Köln - Das erste Viertel der Saison ist vorbei, die Bundesliga macht aufgrund der Länderspiele eine Pause. Bei den Clubs ziehen Verantwortliche und Spieler ein erstes Resümee. Einige Clubs hätten zwar etwas mehr von den ersten acht Spieltagen erhofft, andere sehen sich voll im Plan. bundesliga.de hat für Sie Stimmen und Meinungen der Clubs der unteren Tabellenhälfte gesammelt.

Zurücklehnen verboten

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Der SV Darmstadt 98 kann "mit der Punktzahl und dem Platz sehr gut leben", so Trainer Dirk Schuster. Lediglich "das letzte Spiel gegen Mainz bleibt ein kleiner Wermutstropfen". Das Spiel habe gezeigt, dass die Lilien "nur eine Chance haben, wenn jeder 100 Prozent abrufen" kann. Jerome Gondorf ist sich sicher, dass "nur wenige" den Darmstädtern "diese Punktzahl zugetraut" haben. Und Aytac Sulu erklärt, das sei "ein Ergebnis harter Arbeit und eines intakten Mannschaftsgefüges". Das hieße aber nicht, "dass wir uns jetzt zurücklehnen".

Trotz der Niederlage in Berlin ist man beim Hamburger SV guter Dinge. Man habe "in dieser Saison einen Schritt nach vorne gemacht", ist sich Trainer Bruno Labbadia sicher. Dies würde auch von anderen wahrgenommen. Weshalb "Mannschaften wie Frankfurt, Schalke oder auch Berlin mit dem Fokus auf ihrer defensiven Ordnung" gegen den HSV agieren würden. Man wolle so "weitermachen". Und weiter an sich arbeiten, "um den nächsten Schritt zu schaffen".

Für Eintracht Frankfurt ist aktuell ein Platz im Tabellenmittelfeld drin. "Mit zwölf Punkten, also drei mehr, wäre es ein guter Start gewesen", konstatiert Armin Veh. Der Trainer will aber "nichts dramatisieren". Er "habe den Glauben an die Mannschaft nicht verloren". Manager Bruno Hübner sieht ein, dass die "letzten eineinhalb Spiele nicht optimal" waren. Davor sei es zumindest "zufriedenstellend" gewesen. Die Eintracht hätte angedeutet, "richtig guten Fußball spielen zu können".

Die Tendenz zeigt nach oben

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Bei Borussia Mönchengladbach hätte das erste Saisonviertel kaum unterschiedlicher ausfallen können. Auf fünf Niederlagen folgten zuletzt drei Siege. "Die Tendenz der vergangenen Wochen" sei "die richtige", sieht daher auch Sportdirektor Max Eberl. Das Ziel vor der Saison sei "die Einstelligkeit" gewesen. Da wolle man "auch wieder hin". Lars Stindl will jetzt "das Positive mitnehmen". Man müsse aber "weiter daran arbeiten, dass es so bleibt".

Vier Niederlagen in Folge: Beim SV Werder Bremen ist momentan der Wurm drin. Philipp Bargfrede beklagt, dass die Mannschaft es sich "selbst kaputt gemacht hat in den letzten Spielen". Man habe aber "den Willen, diesen Bock jetzt wieder umzustoßen und eine positive Serie einzuleiten." Werder habe "im Moment nicht die Form", im Moment gäbe es "ein Tief", erkennt auch Sportchef Thomas Eichin. Man müsse "jetzt einen Mittelweg aus Gelassenheit und Ernsthaftigkeit finden, um diese Situation zu lösen".

Unter den eigenen Erwartungen blieb bis jetzt auch die TSG 1899 Hoffenheim. Nur einen Punkt Differenz zu den Abstiegsrängen haben die Kraichgauer auf dem Konto. Die letzten drei Partien mit einem Sieg und zwei Remis liefen allerdings besser. Pirmin Schwegler findet die "Ausbeute aus diesen drei Spielen okay". Es wäre allerdings "auch noch mehr drin" gewesen. Sechs Punkte aus acht Spielen seien "einfach nicht genug". Die Unzufriedenheit ist bei Schwegler aktuell "größer als das positive Gefühl, drei Mal nacheinander gepunktet zu haben".

Kampf um jeden Zähler

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In der Bundesliga ist der FC Augsburg in dieser Saison noch nicht in Fahrt gekommen. Nur einen Dreier haben die Fuggerstädter bisher eingefahren. Rechtsverteidiger Paul Verhaegh wusste, dass es "eine schwierige Saison werden würde". (Zum vollständigen Interview). Die Mannschaft könne damit aber umgehen. Man sei "in einer Phase", in der man "jeden Punkt braucht". Das sei wichtig für "die Moral und das Selbstvertrauen der Jungs". Es sei "im Moment nicht einfach", aber man werde "weiter um jeden Punkt kämpfen".

Erst am 8. Spieltag holte Hannover 96 den ersehnten ersten Saisonsieg. Das 1:0 gegen Werder Bremen sei "ein echter Brustlöser für alle in Hannover" gewesen, gibt Trainer Michael Frontzeck zu. Man werde "in den nächsten Wochen sehen, welche Strahlkraft das hat". Er "habe viele gute Dinge gesehen, aber auch noch eine Menge Arbeit".

Der VfB Stuttgart hat nach dem 8. Spieltag die Rote Laterne. Trotz eines Remis am letzten Spieltag ging es in der Tabelle bergab, weil Hannover 96 drei Zähler einfuhr. "Wir müssen einfach Spiele gewinnen", weiß auch Emiliano Insua. Der Linksverteidiger beklagt, dass der VfB die "sehr vielen Gelegenheiten in dieser Saison" nicht genutzt habe.

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