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Mit einem 1:2 trat Standard Lüttich nach dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League die Heimreise aus Hamburg an. Einen Gewinner gab es bei den Belgiern aber dennoch: Trainer Dominique D'Onofrio.

Der gebürtige Italiener sicherte sich nach Spielschluss das Trikot des Siegtorschützen Ruud van Nistelrooy und präsentierte es auf der Pressekonferenz hocherfreut den Journalisten.

Van Nistelrooy wird sein Jersey gerne abgegeben haben, hielt er mit seinem Tor doch den Traum des HSV vom Finale vor heimischem Publikum am Leben. "Wir glauben, dass es möglich ist, den Titel zu gewinnen", sagte van Nistelrooy nach der packenden Partie, "jeder hat seine Leistung gebracht, es war super."

Van Nistelrooys 62. Europacup-Tor

Der Stürmerstar hatte bereits in der 36. Minute den Pfosten getroffen, ackerte und kämpfte bis er unmittelbar vor der Pause mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von Dennis Aogo erfolgreich war.

Es war schon sein 62. Europapokal-Treffer, damit zog er mit Gerd Müller und Andriy Shevchenko gleich und ist in der ewigen Bestenliste nur noch sechs Tore von den Spitzenreitern Filipo
Inzaghi und Raul entfernt.

Van Nistelrooy sprach hinterher im Interview auch über die Kritik der vergangenen Wochen und wagte einen Ausblick auf das Rückspiel in Lüttich.


Frage: War der Treffer zum 2:1-Endstand ein typisches Ruud van Nistelrooy-Tor?

Ruud van Nistelrooy: Ich versuche immer, in den Sechzehner einzulaufen und nicht schon dort zu stehen. Und dann kann man dem Ball so entgegengehen, wie ich es gemacht habe. Es war aber auch eine sehr gute Flanke von Dennis (Aogo, Anm.d.Red.).

Frage: Wie bewerten Sie den Sieg gegen Standard Lüttich?

Ruud van Nistelrooy: Wir müssen mit dem 2:1 zufrieden sein. Es war ein richtig schweres Spiel für uns, vor allem nach dem 0:1. Aber die Reaktion der Mannschaft war überragend. Wir haben unser Spielsystem weiter durchgezogen. Alle Spieler waren physisch voll da und haben eine sehr gute Leistung abgerufen.

Frage: Haben Sie beim 0:1 an die Pleite vom Wochenende in Gladbach gedacht?

Van Nistelrooy: Nach der Niederlage in Gladbach kann so ein Gegentreffer eine Mannschaft auch richtig brechen. Aber wir haben an uns geglaubt. Wir haben an unsere Fähigkeiten, an unser Spiel geglaubt.

Frage: Wie war die Stimmung in der Mannschaft nach der Kritik der vergangenen Wochen?

Van Nistelrooy: Wir waren alle voll fokussiert und wollten unsere Philosophie durchsetzen. Wir sind der HSV und wir wollen uns immer so präsentieren, wie wir es gegen Lüttich gezeigt haben. Wenn wir das weiter entwickeln, dann werden wir als Mannschaft auch weiter wachsen.

Frage: Nächste Woche steht das Rückspiel in Lüttich an. Sie kennen das Stadion Maurice Dufrasne. Erwartet den HSV ein Hexenkessel?

Van Nistelrooy: Es ist ein reines Fußballstadion mit einer tollen Atmosphäre. Die Fans sind nahe dran am Geschehen und sind sehr fanatisch - genau wie in Hamburg.

Frage: Und wie schätzen Sie die Chancen des HSV auf ein Weiterkommen ein?

Van Nistelrooy: Wir haben gewonnen. Das ist erst einmal wichtig. Aber Standard hat ein Auswärtstor geschossen. Das kann auch entscheidend sein. Wir dürfen und werden uns ins Lüttich nicht verstecken.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis