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Ein bisschen traurig waren die Bayern ja schon. "Wir wollten in unserem alten Stadion bleiben", erklärt Sepp Maier. Half aber nichts. Aus dem altehrwürdigen Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße zog der FC Bayern in dieser Saison ins nagelneue Olympiastadion um.

Und Maiers Sorgen erwiesen sich als unbegründet: Mit dem Standortwechsel begann zugleich die erfolgreiche Ära in den 70-er Jahren. Der FC Bayern und das "Oly" wurden nebenbei eins.

Mit sechs Europameistern von 1972 (neben Maier noch Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Gerd Müller und "Katsche" Schwarzenbeck) machten die Bayern die Bundesliga platt.

34 Spieltage Dominanz

Vom ersten bis zum letzten Spieltag standen sie auf Platz 1 der Tabelle. Am Ende betrug der Vorsprung elf Punkte auf den 1. FC Köln, ein bis in die 40. Saison ungefährdeter Rekord. Die Tordifferenz von plus 64 war 49 Treffer besser als die der "Geißböcke".

Nur ein Mal gerieten die Bayern ins Schlingern. Im Dezember und Januar hielten sie eine Art Winterschlaf, und Fortuna Düsseldorf zog nach Punkten gleich. Maier hatte dafür eine kuriose Erklärung: "Wenn im Winter draußen Schnee lag, mussten wir immer in der Halle trainieren. Und wenn's dann ernst wurde, waren wir die Verhältnisse nicht mehr gewöhnt." Eine Rasenheizung für den Trainingsplatz gab's an der Säbener Straße damals noch nicht.

Mehr Einnahmen in neuer Heimat

Dafür entdeckten die Münchner, dass sich mit einem neuen und modernen Stadion richtig Geld verdienen lässt. Der Umzug war nicht zu vermeiden, weil der Verein die Einnahmen aus der Arena unterm Zeltdach brauchte, die anfänglich fast 80.000 Zuschauern Platz bot.

Als sich dort dann die sportlichen Erfolge einstellten, profitierten auch die Spieler davon. "Die Siegprämien sind um das Doppelte und Dreifache gestiegen", so Maier.

Hier lesen Sie die weiteren historischen Rückblicke:

1963/64

1964/65

1965/66

1966/67

1967/68

1968/69

1969/70

1970/71

1971/72