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Köln - Die Erleichterung war dem 1,97 Meter-Hünen anzusehen. 492 Minuten lang hatte Dominik Stroh-Engel zuletzt nicht getroffen, sein unglaublicher Lauf aus den vergangenen 15 Monaten schien gestoppt.

Doch beim 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg bewies der Topstürmer des SV Darmstadt 98 endlich nach fünf torlosen Spielen wieder seine Goalgetter-Qualitäten. Und zeigte, warum er für die Lilien so unglaublich wichtig ist.

Wenn "Dodo" trifft, punkten die Lilien

Dieser Mann ist der personifizierte Erfolgsgarant des SV Darmstadt 98. Vergangene Saison stellte Stroh-Engel mit 27 Toren in 34 Spielen für die Lilien einen Rekord in der 3. Liga auf, überbot die alte Bestmarke von Regis Dorn (SV Sandhausen) aus der Saison 2009/10 um fünf Treffer. Und immer, wenn "Dodo", wie ihn seine Mitspieler rufen, zuschlug, holten die Lilien mindestens einen Punkt, 14 Mal leitete er mit seinen Toren Siege der Hessen ein. Am Ende stand für den Traditionsclub nach einem sensationellen Relegationsspiel bei Arminia Bielefeld (Video: Krimi auf der Alm) der Aufstieg in die 2. Bundesliga - und auch da brachte er den SVD mit seinem 1:0 in Bielefeld auf Kurs.

Eine Klasse weiter oben ging der Lauf des Stürmers gleich weiter. In den ersten fünf Spielen in der 2. Bundesliga erzielte Dominik Stroh-Engel jedes Mal ein Tor - wieder führten sie stets zu Punkten für den Aufsteiger, der drei Siege und zwei Remis einfuhr. Doch dann kam die Ladehemmung. Fünf Spiele ohne Tor für Stroh-Engel bedeuteten zwei Niederlagen und nur fünf Punkte für Darmstadt. Auch das eine Parallele zur Vorsaison, wo der Goalgetter vom 15. bis 19. Spieltag torlos blieb, die Lilien gleich drei Mal verloren und nur vier Punkte holten. Kaum war Stroh-Engel gegen den FCN wieder zum 1:0 zur Stelle, strich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster auch prompt den fünften Heimsieg dieser Saison ein.

"Mache mir keinen Kopf mehr"

Die Statistiken beweisen: Ohne Tore von Stroh-Engel geht es bei den Lilien nicht. Dabei war der 28-Jährige vor seinem Wechsel in die viertgrößte Stadt Hessens kaum als Serientorschütze aufgefallen. Aufgewachsen in Hessen kam er mit 19 über drei kleinere Clubs zu Eintracht Frankfurt, wo es in zwei Jahren aber nur zu drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga reichte. Auch beim SV Wehen-Wiesbaden wurde der Stürmer von 2007 bis 2009 nur 16 Mal in der 2. Bundesliga eingesetzt (zwei Tore). Erfolgreich war er allerdings in Wehens zweiter Mannschaft, für die er in der Regionalliga im Schnitt in jedem zweiten Spiel traf.

Seit Stroh-Engel für Darmstadt spielt, ist der Knoten auch im Profibereich geplatzt. Auch, weil es ihm in der Stadt und bei dem Club gefällt. "Ich bin ein Wohlfühlspieler und muss mich in erster Linie in der Mannschaft zurechtfinden, um Spaß am Fußballspielen zu haben. Wichtig ist mir außerdem, dass auch bei schlechten Spielen innerhalb der Mannschaft und des Trainerteams positiv kommuniziert wird. All das finde ich in Darmstadt vor", hat er in einem Interview mit "Spox.com" seine Torquote erklärt.

Und er ist ruhiger geworden, kann auch mit Misserfolgen wie seiner Torlosserie lockerer umgehen. "Ich mache mir über viele Dinge im Fußball keinen Kopf mehr. Es geht doch gar nicht darum, wer die Tore schießt und ob jemand aus der Mannschaft heraussticht", hat er kürzlich in der "Frankfurter Rundschau" erzählt. Wichtig sei nur der Erfolg der Mannschaft - doch der ist in Darmstadt nun mal ganz eng mit dem Namen Dominik Stroh-Engel verbunden.

Tobias Schild

Weitere Typen der 2. Bundesliga:

Lukas Hinterseer vom FC Ingolstadt 04

Joel Pohjanpalo von Fortuna Düsseldorf