freue ich mich einfach, wenn die Mannschaft gewinnt, auch wenn ich nicht getroffen habe.

bundesliga.de: Sie haben den nächsten Gegner, die TSG 1899 Hoffenheim bereits angesprochen. Die Kraichgauer sind noch ungeschlagen, heimstark. Wie schwer wird die Aufgabe?

Kachunga: Das wird ein schweres Spiel. Die Hoffenheimer haben bis jetzt eine tolle Saison gespielt und stehen zurecht auf Platz 3, weil sie gute Leistungen gebracht haben. Wir haben auch gezeigt, dass wir auch auswärts gegen große Mannschaften mithalten und punkten können. Daher freuen wir uns auf das Spiel, wollen eine gute Partie zeigen und etwas Zählbares mit nach Hause nehmen.

bundesliga.de: Wie groß ist der Respekt vor der Hoffenheimer Offensive mit Spielern wie Volland, Modeste und Firmino?

Kachunga: Wir haben vor jeder Mannschaft und jedem Spieler Respekt, aber keine Angst. Die genannten Spieler sind sicher gute Kicker, aber wir brauchen uns dort nicht verstecken. Wir haben auch gute Abwehrspieler, die die drei Jungs in den Griff bekommen können.

bundesliga.de: Wo geht die Reise des SCP noch hin?

Kachunga: Momentan läuft es klasse. Es wäre super, wenn wir weiter so die Punkte sammeln könnten. Wir wollen den Abstand nach unten hochhalten. Wenn es dann am Ende der Saison der Klassenerhalt und Platz 15 wird, sind wir alle zufrieden. Und wenn es noch ein paar Plätze nach oben gehen sollte, wäre das sicher ein schöner Bonus.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski