In der Bundesliga wird in dieser Saison erstmals die offizielle Auszeichnung „Spieler des Monats“ vergeben. Die Wahl wird von der DFL Deutsche Fußball Liga in Kooperation mit dem offiziellen Lizenzpartner der Bundesliga EA SPORTS FIFA 19 durchgeführt. Die Vergabe beruht auf einem zweistufigen Auswahlverfahren, in dem sowohl die individuellen Leistungsdaten der Spieler als auch das Votum von Fans und Experten berücksichtigt werden. Die erste Ehrung erfolgt im Oktober für die Leistungen im Monat September. Das sind die Kandidaten:

Ondrej Duda (23, MF, Hertha BSC)

Hertha BSC ist perfekt in die neue Saison gestartet, die Berliner sammelten 13 Punkte an den ersten sechs Spieltagen - mehr waren es für die Hertha noch nie zum vergleichbaren Zeitpunkt einer Saison. Der Aufschwung des Hauptstadt-Teams trägt ganz besonders einen Namen: Ondrej Duda. Der 23-jährige Slowake ist der Shootingstar bei Hertha und überzeugte im September auf ganzer Linie. Mit einem Doppelpack sorgte er nahezu im Alleingang für Berlins Auswärtssieg auf Schalke, dazu traf der offensive Mittelfeldspieler in Wolfsburg und gegen Mönchengladbach. Das i-Tüpfelchen auf einem bärenstarken Monat: Der Treffer beim 2:0-Heimsieg der Hertha gegen Meister Bayern München. Fünf Tore – mehr schaffte keiner im September. Doch nicht nur vor dem gegnerischen Kasten ist Duda enorm wichtig für die Berliner: Fünf weitere Chancen bereitete er vor, besticht durch eine für einen Offensivmann starke Passquote von 76,4 Prozent und ist im Angriffspiel der "Alten Dame" häufig der zentrale Dreh- und Angelpunkt. "Ondrej hat sich sehr gesteigert in diesem Jahr", betont auch Hertha-Coach Pal Dardai über den Rechtsfuß, der nach zwei schwierigen Saisons endgültig in Berlin angekommen zu sein scheint. "Ich bin jetzt endlich glücklich in Berlin", erklärt Duda seinen Höhenflug nach den Anlaufschwierigkeiten: "Es war anfangs nicht leicht hier. Ich war sehr jung, konnte die Sprache nicht und war oft verletzt. Heute habe ich hier viele Freunde, habe mich auch an die deutsche Kultur besser gewöhnt."

Max Kruse (30, ST, Werder Bremen)

Zehn Punkte aus fünf Spielen: Die Bilanz von Werder Bremen im September kann sich durchaus sehen lassen. Die starke Ausbeute der Hanseaten lag auch an den starken Leistungen ihres Mannschaftskapitän, denn Max Kruse überzeugte beim SVW in verschiedenen Rollen. Zu Beginn des Septembers war der einstige Nationalspieler noch in vorderster Front für das Team von Trainer Florian Kohfeldt unterwegs, nach einer taktischen Umstellung ging es für den 30-Jährigen zunächst auf die Außenbahn und dann als hängende Spitze auf den Platz. Ungewohnt für Kruse, der sich allerdings auch dort spielstark (81,1 Prozent Passquote, 14 kreierte Chancen) und vor dem Tor gewohnt eiskalt zeigte. In Augsburg besorgte er beim 3:2-Auswärtssieg seiner Mannschaft per Kopf den Treffer zum 1:0, nur drei Tage später war er gegen Hertha BSC vom Punkt erfolgreich und bestätigte seinen Ruf als nervenstarker Elfmeterschütze. Alle seine zwölf Strafstöße in der Bundesliga verwandelte der Werder-Kapitän - ein Dutzend Elfmeter oder mehr ohne Fehlschuss schafften in der Bundesliga bisher ansonsten nur Hans-Joachim Abel (16), Ludwig Nolden (15) und Otto Rehhagel (12). "Ich konzentriere mich einfach und versuche, den Ball reinzuhauen. Mehr interessiert mich in dieser Situation nicht", schildert Kruse seine Qualität vom Punkt, die er allerdings nicht regelmäßig auf dem Trainingsplatz verfeinert: "Ich habe das in den vergangenen Jahren sicher mal trainiert. Aber es ist nicht so, dass ich ständig Elfmeter übe. Wichtig ist einfach, dass die Konzentration da ist."

