Kaiserslautern - Die Gemütslage bei den Spielern von Borussia Dortmund ließ nur wenige Fragen offen. "Wir sind schon enttäuscht, dass wir nicht drei Punkte geholt haben", erklärte BVB-Torschütze Sven Bender nach anstrengenden 92 Minuten auf dem Betzenberg in Kaiserslautern.

Der Grund für die Niedergeschlagenheit der Dortmunder war die Schlussphase einer typischen Betzenberg-Begegnung.

"Wir haben uns ungeschickt angestellt"

Nachdem Bender die Borussen mit seinem ersten Bundesligator in Führung gebracht hatte (82.), sah der serbische Nationalspieler Neven Subotic in der 85. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Dann sorgte Jan Moravek mit seinem "Sensationstor" (BVB-Trainer Jürgen Klopp) für den Endstand und sicherte den abstiegsgefährdeten "Roten Teufeln" den ersten Punkt nach zuletzt drei Niederlagen.

"Ob mit zehn oder mit elf Mann: Wir haben uns ungeschickt angestellt, bei einer Standardsituation kurz vor Schluss darf eigentlich nichts mehr passieren", konstatierte Bender.

Borussen-Trainer Klopp erkannte das Endergebnis hingegen als "gerecht" an. "Wenn wir in dieser Saison gut spielen, gewinnen wir. Wenn wir nicht so gut spielen, dann spielen wir unentschieden und wenn wir schlecht spielen, verlieren wir. Wir müssen wieder besser spielen, dann klappt es auch wieder", analysierte Klopp.

Lob für den Gegner

Es war nicht so, dass seine Mannschaft schlecht gespielt hätte. Aber eben auch nicht so gut wie gewohnt. Das lag an vielen Faktoren. Zum einem war der schlechte Platz Gegner aller Spieler an diesem Tag. Zum anderen aber erwiesen sich die Lauterer durch ihre aggressive Spielweise als unbequemer Gegner.

"Das ist keine schlechte Mannschaft, da haben sich auch andere schon schwer getan", erklärte Bender und Klopp fügte hinzu: "Die Lauterer sind uns mit ihrer Spielweise nicht gerade entgegengekommen."

Weil die Dortmunder ungewohnt viele Fehlpässe spielten, kamen sie nicht zu so vielen Torchancen wie sonst. "Solche Spiele gibt es", sagte Bender, "wir haben aber den Kampf gut angenommen, den uns die Lauterer aufgezwängt haben. Sich drei, vier Chancen gegen einen solchen Gegner herauszuarbeiten, ist nicht schlecht."

Vorsprung auf die Verfolger bleibt komfortabel

Es war das zweite Remis hintereinander für die Dortmunder und das erste im zwölften Auswärtsspiel (zehn davon hat der BVB gewonnen). Der Abstand zum ersten Verfolger aus Leverkusen beträgt zehn Punkte. Das ist immer noch komfortabel. Der BVB-Meister-Express macht also nur einen Zwischenstopp. Dass die Konkurrenz zwei Punkte gut gemacht hat, verbreitet in Dortmund nun keine Angst. "Wir müssen uns keine Sorgen machen. Wenn die keinen Sonntagsschuss kurz vor Schluss machen, gewinnen wir hier dieses Kampfspiel", meinte Nationalspieler Mats Hummels.

Ihre Linie wollen sie sich durch ein spätes Gegentor nicht kaputt machen lassen. "Wir haben noch so viele Möglichkeiten, drei Punkte zu holen, das ist ja immer unser Ziel", sagte Bender und fügt hinzu: "Wir wollen immer unser Ding durchziehen." Schon nächste Woche haben sie dazu Gelegenheit: Dann kommt St. Pauli nach Dortmund.

Tobias Schächter