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Er war der Kopf im Offensivspiel der Frankfurter Eintracht und auf dem Sprung in die deutsche Nationalmannschaft, als ihn eine langwierige Knieverletzung stoppte. Seine Karriere hing am seidenen Faden, doch er hat sich zurückgekämpft: Alexander Meier hat mit unglaublichem Willen und harter Arbeit seine mehr als einjährige Leidenszeit beendet und greift wieder an.

Wer sich Alexander Meier genau ansieht, glaubt nicht, dass dieser junge Mann als Fußballprofi seine Brötchen verdient. Mit seinen 196 Zentimetern Körpergröße und lediglich 84 Kilogramm Gewicht könnte er als Basketballer durchgehen. Seine schmächtige Statur und die dünnen Oberschenkel täuschen aber über seine technischen und spielerischen Fähigkeiten hinweg.

Alexander Meier ist, wenn fit, der Denker und Lenker im Eintracht-Mittelfeld, der mit einer guten Spielübersicht und präzisen Pässen besticht. "Alexander hat eine unglaubliche Wertigkeit für unser Spiel", sagt Coach Friedhelm Funkel, für den Meier so etwas wie ein Musterschüler ist. Im zentralen offensiven Mittelfeld hinter den Spitzen glänzte der 26-Jährige in der Vergangenheit als Torschütze genauso wie als Vorbereiter, weshalb er bei Funkel und den Fans so hoch im Kurs steht.

Hoffnungen ruhen auf Meier

Die Frankfurter Anhänger wünschen sich eine bessere Rückrunde ihrer Lieblinge und verknüpfen die Hoffnungen darauf mit dem Namen Alexander Meier. Daran verschwendet dieser aber noch keinen Gedanken, er freut sich in diesen Tagen darüber, überhaupt wieder mitmischen zu können: "Es ist ein schönes Gefühl, nach so einer langen Zeit wieder schmerzfrei zu sein. Ich hoffe, dass es so bleibt und bin guter Dinge."

Wann Meier wieder auf den Platz zurückkehrt - ob schon zum Auftakt der zweiten Halbserie im Spiel bei Hertha BSC - ist noch ungewiss. Schließlich hat er noch einen Rückstand aufzuholen und muss Zusatzschichten schieben, um weiter Muskelmasse aufzubauen und an Fitness zu gewinnen. Er selbst will sich keinen Termin vorgeben, wie er der "Frankfurter Rundschau" erklärt: "Ich habe fast ein Jahr nicht gespielt, jetzt trainiere ich seit ein paar Wochen wieder. Ich will eigentlich nur, dass mein Knie heile bleibt. Der Rest ergibt sich dann."

Berg- und Talfahrt

Dabei zu sein, ist zurzeit alles für Alexander Meier - und man kann ihn verstehen. Was war das doch für eine Berg- und Talfahrt für den Profi in den vergangenen 15 Monaten. Nach starken Leistungen als Mittelfeldregisseur der Hessen mit 13 Toren und 14 Vorlagen in zwei Spielzeiten stand er bereits im Notizblock des Bundestrainers, ehe ihn eine Sehnenreizung im Knie außer Gefecht setzte. Am 26. Oktober 2007 beim 0:0 gegen Hannover 96 stand er das bisher letzte Mal vor heimischer Kulisse über 90 Minuten auf dem Feld.

Seitdem kamen für den Schlaks nur noch zwei Bundesliga-Einsätze hinzu. Immer wenn Meier sich herangearbeitet zu haben schien, kam ein Rückschlag. Weil die Schmerzen wiederkamen, legte sich der Ex-Hamburger im März 2008 schließlich unters Messer, um sich eine vernarbte Kapselfalte entfernen zu lassen. Als er sich davon erholt hatte, bremste ihn zunächst eine Adduktorenverletzung und kurz darauf ein Muskelfaserriss aus.

Schmerzfrei? - "Das ist schon komisch"

Doch diese Tiefs hat Meier jetzt endlich überstanden. Er ist wieder schmerzfrei - auch wenn er das merkwürdig findet. "Ich habe seit anderthalb Jahren Schmerzen bei bestimmten Übungen. Jetzt nicht mehr. Das ist schon komisch", sagt der Offensivspieler.

Dass der Hüne nichts verlernt hat, beweist er im Training und den Testspielen. Im vergangenen Freundschaftskick der Frankfurter gegen die TuS Koblenz (0:0) spielte Meier die erste Halbzeit durch und ganz ordentlich. Er gefiel schon wieder als Anspielstation im Mittelfeld.

Bleibt Alexander Meier gesund, wird er schon bald wieder als Kopf des Frankfurter Offensivspiels in der Bundesliga glänzen.

Thorsten Schaff