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München - Die 0:5-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern hat dem FC Schalke 04 einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Dabei schlug den "Knappen" weniger das deutliche Ergebnis aufs Gemüt, sondern die Art und Weise, wie das Spiel verloren wurde.

"Jeder Spieler muss mitbekommen haben, was für eine Atmosphäre in Kaiserslautern herrscht", meinte ein enttäuschter Nationaltorwart Manuel Neuer: "Aber wenn man denkt, dass es nach den Erfolgen der letzten Wochen einfach so weitergeht und man nichts dafür tun muss, wenn man glaubt, dass man den Kampf nicht annehmen muss, dann darf man sich nicht wundern, wenn ein Spiel solch einen Verlauf nimmt."

Magath vermisst den Kampfeswillen

Am Schalker Keeper lag es nicht, dass die "Königsblauen" nur drei Tage nach dem 3:0-Gala-Auftritt in der Champions League gegen Olympique Lyon auf dem Betzenberg so unter die Räder kam.

"Einzig bei Manuel Neuer, Christoph Metzelder und Jefferson Farfan hatte ich das Gefühl, dass sie sich gegen die Niederlage stemmen wollten", erklärte Schalkes Coach Felix Magath nach der Partie.

Früher Start in die Vorbereitung

Der Coach zog bereits Konsequenzen aus dem Auftritt in Lautern und der mit Rang 15 durchwachsenen Platzierung in der Tabelle nach dem 14. Spieltag.

So fällt der Winterurlaub der "Knappen" in diesem Jahr äußerst kurz aus. Bereits am 27. Dezember geht es für Schalke schon in die Vorbereitung für die Rückrunde - nur sechs Tage nach dem letzten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim FC Augsburg.

Doch woran liegt es, dass der S04 in dieser Saison so stark schwankende Leistungen abliefert? bundesliga.de begibt sich in der Datenbank auf Spurensuche und deckt Schalker Schwachpunkte auf.

  • Ballbesitz bleibt ungenutzt:

    Der FC Schalke macht zu wenig aus seinem Ballbesitz. Mit durchschnittlich 54 Prozent liegt S04 in der Bundesliga in dieser Statistik auf Rang 4, aktuell haben die "Knappen" aber nur den 15. Tabellenplatz inne.

  • Schalke lässt zu viele Chancen aus:

    Trotz der prominenten Stürmer wie Klaas-Jan Huntelaar und Raul haben nur vier Teams in der Bundesliga eine schwächere Chancenverwertung als die Gelsenkirchener (14 Prozent).

  • Zu viele Gegentore:

    Schalke ließ bereits 24 Gegentore zu - in der Vorsaison kassierte S04 seinen 24. Gegentreffer erst am 29. Spieltag.

  • Insbesondere auswärts hakt es:

    14 seiner 24 Gegentore kassierte Schalke in fremden Stadien. Das sind nur zwei Tore weniger als in der kompletten Saison 2009/10.

  • Schwaches Zweikampfverhalten:

    Auch die Zweikampfstärke der "Königsblauen" lässt zu wünschen übrig. Nur 48,2 Prozent gewonnene Duelle sind der fünftschwächste Wert im deutschen Oberhaus.

  • Aus der Distanz klappt es nicht:

    Schalke ist neben Wolfsburg das einzige Team, das noch kein Tor von außerhalb des Strafraums erzielte.

  • Keine Lufthoheit:

    Nur Borussia Mönchengladbach schoss weniger Tore mit dem Kopf (eins) als Schalke (drei).

  • Wenig Unterstützung für die Stürmer:

    Nimmt der Gegner die Schalker Angreifer aus dem Spiel, ist das schon die halbe Miete. Nur drei Tore der "Knappen" wurden nicht von Stürmern erzielt - die wenigsten ligaweit.

  • Schwach bei Ecken:

    Nur Gladbach (acht) und Nürnberg (sieben) ließen mehr Gegentore nach Eckbällen zu als "Königsblau" (sechs).

  • Von der Bank kommt zu wenig:

    Schalke ist neben Köln und Bayern das einzige Team ohne Jokertor.

  • Anfällig bei langen Bällen:

    Der Revierclub kassierte vier Gegentore nach langen Pässen - das ist der Höchstwert in der Bundesliga neben Kaiserslautern und Stuttgart.

  • Zu viele Tore über rechts:

    Die rechte Abwehrseite ist die schwächere bei den "Knappen". Denn zehn Gegentore fielen über diese Seite (acht über die Mitte, sechs über die linke Abwehrseite).

    Jessica Pulter