München - Den Spielern des FC Bayern München schienen schon vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 die nötige Entschlossenheit und der unbändige Wille zum Siegen abhanden gekommen zu sein. Unmittelbar vor dem Anpfiff gegen die Rheinhessen zerstörte der Sieg von Borussia Dortmund im Revierderby bei Schalke 04 endgültig die letzten Hoffnungen der Münchner auf ein Eingreifen in den Titelkampf.

"Nach dem Mittwoch-Spiel war die Meisterschaft natürlich schon weit weg und vor dem Spiel haben wir gewusst, dass sie schon wieder gewonnen haben.", beschrieb Arjen Robben die aussichtslose Lage des deutschen Rekordmeisters nach dem . "Wir haben gespielt um zu gewinnen, aber das war schwierig", fügte der Niederländer etwas enttäuscht hinzu.

"Wir haben ein schlechtes Spiel gezeigt"



Das lag zum einen daran, dass FSV-Trainer Thomas Tuchel wieder einmal ein Erfolgsrezept fand, das Münchner Spielsystem aus den Angeln zu heben. "Wir sind nicht gut in die Spitze gekommen, haben nicht flüssig gespielt und Mainz hat das taktisch gut gemacht. Sie haben uns gestört und am Ende muss man sagen, dass wir ein schlechtes Spiel gezeigt haben", resümierte Toni Kroos ernüchtert.

Zum anderen war bei Jupp Heynckes Schonung für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions-League am kommenden Dienstag gegen Real Madrid angesagt. Der FCB-Coach verzichtete in seiner Startaufstellung mit Philipp Lahm, Luiz Gustavo, Toni Kroos, Franck Ribery und Mario Gomez gleich auf fünf Akteure, die am vergangenen Mittwoch gegen Borussia Dortmund noch von Beginn an auf dem Platz standen und am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) wieder für mächtig Dampf sorgen sollen.

Vorfreude auf Madrid



Für den großen Traum, den Einzug ins Champions-League-Finale im eigenen Stadion, sollen alle Kräfte mobilisiert werden. "Unser Fokus muss jetzt auf Dienstag liegen. Ein paar Spieler hatten die Gelegenheit, zu pausieren und am Dienstag topfit zu sein, und das wollen wir zeigen", gab Kroos die Parole gegen die "Königlichen" aus.

Philipp Lahm, der gegen die Nullfünfer über 90 Minuten auf der Bank geschont wurde, war die Vorfreude auf das Highlight mit den Spaniern förmlich anzumerken: "Da kann man sich einfach nur drauf freuen. Das ist ein Topspiel. Zwei Supermannschaften treffen aufeinander, im Halbfinale der Champions League. Für einen Spieler gibt es wenig Schöneres."

Die Madrilenen haben in der spanischen Liga in 33 Spielen bereits 107 Tore erzielt. Der Bayern-Kapitän, der vor der Offensive von Real Madrid "Respekt" aber keine "Angst" hat, sieht den Schlüssel zum Erfolg dennoch in einer herausragenden Defensiv-Leistung: "Wir müssen natürlich eine Topleistung abrufen. Vor allem in der Defensive müssen wir sehr, sehr organisiert spielen."

"Mit Herz und Leidenschaft"



Bayern-Manager Christian Nerlinger hakte das nationale Titelrennen offiziell ab und verwies vehement auf die beiden noch offenen Wettbewerbe: "Wir haben jetzt tolle Möglichkeiten, eine hervorragende Saison noch zu spielen. Das sind die, die wir in der Champions League und auch noch im DFB-Pokal haben."

Dafür müssen die Münchner allerdings ihre lethargische Darbietung aus dem Spiel gegen Mainz so schnell wie möglich aus den Köpfen streichen und mit Hingabe und Aufopferung den "Königlichen" über 90 Minuten Paroli bieten. Flügelflitzer Robben versprach jedenfalls einen ganz anderen Auftritt: "Am Dienstag werden wir mit Herz und mit Leidenschaft auftreten!"

Aus der Allianz Arena berichtet Benedikt Büschleb