ANZEIGE

Borussia Mönchengladbach bleibt nach der 1:2-Heimniederlage im Derby gegen den 1. FC Köln auf dem letzten Tabellenplatz.

Im Duell der beiden Aufsteiger leistete sich ausgerechnet der bislang zuverlässige Borussia-Keeper Christofer Heimeroth bereits in der 5. Spielminute einen folgenschweren Patzer, der zum frühen Rückstand des Kellerkindes führte.

"Ein klarer Torwartfehler, den ich mir ankreide", gab der 27-Jährige nach dem Spiel im Interview mit bundesliga.de unumwunden zu. Warum die Borussia nach dem Ausgleich wieder abbaute, blieb auch ihm ein Rätsel: "Jeder einzelne muss sich fragen, ob er seine Leistung gebracht hat."

bundesliga.de: Die Borussia hat das Derby gegen den 1. FC Köln verloren. Was bedeutet diese Niederlage für die Borussia?

Christofer Heimeroth: Das bedeutet, dass wir mit sechs Niederlagen dastehen und im Tabellenkeller stehen. Dass wir das Derby verloren haben, ist für uns als Mannschaft, für den Verein und für die Fans eine ganz bittere Niederlage. Wir haben wieder ein Spiel nicht gewonnen und in der zweiten Halbzeit nicht die Leistung gebracht, wie in der ersten Hälfte.

bundesliga.de: Beim ersten Gegentor haben Sie auch selbst unglücklich ausgesehen.

Heimeroth: Das war ein klarer Torwartfehler, den ich mir ankreide. Das ist bitter für die Mannschaft, wenn man rausgeht, sich viel vornimmt und dann schnell in Rückstand gerät durch ein vermeidbares Tor. Das ist beim Torwart nun einmal so, dass Fehler meistens bestraft werden. Ich habe gehofft, dass die Mannschaft mir hilft und den Ausgleich schießt. Das ist dann ja auch gelungen. Aber am Ende haben wir das Spiel leider verloren.

bundesliga.de: Es fehlt immer so die letzte Entschlossenheit. Wie sehr ist die Mannschaft verunsichert?

Heimeroth: Wir strotzen natürlich nicht vor Selbstvertrauen, wenn wir keine Punkte holen. Das ist klar. Trotzdem haben wir uns in der ersten Halbzeit Chancen erarbeitet. Wir haben druckvoll gespielt, haben aber in der zweiten Halbzeit leider daran nicht mehr anknüpfen können. Dann kann man auch kein Spiel gewinnen.

bundesliga.de: Warum konnte die Mannschaft den Ausgleich nicht in positive Energie umwandeln? Sie war doch in der Lage, zu reagieren. Warum war davon nach der Pause kaum noch etwas zu sehen?

Heimeroth: Es ist schwer zu sagen, woran das liegt. Da muss sich jeder einzelne selbst an die Nase fassen und fragen, ob er seine Leistung gebracht hat. Eins ist klar: Wir müssen versuchen, bessere Spiele abzuliefern.

bundesliga.de: Die Diskussion um Trainer Jos Luhukay wird nach der erneuten Niederlage sicher weitergehen. Mit welchen Konsequenzen rechnen Sie?

Heimeroth: Ich kann nur das beurteilen, was wir innerhalb der Mannschaft denken. Natürlich wissen wir, dass der Druck von außen auf die Mannschaft immer größer wird, auch auf den Trainer. Ich denke, dass wir mit dem Trainer gut zusammenarbeiten, dass wir im letzten Jahr genauso gut gearbeitet haben und den Erfolg hatten, den wir im Moment leider nicht haben. Dass der Druck nach diesem Spiel nicht weniger wird, ist uns allen klar.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski