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Köln - Es ist das Duell der Schwergewichte in der Champions League. Wenn der FC Bayern München heute Abend (20.45 Uhr) bei Real Madrid zum Viertelfinal-Rückspiel antritt, treffen wieder zwei der besten Clubs Europas aufeinander und streiten um den Einzug ins Halbfinale.

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Die Ausgangslage für den Deutschen Meister ist nicht wirklich rosig. Nach dem 1:2 im Hinspiel vor einer Woche ist Real in der deutlich besseren Position. Zumal der FCB in elf Spielen im Estadio Santiago Bernabéu seit 1975 nur zweimal nach 90 oder 120 Minuten als Sieger vom Platz ging. Trotzdem ist die Chance da. bundesliga.de weiß fünf Gründe, warum die Bayern heute siegen und ins Halbfinale einziehen werden.

1) Lewy ist wieder da

Im Hinspiel haben die Münchner Robert Lewandowski, der verletzt ausfiel, schmerzlich vermisst, im zweiten Duell wird der Pole aber voraussichtlich von Beginn an dabei sein. Allein psychologisch ist das für die Münchner schon viel wert. Zumal Real Lewys One-Man-Show aus dem Halbfinale 2012/13 sicherlich nicht vergessen hat. Damals noch für Borussia Dortmund spielend, erzielte der Stürmer als erster Spieler vier Tore in einem Halbfinale der Champions League und machte gleichzeitig den ersten Hattrick gegen Real in deren CL-Geschichte. Und seit seinem Wechsel zu den Bayern ist Lewy nur noch besser geworden. In 45 Pflichtspielen für den FCB und die polnische Nationalmannschaft in dieser Saison hat er bereits 46 Tore erzielt. Gegen den elfmaligen CL-Sieger Real wird er da besonders heiß sein.

2) Die Abwehr steht sicher

Real hat sicherlich eine der besten Offensiven im modernen Fußball und in der spanischen Liga schon 82 Tore erzielt. Doch die Münchner stellen auswärts die beste Defensive Europas. Ganze neun Gegentore haben die Roten in der Bundesliga in gegnerischen Stadien kassiert, kein Team in den TopFive-Ligen Europas ist da besser. Allerdings haben die Münchner vor dem Real-Spiel einige Not in der Innenverteidigung. Javi Martinez ist nach Gelb-Rot im Hinspiel gesperrt, Mats Hummels und Jerome Boateng sind angeschlagen, ihr Einsatz fraglich. Mittelfeldmann Joshua Kimmich hat vergangene Saison aber schon bewiesen, dass er es auch im Abwehrzentrum kann, genauso wie Linksverteidiger David Alaba. Und dann ist da ja auch noch Manuel Neuer, der beste Keeper der Welt.

3) Arjen Robben - berechenbar aber unaufhaltsam

Eigentlich ist es ganz simpel - und doch einfach nicht zu verhindern. Seit Jahren verzaubert Arjen Robben die Fußballwelt mit seinem genialen Trick. Immer und immer wieder. Mit Vollgas die rechte Seite runter marschieren, den Ball eng am Fuß, dann nach innen ziehen, kurz den Haken antäuschen um Verteidiger und Keeper zu narren, und dann locker das Ding links oben in den Giebel schlenzen.

Der Niederländer weiß wahrscheinlich selbst nicht, wie oft er mit seinem Spezialtrick schon getroffen hat. Wie wir alle, werden auch Sergio Ramos und Co. diesen Special Move tausend Mal gesehen haben, zumal Robben ja von 2007 bis 2009 selbst für die Königlichen antrat. Die Frage ist nur, haben sie daraus gelernt und können sie den Linksfuß stoppen?

Video: Robben kann es auch im Klassiker

4) Der Lehrer und sein Schüler

Ein Münchner kennt diese Real-Mannschaft ganz genau. Coach Carlo Ancelotti wird heute noch in Madrid verehrt, weil er den Königlichen La Decima, den zehnten Champions-League-Triumph, beschert hat, als er 2013/14 mit Real den Stadtrivalen Atletico im Finale besiegte. Die meisten Leistungsträger des spanischen Rekordmeisters waren schon damals in Ancelottis Team. Und auch der heutige Real-Coach ist ein Ancelotti-Schüler: Zinedine Zidane.

Der ehemalige französische Superstar war einst Co-Trainer unter dem Italiener bei Real. Dass er viel von seinem Mentor gelernt hat, hat Zidane bereits eindrucksvoll mit dem Gewinn der Champions League in der vergangenen Saison bewiesen. Und doch ist er im Vergleich zum Altmeister auf der Bayern-Bank noch ein Lehrling. Ancelotti hat schon mehr als 150 Spiele in der CL gecoacht hat, gut zehn Mal so viele wie Zidane. Und Erfahrung kann man nicht lernen.

5) Glorreicher Abschied für Lahm und Alonso?

Mit zusammen 229 Einsätzen und drei Titeln in der Champions League haben Kapitän Philipp Lahm und Ex-Madrilene Xabi Alonso schon jetzt ihren Eintrag in der Hall of Fame der Europacup-Wettbewerbe sicher. Und doch haben sie noch nicht genug. Es ist ihre letzte Chance, noch einmal groß aufzutrumpfen. Schließlich haben beide für den Sommer ihr Karriereende verkündet. Motivation genug, noch einmal alles reinzulegen und die letzte Reise durch die Champions League um mindestens zwei Spiele zu verlängern. Geballte Erfahrung, unbändiger Wille und natürlich großes Können werden die beiden heute in die Waagschale werfen.

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