Köln - Eintracht Frankfurt hat ein starkes erstes Bundesliga-Halbjahr gespielt und überwintert als Tabellenvierter. Vor allem im eigenen Stadion agierten die Hessen zuletzt so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die neu gewonnene Stärke bekam am 7. Spieltag auch der Deutsche Meister Bayern München zu spüren. Eine der Top-Partien der ersten 16. Spieltage.

Von Beginn an präsentierte sich die Eintracht mutig. Marco Fabian und Ante Rebic offenbarten durch schnelle Vorstöße immer wieder die Schwächen in der Abwehr der Münchener, die allerdings einen Auftakt nach Maß erwischten. Der nach seiner Rippenblessur in die Startelf zurückgekehrte Arjen Robben schob aus spitzem Winkel mit links souverän zur frühen Führung ein (10.). Doch die Elf von Trainer Niko Kovac war alles andere als schockiert. Sie profitierte in der Folge von Fehlpässen der Gäste.

Fünf Minuten nach dem Rückstand hatte Timothy Chandler den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss prallte an den Innenpfosten des Tores von Manuel Neuer. Der Nationaltorwart war dann auf dem Posten, als Eintracht-Kapitän Alexander Meier ihn mit einem Kopfball prüfte (33.). Zehn Minuten belohnten sich die Hessen, als Szabolcs Huszti nach einem unglücklichen Abpraller des bis dahin starken Jerome Boateng zum verdienten Ausgleich einschoss.

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Video: Owo meets Marco Fabian

Nach dem Seitenwechsel gab die Eintracht den Ton an und hatte Glück, dass Kingsley Coman nur den Pfosten traf (54.). Sieben Minuten später hatte dann aber Joshua Kimmich Erfolg, der nach Vorlage von Mats Hummels seinen sechsten Treffer im siebten Pflichtspiel in Serie erzielte. Allein: Dabei blieb es nicht. Das letzte Wort in einem intensiven Spiel hatte Fabian, der den Ball mit der Brust über die Linie bugsierte (78.). Der Punkt war umso beachtlicher, da die Gastgeber das Spiel mit einem Mann weniger beendeten. Huszti sah nach 65 Minuten die Gelb-Rote Karte.

Während die Frankfurter Spieler eine Ehrenrunde drehten, schlichen die Bayern-Spieler geknickt in die Kabine. Und das nicht ohne Grund, schließlich empfanden alle im Frankfurter Lager das 2:2 gegen den großen Favoriten als gefühlten Sieg. "Meine Mannschaft hat über 90 Minuten das gezeigt, was ich erwarte und was sie zeigen muss. Sie hat so viele Chancen herausgespielt, das konnte sie selbst nicht glauben. Sie hat sich dann selbst belohnt", betonte SGE-Trainer Kovac.

Sein Gegenüber Carlo Ancelotti war dagegen gar nicht zufrieden: "Wir haben nicht gut gespielt und eine schlechte Einstellung gezeigt. Wir haben die ersten 45 Minuten geschlafen, das ist in jedem Spiel zu viel. Zehn Minuten unkonzentriert sein, das kann passieren, aber nicht das. Ich muss das ändern, ich werde Wechsel vornehmen."

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