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"Der Glubb", sagen die Menschen in Nürnberg mit der ihnen eigenen Unverblümtheit, "is a Debb". Sie beschreiben damit lapidar die selbstzerstörerischen Fähigkeiten ihres "Club". Und das auch noch mit Methode.

Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es zumeist beim 1. FC Nürnberg schief. So richtig zum "Deppen" hat sich der "Club" 1969 gemacht. Als einzigem Team in der Bundesliga ist es ihm gelungen, erst Meister zu werden und dann gleich im folgenden Jahr abzusteigen.

Neue Besen kehren nicht immer gut

Wie so etwas geht? "Das Gravierendste war die Demontierung der Meisterelf", erinnert sich Mittelfeldspieler Ferdinand Wenauer im Buch "Die Legende vom 'Club'". Wie vor der Meistersaison, so tauschte Trainer Max Merkel auch diesmal die halbe Mannschaft aus.

Gleich 13 neue Spieler kamen, dafür mussten Leistungsträger wie Gustl Starek, Karl-Heinz Ferschl und sogar Torjäger Franz Brungs gehen. Vor allem der Verkauf von "Goldköpfchen" Brungs (25 Treffer in der Meistersaison), den Hertha BSC Berlin für 200.000 Mark aus einem laufenden Vertrag heraus erwerben durfte, löste am Valznerweiher ein kollektives Kopfschütteln aus.

Merkels Tricks verpufften

Angeblich verdiente Merkel bei diesem Transfer mit. "Ich weiß nur eins: Wenn der 'Club' mich nicht verkauft hätte, wäre er niemals abgestiegen", sagte Brungs später. So aber geschah es: Merkels Tricks verpufften nun, im März wurde er entlassen.

Für 19 Tage war Robert Körner Trainer, dann Kuno Klötzer. Aus den letzten sechs Spielen holte der "Club" 8:4 Punkte, am Ende aber fehlte ein Zähler, und der wurde Torwart Jürgen Rynio angekreidet, der am vorletzten Spieltag gegen Borussia Dortmund den angeblich haltbaren Treffer zum 2:2-Endstand passieren ließ.

Das böse Wort "Bestechung" machte danach die Runde: Borussia Dortmand lag am Saisonende nämlich einen Punkt vor dem 1. FCN - und meldete anschließend die Verpflichtung von Torhüter Rynio. Bewiesen werden konnte allerdings nichts.