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Frankfurt - Mainz 05 verliert das Rhein-Main-Derby bei Eintracht Frankfurt und muss erkennen, mit durchschnittlichen Leistungen auswärts nicht gewinnen zu können, wie Cheftrainer Trainer Thomas Tuchel analysierte. Ein ordentliches Bundesliga-Debüt machte Jan Kirchhoff, auch wenn der 20 Jahre alte U 21-Nationalspieler am Ende zur tragischen Figur wurde.

Frage: Herr Kirchhoff, sechs Minuten vor dem Abpfiff verursachten Sie den Elfmeter, den Gekas zum 2:1-Siegtreffer für die Eintracht verwandelte. War es ein Handspiel?

Kirchhoff: Ich habe den Ball an die Brust bekommen, danach mit dem Oberschenkel gespielt. Der Schiedsrichter hat etwas anderes gesehen, als ich gefühlt habe.

Frage: Wie sehr ärgert Sie diese Szene?

Kirchhoff: Das kann passieren im Fußball, das muss man abhaken.

Frage: Wie erlebten Sie Ihren ersten Einsatz in der Bundesliga?

Kirchhoff: Ich freue mich natürlich riesig, erstmals in der ersten Liga zum Einsatz gekommen zu sein - und das auch noch in meiner Geburtsstadt Frankfurt. Natürlich hätte ich gerne gewonnen, aber so ist der Fußball.

Frage: Im zentralen defensiven Mittelfeld haben Sie zuletzt in der C-Jugend von Eintracht Frankfurt gespielt, in Mainz spielen Sie seit Jahren Innenverteidiger. War die Umstellung groß?

Kirchhoff: Nein, ich kenne die Position ja, es war für mich keine große Umstellung. Wir spielen ja alle schon seit 20 Jahren Fußball, da kann man sich auch auf einer anderen Position wie gewohnt zurechtfinden. Zumal ich ja tief vor der Abwehr aufgestellt war und wir mit Alexander Meier zentral offensiv bei der Eintracht gerechnet haben. Dass dann Ioannis Amanatidis begonnen hat, war auch nicht so schlimm, dann habe ich eben ihn aufgenommen. Ich habe außerdem in der Sommervorbereitung oft auf dieser Position gespielt, weil die laufintensiver ist, und der Trainer mir nach meiner einjährigen Pause (Kreuzbandriss, Anmerkung der Redaktion) so größere Fitness verschaffen wollte.

Frage: Wann haben Sie erfahren, dass Sie von Anfang an spielen?

Kirchhoff: Erst in der Mannschaftssitzung vor dem Spiel. Ich stand aber schon im Abschlusstraining in der ersten Elf und bekam da schon eine Ahnung.

Frage: Nach dem U 21-Spiel gegen England, haben Sie gesagt, Sie könnten sich eine Ausleihe vorstellen, um Spielpraxis zu bekommen…

Kirchhoff: …nein. Ich bin gefragt worden, wie ich die Entwicklung von Stefan Bell bei 1860 München sehe, der ja von Mainz nach dort ausgeliehen ist. Ich habe dann geantwortet, dass es positiv ist, dass er dort Einsätze hat. Ich bin jetzt in Mainz und man wird sehen, wie sich die Situation im nächsten halben Jahr entwickelt.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter