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München - Der FC Bayern, der VfB Stuttgart und der 1. FC Nürnberg haben ihre Aufgaben in der 2. Runde des DFB-Pokals souverän gelöst. Frankfurt und Kaiserslautern lieferten sich einen packenden Fight, der letztlich zu Gunsten des Bundesligisten ausging. bundesliga.de präsentiert die späten Mittwochsspiele im Überblick.

FC Bayern München - FC Ingolstadt 6:0

Mit einer besseren B-Mannschaft hat Bayern München das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Rekordtitelträger hatte beim standesgemäßen 6:0 (1:0) gegen den FC Ingolstadt zunächst einige Mühe, das gut organisierte Abwehrbollwerk des Tabellenletzten der 2. Bundesliga zu überwinden, lief aber auch nie Gefahr, sich zu blamieren. Nach einer zähen ersten Halbzeit schaltete der FC Bayern nach der Pause einen Gang hoch. Nachdem erst Thomas Müller (33.) mit etwas Glück getroffen hatte, legten David Alaba (49.), Nils Petersen (53./70.) und Takashi Usami (90.) entschlossen nach. Marvin Matip unterlief zudem ein Eigentor (82.)

Trainer Jupp Heynckes hatte vor der Begegnung die Rotationsmaschine auf Hochtouren laufen lassen, der Motor des FC Bayern drehte aber zunächst nur im Leerlauf. Zwar kontrollierten die Gastgeber in der Allianz Arena das Spiel gegen einen reichlich mutlosen Gegner nach Belieben, machten sich aber in der ersten Halbzeit das Leben selbst schwer. Der Elf des Rekordmeisters, die im Vergleich zum 1:2 bei Hannover 96 auf sechs Positionen verändert war, fehlten zündende Ideen, hier und da schlich sich außerdem die ein oder andere Lässigkeit ein.

Zur Führung benötigten die Münchner sogar die unfreiwillige Unterstützung der Ingolstädter: Nach einem Zuspiel von Anatoliy Tymoshchuk drang Müller von rechts in den Strafraum ein, David Pisot fälschte den Schuss unhaltbar für Torhüter Sascha Kirschstein ab. Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Münchner umgehend das Tempo, und prompt wirkten die Gäste überfordert. Beim Treffer von Alaba, der Franck Ribery vertrat, standen fünf Ingolstädter fast ehrfürchtig Spalier. Völlig freistehend konnte sich anschließend auch Petersen in aller Gelassenheit die Torecke aussuchen. Die überforderten Gäste hielten sich kaum noch in der Spielhälfte der Münchner auf, der Zweitligist stand beim Einbahnstraßenfußball des FC Bayern regelmäßig mit dem Rücken zur Wand und hätte bei weiteren Chancen von Alaba und des eingewechselten Ivica Olic noch höher verlieren können.


Eintracht Frankfurt - 1. FC Kaiserslautern 0:1 n.V.

Der 1. FC Kaiserslautern hat den Höhenflug des Zweitligisten Eintracht Frankfurt in einem Pokal-Krimi beendet und ist mit viel Glück ins Achtelfinale eingezogen. Die Pfälzer gewannen das brisante Derby bei den Hessen durch ein Tor von Richard Sukuta-Pasu (119.) mit 1:0 nach Verlängerung. Dagegen musste die Eintracht nach 13 Pflichtspielen ohne Niederlage ihre erste Pleite der Saison hinnehmen.

Dabei war die Mannschaft von Trainer Armin Veh in der Commerzbank-Arena über weite Strecken die deutlich bessere Elf. Trotz des schmerzhaften Ausfalls des im DFB-Pokal rotgesperrten Pirmin Schwegler dominierte die Eintracht die Partie vor allem im ersten Durchgang. Von einem Klassenunterschied war nichts zu spüren, da die "Roten Teufel" zunächst kaum gefährlich vor das Tor von Frankfurts Schlussmann Oka Nikolov kamen. Auffälligster Frankfurter war zunächst Angreifer Erwin Hoffer. Der ehemalige Lauterer hatte gegen seinen Ex-Club zu Beginn einige Chancen und auch Pech, als ihm ein Tor (15.) wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde. Zudem scheiterte der Österreicher mit einem Schuss aus neun Metern am glänzend reagierenden FCK-Keeper Kevin Trapp (28.). Auch Mohamadou Idrissou fand elf Minuten später seinen Meister in Trapp, der die Gäste bis zur Halbzeit im Spiel hielt.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Lauterer weiter zu passiv und ließen der Eintracht vor allem im Mittelfeld zu viel Raum. Zudem endeten die seltenen Offensiv-Bemühungen der Kurz-Elf zumeist schon an der Mittellinie. Dagegen machten die Hessen weiter Druck - und erneut war es Hoffer, der die erste Chance hatte (56.). Auf der anderen Seite versuchte FCK-Stürmer Itay Shechter, mit einem Drehschuss zum Erfolg zu kommen, setzte den Ball aber deutlich über das Tor (63.). Drei Minuten später wurde erneut dem starken Hoffer ein Treffer wegen vermeintlichen Foulspiels aberkannt. In einer umkämpften Verlängerung sorgte Sukuta-Pasu in letzter Minute für die Entscheidung und verhinderte somit die Lotterie vom Elfmeterpunkt.


