Freiburg - Der SC Freiburg ist neben Mainz und Hannover eines der Überraschungsteams der bisherigen Saison. Als Abstiegskandidat gehandelt, haben die Badener nach dem siebten Spieltag bereits zwölf Zähler auf dem Konto - vier mehr als der FC Bayern.

Nach dem 3:2-Sieg des SCF gegen den FC Köln erklärt Cédric Makiadi den Lauf der Breisgauer.

Frage: Herr Makiadi, Sie haben es heute spannender gemacht als es nötig gewesen wäre.

Cédric Makiadi: Ja, das war das befürchtet schwierige Spiel, die Kölner haben die Räume im Mittelfeld sehr eng gemacht. Es war uns klar, dass sie versuchen, den Kombinationsfußball zu unterbinden, den wir gegen Schalke gezeigt haben. Und Sie haben Recht, gegen Ende wurde es noch mal spannend. Irgendwie schaffen wir es jedes Mal, dass wir am Schluss noch mal zittern müssen.

Frage: Doch dann schlug Papiss Cissé zu...

Makiadi: Ja, der hat wirklich einen Lauf und kann zur Zeit machen, was er will. Der haut die Dinger rein. Wenn man so einen hat, tut das schon gut.

Frage: Trotzdem wurde es ja schon vor der Halbzeit noch mal eng.

Makiadi: Wir haben das Spiel eigentlich im Griff gehabt. Und dann kriegen wir so ein Tor. Eigentlich hätten wir da nichts mehr anbrennen lassen dürfen. Es ist ja klar, dass die Kölner dann noch mal Druck machen.

Frage: Direkt nach dem Wiederanpfiff hatte Cissé dann die erste Riesenchance.

Makiadi: Sie meinen den Pfostenschuss. Ja, da hätte er dafür sorgen können, dass wir einen ruhigen Nachmittag verbringen. Stattdessen kriegen wir das 2:2 quasi im Gegenzug und mussten dann noch mal zittern.

Frage: Den Eindruck hatte man gar nicht.

Makiadi: Ich glaube, wir sind mittlerweile so gefestigt, dass wir auch nach dem 2:2 ruhig geblieben sind. Wir haben immer gewusst, dass wir das Spiel noch gewinnen können, wenn wir Gas geben. Wir glauben an uns.

Frage: In der Tat hatte Köln kaum wirkliche Torchancen - abgesehen von denen, die zu den Toren geführt haben.

Makiadi: Die Abwehr stand sicher, fand ich. Die meisten hohen Bälle haben wir klar gewonnen, ich hatte keine Angst, dass wir noch ein drittes Tor kriegen.

Frage: Was sagen Sie zu Mainz 05? Wenn die nicht so einen Lauf hätten, wären Sie jetzt das Überraschungsteam der Liga.

Makiadi: Kann sein, aber das interessiert uns nicht. Die Mainzer spielen eine super Saison und gewinnen ihre Spiele. Mit uns hat das aber nicht viel zu tun. Wir können auch sehr zufrieden sein. Zwölf Punkte aus sieben Spielen sind für Freiburg doch super.

Frage: Von der Dramaturgie her war das Spiel wie gemalt für die Zuschauer...

Makiadi:: ...prima. Aber davon kriegen wir auf dem Platz nichts mit. Da hat man nur den Gegner und den Ball vor sich und versucht, den nächsten Zweikampf zu gewinnen.

Frage: Ein kurzes Fazit, bitte. Was hat heute den Unterschied zum Gegner ausgemacht?

Makiadi: Ich denke, wir haben den Sieg einfach mehr gewollt als die Kölner.

Aufgezeichnet von Christoph Ruf