ANZEIGE

Hannover - "Wir müssen derzeit der Doppelbelastung Tribut zollen, die durch die Spiele in der Bundesliga und in der Europa League entsteht." Für Martin Kind gab es nach dem eine klare Erklärung für die Leistung der 96-er.

Tatsächlich hatte Hannover nach starker erster Hälfte seine Offensivbemühungen im zweiten Durchgang stark gedrosselt, mancher Spieler wirkte nach dem Abpfiff erleichtert, dass die Freiburger, die nach schwachem ersten Durchgang im zweiten mit Macht auf einen Sieg drängten, es bei einem Treffer belassen hatten.

Slomka: "Spielerisch gute erste Halbzeit"

Ob es angesichts der von ihm erwähnten Doppelbelastung nicht sinnvoll sei, sich im Winter zu verstärken, wurde Kind noch gefragt. Die Antwort fiel knapp aus: Man werde das spätestens in der Winterpause erörtern. Wesentlich auskunftsfreudiger gab sich indes Hannovers Trainer.

Mirko Slomka vergaß nicht den Gegner für dessen engagierten Auftritt zu loben ("Die Freiburger haben im zweiten Durchgang ihre Qualität aufgezeigt und mit viel Wucht gespielt"), wollte aber vor allem die Leistung seines eigenen Teams gewürdigt wissen. "Ich habe eine sehr starke und spielerisch gute erste Halbzeit von uns gesehen, in der wir vielleicht die Möglichkeit hatten, noch ein Tor mehr zu erzielen. Da haben wir unsere Qualitäten wie Schnelligkeit und gutes Passspiel umsetzen können."

Spritziger und gedankenschneller

Tatsächlich wirkten die Niedersachsen im ersten Durchgang spritziger und gedankenschneller als die umständlichen Freiburger. Schon vor dem Führungstreffer in der 44. Minute - Freiburgs Felix Bastians konnte eine scharfe Hereingabe von Mo Abdellaoue nur noch ins eigene Netz lenken - hatte sich 96 durch meist zielstrebiges Passspiel einige gute Torgelegenheiten erspielt.

Die größte darunter hatte Konstantin Rausch, der an SC-Keeper Oliver Baumann scheiterte. Sekundenbruchteile zuvor war ein Ball vom Pfosten ins Spiel zurückgeprallt, den Jan Schlaudraff mustergültig aufs Tor gezirkelt hatte.

Abdellaoue unzufrieden

Abdellaoue, der mit seiner Hereingabe die Führung vorbereitete, war trotz der guten ersten Halbzeit unzufrieden: "Wenn wir vor der Pause gleich zwei Treffer erzielt hätten, hätten wir das Spiel ganz anders kontrollieren können. Wir wollen immer gewinnen, aber uns fehlt im Moment das letzte Quäntchen zum Sieg."

Das fand auch Rausch, der nicht in Abrede stellte, dass 96 im zweiten Durchgang nur noch ein Schatten seiner selbst war: "Da haben wir uns zu sehr beeindrucken lassen."

Schlaudraff will bleiben

Trotz der Durstrecke in der Bundesliga: Hannover belegt immer noch Platz 8 und steckt die von Kind angesprochene Doppelbelastung ordentlich weg.

Zumal es auch Anzeichen dafür gibt, dass der Kader nicht an Qualität verlieren wird. Offensivmann Schlaudraff - eine frohe Kunde für die 96-Fans - deutete nach dem Spiel an, dass er sich eine Vertragsverlängerung bei den Niedersachsen gut vorstellen kann: "Hannover ist mein erster Ansprechpartner."

Christoph Ruf