VfB Stuttgart - FSV Frankfurt 3:0

Der VfB Stuttgart hat ohne großen Kraftaufwand seine Pflichtaufgabe in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den harmlosen FSV Frankfurt gelöst und kann sich nach dem glanzlosen, aber souveränen 3:0 (2:0) nun voll auf das Spitzenspiel am Samstag gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund konzentrieren. Der sechste Achtelfinal-Einzug in Folge stand für die überlegenen und abgeklärt auftretenden Schwaben nie in Frage. Christoph Hemlein hatte das Team von Trainer Bruno Labbadia bereits nach vier Minuten auf Kurs gebracht. Dem zuletzt häufig kritisierten Kapitän Cacau gelang noch vor der Pause (38.) die Vorentscheidung, ehe Ibrahima Traore den Schlusspunkt setzte (89.).

Der Bundesliga-Fünfte startete gegen den Zweitliga-Zwölften konzentriert und engagiert. Nachdem Khalid Boulahrouz und Martin Harnik in der 2. Minute noch bei guten Chancen gescheitert waren, gelang kurze Zeit später dem 20 Jahre alten Hemlein nach Flanke von Cristian Molinaro aus kurzer Distanz sein erstes Tor für die Profis des VfB. Normalerweise spielt der Angreifer in der zweiten Mannschaft. Auch danach blieben die Gastgeber am Drücker. Erst als der VfB, bei dem Labbadia im Gegensatz zum 2:2 in Nürnberg am Samstag vier Veränderungen in der Startelf vorgenommen hatte, nach gut 25 Minuten das Tempo etwas herausnahm, konnte sich der FSV ab und an befreien. Gefahr für das Tor von Sven Ulreich entstand aber nicht. Dafür sorgte auf der anderen Seite Cacau mit einem Abstauber für das 2:0, Wegbereiter war erneut Molinaro.

Nach dem Wechsel richtete FSV-Trainer Hans Jürgen Boysen sein Team offensiver aus, was sich in der 47. Minute fast ausgezahlt hätte. Ulreich musste erst einen abgefälschten Schuss von Macauley Chrisantus abwehren und anschließend noch gegen Gallego klären. Zudem musste sich der VfB-Torwart bei einem Freistoß von Zafer Yelen (65.) strecken. Der FSV kam anschließend etwas besser ins Spiel, da der VfB sich in der zweiten Hälfte nur noch auf das Nötigste beschränkte. Dabei wurden die Gastgeber in der Schlussphase immer nachlässiger und unkonzentrierter. Trotzdem traf Traore noch einmal für den VfB.


Erzgebirge Aue - 1. FC Nürnberg 1:2

Erst gezittert, dann eiskalt zugeschlagen: Bundesligist Nürnberg ist trotz einer nicht gerade überzeugenden Leistung ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim Zweitligisten Erzgebirge Aue gewann der Pokalsieger von 2007 2:1 (0:0) und feierte damit gleichzeitig den ersten Pflichtspielsieg seit sechs Wochen. Alexander Esswein (64.) und Julian Wießmeier (68.) erzielten die Tore für die Gäste, Ronny König (78.) traf für Aue.

Nach verhaltenem Beginn gab der lange verletzte Schweizer Albert Bunjaku in der 8. Minute aus spitzem Winkel einen ersten Warnschuss ab, doch konnte Aues Torhüter Martin Männel sicher parieren. In einem vor allem im Mittelfeld mit hoher Intensität geführten Partie erarbeiteten sich die Nürnberger leichte Feldvorteile und waren immer dann gefährlich, wenn schnell über die Außen gespielt wurde. In der Anfangsviertelstunde fehlte aber noch die letzte Präzision. Den Gastgebern fehlte in der Offensive das Erfolgsrezept. Bis auf zwei Fernschüsse brachte das Team aus dem Erzgebirge in den ersten 20 Minuten nicht viel zustande. Weitere Offensivaktionen blieben aber auf beiden Seiten Mangelware.

"Club"-Trainer Dieter Hecking, dem insgesamt acht Spieler fehlten, hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:2 gegen den VfB Stuttgart auf zwei Positionen geändert. Dominic Maroh und Bunjaku standen für Timm Klose und Jens Hegeler in der Startelf. Sein Gegenüber Rico Schmitt änderte sogar vier Mal und brachte Könnecke, Jan Hochscheidt, Nicolas Höfler und Guido Kocer von Beginn an. Auch nach der Pause brachten beide Teams in der Offensive keine sehenswerten Aktionen zustande, auch wenn der Favorit aus Franken deutlich bemühter war. Erst der Doppelschlag von Esswein und Wießmeier erlöste den Favoriten.