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Neue Schuhe schmiegen sich beim ersten Tragen noch nicht perfekt an den Fuß an sondern sorgen häufig für Blasenbildung. Erst im Laufe der Zeit passen sie sich der Fußform besser an und man fühlt sich pudelwohl.

Doch so mancher Schuh passt perfekt - auf Anhieb! Dieses Gefühl hatte man bei Bayerns Mittelfeldstar Franck Ribery. Im Spiel gegen den FC Energie Cottbus lief der Franzose erstmals mit seinen nagelneuen rosa-roten Fußballschuhen seines Ausrüsters auf.

"Der beste Spieler der Welt"

Er umtanzte seine Gegenspieler und verzückte die Zuschauer mit einigen fußballerischen Kabinettstückchen. Es schien als hätte er Klebstoff und Magneten an seinem neuen Schuhwerk. Der 1,71 Meter große Dribbelkönig war beim 4:1-Sieg des FC Bayern der überragende Mann auf dem Spielfeld.

Unglaubliche 134 Ballkontakte, ein Traumtor per Freistoß (29.) und eine sehenswerte Torvorlage sprechen eine deutliche Sprache. "Er ist perfekt ausgebildet, ich glaube, er ist im Moment der beste Spieler der Welt", lobte DFB-Sportdirektor und "Premiere"-Experte Matthias Sammer den Franzosen überschwänglich.

"Er setzt tolle Akzente"

Auch FCB-Trainer Jürgen Klinsmann gerät ins Schwärmen, wenn er über seine Nummer 7 redet: "Er ist ein Ausnahmespieler, der tolle Akzente setzt." Manager Uli Hoeneß meinte: "Seit er wieder gesund ist, zeigt er jedes Mal seine Weltklasse."

Dank dieser "Weltklasse" des 25-Jährigen spricht der FC Bayern als aktueller Tabellen-Dritter mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter 1899 Hoffenheim weiter ein gehöriges Wörtchen mit, wenn es um die Vergabe des Herbstmeistertitels geht. Doch in der Partie gegen den FC Energie lieferte nicht nur der Franzose eine bärenstarke Leistung ab.

Toni in Ballerlaune

So bestach Luca Toni durch seinen unglaublichen Zug zum Tor. Der italienische Stürmer der Bayern erzielte sein sechstes Saisontor (59.) und feuerte insgesamt 13 Torschüsse ab - mehr als die gesamte Cottbuser Mannschaft, die es lediglich auf acht Abschlüsse brachte.

Sein Sturmkollege Miroslav Klose war ein ständiger Unruheherd und markierte seinen fünften Saisontreffer (54.). Den vierten Treffer zum hoch verdienten Erfolg der Bayern steuerte Abwehrspieler Martin Demichelis bei (38.). Ribery war der Überflieger, der Star war die gesamte Mannschaft.

"Es war ein sehr gutes Spiel"

Das sah auch Bastian Schweinsteiger so: "Es war ein sehr gutes Spiel. Wir haben den Ball sehr schnell laufen lassen, hatten gute Kombinationen und haben viel Druck gemacht. Wir haben gut gespielt und konnten unsere spielerischen Elemente hineinbringen."

Doch auch nach einer starken Vorstellung gilt der Fußball-Grundsatz: Nach dem Spiel, ist vor dem Spiel. Und so richtete sich der Blick der Bayern schon kurz nach dem achten Saisonsieg wieder nach vorne.

"Jetzt gilt unsere ganze Konzentration dem Hammerspiel gegen Bukarest. Dieses Spiel hat eine ungeheuere Bedeutung für uns. Mit einem Punkt können wir ins Achtelfinale vorstoßen und unser großes Ziel erreichen", sagte Klinsmann vor dem Gruppenspiel der "Königsklasse" gegen Steaua Bukarest am Dienstag.

"Das Ergebnis sagt alles"

Auch der Gegner aus Cottbus hakte die Partie in der Allianz Arena schnell ab. Wenn auch aus einem anderen Grund. Die Lausitzer waren dem Rekordmeister hoffnungslos unterlegen und konnten auch nicht vom überraschenden Führungstreffer von Ervin Skela aus der 25. Minute profitieren.

"Das Ergebnis sagt alles. Der FC Bayern hat souverän gespielt. Wir hatten von Anfang an Probleme, aber dann einen kleinen Vorteil durch unser Tor. Danach schoss Ribery gleich das Tor und dann ist es schwer, wieder ins Spiel zu kommen. Aber wir müssen jetzt gleich an das nächste Spiel denken und das hier abschließen", so Trainer Bojan Prasnikar.

In Gladbach soll's besser aussehen

Am 15. Spieltag reist der FCE nach Mönchengladbach und spielt gegen die Borussia um wichtige Zähler für den Klassenerhalt. "Mit Gladbach haben wir einen Gegner auf Augenhöhe. Da müssen wir punkten, dann sieht die Welt ganz anders aus", erklärte Kapitän Timo Rost.

Vielleicht wird aus dem trüben Grau in Grau in München in Mönchengladbach ein helles Rosa-Rot. Franck Ribery lässt grüßen.

Sven Becker