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Hamburg/Mönchengladbach - Seine Art, Fußball zu spielen, ist so gar nicht argentinisch. Raul Bobadilla lebt nicht unbedingt von der Technik. Den bulligen Stürmer von Borussia Mönchengladbach zeichnet unbändiger Einsatzwille aus.

Am vergangenen Wochenende war sein kräftezehrendes Spiel von Erfolg gekrönt. Mit zwei Toren besiegte er die Erzrivalen aus Köln fast im Alleingang. Mit dem 4:0 beim FC keimte auch wieder Hoffnung auf die Wende zum Guten bei den "Fohlen" auf. Im bundesliga.de-Interview spricht Bobadilla über den Saisonverlauf, seine Tore und das nächste Spiel gegen Mainz.

bundesliga.de: Herr Bobadilla, am 12. Spieltag gelang endlich wieder ein Sieg - und das ausgerechnet beim Erzrivalen in Köln. Die Stimmung müsste in Gladbach auf dem Höhepunkt sein, oder?

Raul Bobadilla: Es war ein wichtiger Sieg, nicht nur für unsere Fans, für die ein Spiel gegen Köln immer das Spiel des Jahres ist. Wir haben das erste Mal seit dem zweiten Spieltag wieder gewonnen und konnten gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf ein Zeichen setzen. Die Stimmung war Samstag nach dem Spiel sehr gut, keine Frage, auch beim Auslaufen am Sonntag. Wir können aber auch die Tabelle lesen und wissen, dass der Sieg nur der Anfang gewesen sein kann.

bundesliga.de: Sie waren mit zwei Treffern maßgeblich am 4:0-Erfolg beim FC beteiligt- ihr zweiter Doppelpack im Borussen-Trikot. Drehen Sie jetzt richtig auf?

Bobadilla: Ich versuche der Mannschaft in jedem Spiel zu helfen, am liebsten natürlich mit Toren. Das klappt mal besser und mal schlechter. Gegen Köln klappte es besser. Hoffentlich in den nächsten Wochen auch.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass die Abwehr nach dem "Zu Null" in Köln nun endlich die nötige Sicherheit zurückgewonnen hat?

Bobadilla: Eigentlich sollte man das meinen, wir haben in der Defensive sicher gestanden und nicht viel zugelassen. Aber leider haben sich am Samstag wieder Dante und Roel verletzt, so dass wir erneut umbauen müssen. Das ist natürlich nicht ideal, wenn sich eine Abwehr einspielen soll. Aber was soll's, dann müssen eben die Spieler ran, die hintenan stehen.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison lief es zu Beginn der Saison ähnlich für die Borussia, am Ende war der Abstieg aber schnell kein Thema mehr. Sind Sie deshalb zuversichtlich, dass die Mannschaft sich schnell wieder aus der misslichen Lage befreit?

Bobadilla: Ob es schnell es geht, kann ich natürlich nicht sagen: Da sind wir ja nicht nur von den eigenen Ergebnissen abhängig, sondern auch von denen der Konkurrenz. Das ist uns aber nicht so wichtig. Wir können nur die eigenen Ergebnisse beeinflussen und schauen auf uns. Und da bin ich mir sicher: Wenn wir so auftreten wie in der zweiten Halbzeit gegen Bayern München und in Köln, dann packen wir das.

bundesliga.de: Am nächsten Spieltag ist der 1. FSV Mainz 05 im BORUSSIA-PARK zu Gast. Der ehemalige Tabellenführer ist nach drei Niederlagen angeschlagen. Macht das die Sache einfacher, oder ist das eher ein Nachteil?

Bobadilla: Ob Mainz jetzt drei Mal verloren hat, interessiert uns herzlich wenig. Erstens schauen wir, wie erwähnt, erst einmal auf uns, und zweitens hat Mainz jetzt nach acht Spielen 24 Punkte - dass dieses Spiel wieder eine schwere Aufgabe für uns wird, liegt doch auf der Hand. Dennoch brennen wir darauf, endlich unseren ersten Heimsieg zu feiern.

Die Fragen stelle Michael Reis