Köln - Acht Spieltage sind in der aktuellen Saison gespielt. Die zahlreichen Neuzugänge der Bundesliga hatten also schon mehrfach die Möglichkeit, sich zu beweisen. Zeit für ein erstes Zwischenfazit. bundesliga.de zeigt, welche Transfers besonders gut eingeschlagen haben.

Douglas Costa

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Auf keinen Spieler passt derzeit die Beschreibung "Flügelflitzer" so wie wie auf ihn. Auf der linken Außenbahn läuft Douglas Costa beim FC Bayern München allen davon. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 34,2 km/h entwischt er dabei fast jedem Verteidiger. Er schlägt dazu noch unzählige Flanken, 39 sind es mittlerweile. Der brasilianische Nationalspieler ist optimal mit Bayerns Offensive eingespielt - und gehört zusammen mit Gladbachs Raffael zu den Topvorbereitern der Bundesliga. Fünf der 28 Bayern-Tore legte er vor, dazu sechs weitere Großchancen.

Doch auch vor Zweikämpfen scheut sich Costa nicht. Er gewann 53 Prozent seiner Duelle, sehr stark für einen Spieler, der so oft ins Dribbling geht. Und von seinen vielen Dribblings waren ganze 59 Prozent erfolgreich! Seit seinem Transfer von Schachtar Donezk zum deutschen Rekordmeister stand er in jedem Pflichtspiel in der Startelf - für die verletzten Franck Ribery und Arjen Robben wird ein Comeback bei solcher Konkurrenz sicher nicht einfach.

Julian Weigl

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Beim TSV 1860 München saß er in der letzten Saison noch einige Male auf der Bank, stand sogar zwei Mal gar nicht im Kader. Eigentlich war der junge Spieler auch bei Borussia Dortmund im defensiven und zentralen Mittelfeld eher eine Alternative für Nuri Sahin, Sven Bender und Neuzugang Gonzalo Castro. Schwer vorstellbar, wenn man den 19-Jährigen - der beim BVB bisher immer in der Startelf stand - heute den Takt angeben sieht. Bayern-Coach Pep Guardiola attestiert dem U21-Nationalspieler gar die Tauglichkeit für die Nationalmannschaft und Thomas Tuchel ist begeistert von seinen Fähigkeiten. Die Presse nennt ihn "elegant wie Beckenbauer".

Es ist beeindruckend, wie schnell sich Julian Weigl im Team eingefunden hat. Im Spiel wirkt er ruhig und abgeklärt. Seine überlegten Pässe kommen fast immer an - nur zehn Prozent Fehlpässe sind Bestwert bei den Dortmundern. Im Schnitt ist er pro Spiel 95 Mal am Ball – zusammen mit Ilkay Gündogan gibt er im Dortmunder Spiel den Rhythmus an.

Anthony Modeste

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Ein bisschen traurig waren die Fans des 1. FC Köln im Sommer, als Stürmer Anthony Ujah den FC in Richtung Bremen verließt. Davon ist spätestens seit dem ersten Pflichtspiel nichts mehr zu spüren. Neuzugang Anthony Modeste, den man von der TSG Hoffenheim holte, traf beim 4:0 im Pokal in Meppen gleich drei Mal. Modeste schoss am ersten Spieltag in Stuttgart außerdem sein erstes Bundesligator für die Domstädter und bereitete auch gleich noch eins vor. Dieser Lauf setzte sich weiter fort. Mittlerweile sammelte er acht Scorerpunkte - sechs Tore und zwei Vorlagen. Die Kölner haben auch wegen Modeste mehr als doppelt so viele Tore wie nach dem 8. Spieltag der Vorsaison.

Insgesamt war Modeste sogar an 11 der 17 Kölner Pflichtspieltoren dieser Saison beteiligt. Vier Mal hat er den 1. FC Köln in der Bundesliga schon auf die Siegerstraße geschossen, kein anderer Bundesligaspieler traf in dieser Saison so oft zum 1:0 wie Modeste. "Ich habe am Anfang der Saison gesagt, dass ich zwischen 10 und 15 Tore schießen will", sagte der Stürmer im Interview mit France Football. Ein Ziel, dass der Franzose erreichen wird, wenn er so weitermacht.

Johannes Geis

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"Er ist trotz seines Alters bereits einer der besten Sechser der Liga", brachte es André Breitenreiter, Trainer vom FC Schalke 04, schon vor dem ersten Spieltag kurz und knapp auf den Punkt. Der mittlerweile 22-jährige Johannes Geis wechselte vom 1. FSV Mainz 05 nach Gelsenkirchen. Seine Qualitäten machten ihn zu einem der umworbensten Spieler in der Bundesliga - Schalke sicherte sich den Youngster. Seinen Stammplatz im königsblauen Trikot hat er erobert. Geis stand in allen acht Bundesliga-Spielen dieser Saison in der Startelf und wurde nur einmal kurz vor Schluss ausgewechselt.

Kein Wunder: Geis setzt aus dem defensiven Mittelfeld heraus viele Akzente im Spiel nach vorne. Er ist ein echter Stratege und Ballverteiler und spielt präzise lange Pässe. In dieser Saison schlug er ligaweit von allen Feldspielern die meisten Bälle über große Distanzen - 72! Außerdem bereitete er die meisten Schalker Torschüsse (24) vor, er ist schließlich der Mann für die Standards bei den Knappen. Seine beiden Torvorlagen gab er jeweils per Ecke für Joel Matip.

Vedad Ibisevic

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Bei Hertha BSC feiert Vedad Ibisevic eine Art Comeback. Beim VfB Stuttgart war der Bosnier in der letzten Spielzeit kaum noch auf dem Platz zu sehen. Nach Startproblemen verpasste er neun Partien mit einem Ermüdungsbruch. Richtig zurück kam er danach nicht mehr. In der Rückrunde stand er insgesamt nur 173 Minuten auf dem Feld, kam an zehn Spieltagen gar nicht zum Einsatz und wurde am Ende gar aus dem Kader gestrichen. Tore? Fehlanzeige.

In Berlin scheint sich der Knoten nun gelöst zu haben. Der 31-Jährige agiert selbstbewusst, eine erste Einwechslung am vierten Spieltag hatte vier Startelfeinsätze zur Folge. Ibisevic ackert fleißig auf dem Platz, läuft durchschnittlich 11,4 Kilometer, sprintet 22,6 Mal und gewinnt 67,8 % seiner Zweikämpfe. Soviel Einsatz wird belohnt: Am 6. und 8. Spieltag schoss er die Berliner jeweils mit einem Doppelpack zum Sieg.

Helge Winter und Tobias Anding