Marco Reus (29, MF, Borussia Dortmund)

Borussia Dortmund ist wieder dort, wo sich die BVB-Fans ihren Verein hinwünschen: Die Schwarzgelben stürmten im September mit begeisterndem Offensivfußball an die Bundesliga-Spitze. Die junge Mannschaft der Westfalen profitiert dabei von den herausragenden Auftritten ihres Kapitäns, denn Marco Reus zeigte sich im abgelaufenen Monat in bestechender Verfassung. Vor allem beim 7:0-Kantersieg gegen den 1. FC Nürnberg zeigte der Offensivmann seine ganze Klasse, traf gleich doppelt und legte dazu noch ein Tor der Dortmunder auf. Sein erstes Tor an diesem Abend war ein ganz besonderes, es war der 100. Pflichtspieltreffer für Reus im BVB-Trikot. "Das bedeutet mir sehr viel, es ist eine große Ehre für mich", erklärte der Nationalspieler nach der Partie. Insgesamt präsentiert sich der BVB-Kapitän in dieser Spielzeit auf extrem hohem Niveau: Mit vier Treffern und drei Vorlagen war Reus Ende September der Topscorer der Liga und geht als Führungsspieler der extrem jungen Dortmunder Offensive um Jadon Sancho und Christian Pulisic regelmäßig mit bestem Beispiel voran. Und opfert sich dabei auch für die Mannschaft auf: Während der Verletzungspause von Neuzugang Paco Alcacer schob BVB-Coach Lucien Favre Reus auf die ungeliebte Mittelstürmer-Position, die der 29-Jährige allerdings mit dem gleichen Feuer ausfüllte wie als hängende Spitze oder auf der Außenbahn. "Dass ich mich in der Rolle im offensiven Mittelfeld wohler fühle, das sieht man ja. Ich bin halt kein Mittelstürmer", offenbarte das BVB-Aushängeschild. Wer im September seine Leistungen verfolgt hat, vermag das kaum zu glauben.

Timo Werner (22, ST, RB Leipzig)

Ein wenig brauchte RB Leipzig, um in dieser Bundesliga-Saison ins Rollen zu kommen – doch spätestens im September ist der Knoten bei den Sachsen geplatzt. Das gilt auch für ihren Vorzeigestürmer Timo Werner: Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten wurde der Nationalspieler von Spiel zu Spiel immer stärker. Höhepunkt seiner starken Leistungen im abgelaufenen Monat: Die Gala-Vorstellung im Heimspiel gegen Hannover am 3. Spieltag, als der Leipziger Stürmer mit zwei Treffern maßgeblich zum hart erarbeiteten 3:2-Erfolg beitrug. Gerade das 2:1, Werners erstes Tor in dieser Bundesliga-Saison, glich quasi seinem Markenzeichen: Nach einem gegnerischen Ballverlust schickte Forsberg den pfeilschnellen Leipzig-Stürmer steil, der im direkten Duell mit Hannovers Torwart Esser erster Sieger blieb. Das zeigt auch, was Werners Coach Ralf Rangnick immer wieder betont: "Das angeborene Torjäger-Gen verlierst du nicht. Schon gar nicht in so jungen Jahren", lobt der erfahrene Mann auf der Leipziger Trainerbank seinen Topstürmer. Gerade in der Kombination mit Spielmacher Forsberg ist Werner kaum zu bremsen: "Ich freue mich, dass ich derjenige sein darf, der am Ende der Kette steht und seine Bälle verwerten darf", gibt sich der Leipziger Angreifer bescheiden und unterschlägt dabei seinen eigenen Anteil. Denn: Bei aller Finesse der Vorbereitung braucht es jemanden, der diese dann entsprechend veredelt. Und darin ist Timo Werner so gut wie kaum jemand anderes in der Bundesliga – auch im September.

Thorgan Hazard (25, ST, Borussia Mönchengladbach)

Nach durchwachsener Vorsaison ist Borussia Mönchengladbach in dieser Spielzeit stark aus den Startlöchern gekommen. Dabei ragte vor allem ein Mann heraus: Der Belgier Thorgan Hazard ist in der Offensivabteilung der Rheinländer wichtiger denn je. Mit seinen Tempodribblings, seinen technischen Fähigkeiten (nahezu drei Viertel seiner Pässe kommen an) und seinen Abschlussqualitäten lässt der 25-Jährige die Abwehrreihen der Gegner häufig ziemlich alt aussehen.  Jeweils ein Tor gegen Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg, dazu noch eine Vorlage beim Heimsieg über Frankfurt, im September an insgesamt zwölf Chancen beteiligt – Hazard ist in dieser Verfassung der Antreiber der Mönchengladbacher "Abteilung Attacke". Das lässt auch seinen Trainer Dieter Hecking nicht ungerührt zurück: "Die Saison fängt gut für ihn an mit drei Toren im Pokal und drei Toren in der Liga. Das gibt ihm Selbstvertrauen, das spürt man", lobt der Borussia-Coach seinen Angreifer. Selbstvertrauen, das Hazard auf und auch neben dem Platz ausstrahlt. "Ich habe letzte Saison 10 Treffer gemacht – diese Marke will ich diese Saison unbedingt übertreffen", erklärt der Mönchengladbacher Außenstürmer sein ambitioniertes Ziel. Schon in der vergangenen Spielzeit hätten es noch ein paar mehr Tore sein können, verließen Hazard vor dem Tor doch öfters die Nerven. Daran hat er gearbeitet – und zeigte durch seine Quote im September: In Sachen Chancenverwertung hat der Belgier mittlerweile die Ruhe weg!

Alassane Plea (25, ST, Borussia Mönchengladbach)

Einen echten Mittelstürmer: Das hatten sich die Verantwortlichen und Fans von Borussia Mönchengladbach vor der Saison gewünscht. Alassane Plea, Neuzugang vom französischen Spitzenclub OGC Nizza, sollte im Sturmzentrum der "Fohlen" für die entsprechende Durchschlagskraft sorgen. Nach dem September ist jedem Beobachter klar: Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Gegen Augsburg machte Plea zum Start in den abgelaufenen Monat sein Premierentor in der Bundesliga, danach drehte der 25-jährige Angreifer richtig auf. In der Englischen Woche war der 1,81 Meter große Franzose in jedem Spiel erfolgreich, traf in Berlin und in Wolfsburg sowie beim 3:1-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt. Besonders sein wunderbarer Schuss in Wolfsburg beeindruckte nicht nur die Zuschauer. "Es ist toll, dass er sofort zeigt, warum wir ihn geholt haben. Wir haben uns bei Alassane sehr viele Gedanken gemacht. Er ist ein besonderer Stürmertyp, den wir so noch nicht hatten", schwärmt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl von seinem Neuzugang. Zug zum Tor, stark mit dem Ball und im Zweikampf, dazu athletisch auf hohem Niveau: Plea zeigt bereits nach wenigen Auftritten, dass er das "Gladbach-Gen" (O-Ton Eberl) hat. Mit vier Treffern ist der Franzose nach Ablauf des vergangenen Monats der torgefährlichste Neuzugang der Bundesliga. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Torausbeute. Ich fühle mich sehr wohl im Team und auf der Position, die ich spiele", bekundete Plea zuletzt. Das lässt sich auch locker an den Zahlen ablesen: Borussia hat wieder einen echten Mittelstürmer!