Sinsheim - Huub Stevens war nicht nur "nicht zufrieden", der Trainer des FC Schalke 04 war über die Leistung seiner Mannschaft beim am vergangenen Sonntag sogar "enttäuscht".

Klaas-Jan Huntelaar bewahrte mit seinem Ausgleich per Strafstoß zehn Minuten vor dem Abpfiff die "Königsblauen" vor einer Niederlage; es war bereits der 23. Treffer des Niederländers in der Liga. Sejad Salihovic hatte die Hoffenheimer in der 29. Minute ebenfalls durch einen Elfmeter in Führung gebracht. "Wir waren unkonzentriert, hatten unnötige Ballverluste - das war nicht das Schalke, das ich mir vorstelle. In der zweiten Hälfte war es etwas besser, aber auch noch nicht das Niveau, das wir erwarten. So gesehen müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein", haderte Trainer Stevens.

"Verpasste Chance"



Schalkes Manager Horst Heldt ärgerte sich viel mehr über die "verpasste Chance nach der Steilvorlage aus Hannover." Mit einem Sieg hätten die bei Hannover 96 unterlegenen Mönchengladbacher im Rennen um die direkte Champions-League-Teilnahme noch deutlicher distanziert werden können. So aber liegen zwischen Schalke auf Rang 3 und Gladbach auf Rang 4 nur drei Punkte.

"Wir hätten uns ein Polster zulegen können", ärgerte sich Heldt. Noch sind sechs Spiele in der Liga zu spielen, für die nächste Partie in der Liga am kommenden Sonntag gegen Hannover 96 sind Jermaine Jones nach seiner zehnte und Joel Matip nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Doch davor steht ja noch Pflichtspiel Nummer 45 für den FC Schalke an, kommenden Donnerstag im Europapokal bei Athletic Bilbao.

Bilbao in Köpfen und Beinen



Vor allem in der ersten Halbzeit schien den Schalker Spielern in Hoffenheim noch die 2:4-Niederlage in der Europa League gegen Athletic Bilbao vom vergangenen Donnerstag in den Köpfen und den Beinen zu stecken. Doch vor allem die körperliche Belastung wollte Stevens nicht als Entlastung für die unspektakuläre Leistung seiner Spieler gelten lassen: "Ein Profi muss drei Spiele in einer Woche aushalten, das ist keine Entschuldigung", knurrte Stevens nach dem mauen Auftritt in Baden.

Schalkes Manager Horst Heldt vermutete indes, der Nackenschlag gegen Bilbao sei vielleicht noch nicht aus den Köpfen gewichen gewesen. Dass die Schalker den Rückstand in Spanien noch aufholen, scheint angesichts des Vorsprungs und der starken Leistung der Spanier kaum noch möglich. Huub Stevens jedenfalls sagt: "Ich glaube nicht an Wunder. Aber wenn wir das schaffen, glaube ich wieder an Wunder."

Entscheidung für die Zukunft



Das Tor der Schalker wird in Bilbao wie in Hoffenheim Lars Unnerstall hüten. Trainer Huub Stevens hatte in Hoffenheim eine Entscheidung "für die Zukunft" getroffen, indem er statt dem 36 Jahre alten Mathias Schober den 21-jährigen Lars Unnerstall nominiert hatte. Der Arzt habe sein Okay gegeben, der Junge gut trainiert, da war klar, dass er spiele, erklärte Stevens.

Schober hatte gegen Bilbao nach seiner Einwechslung für den verletzten Timo Hildebrand drei Treffer kassiert. Und weil neben Hildebrand auch Ralf Fährmann noch verletzt ist, meldete sich Unnerstall nach sechswöchiger Pause (Schulterverletzung) gerade rechtzeitig zurück. Auch er wird sich aber in Bilbao noch steigern müssen, soll das Wunder doch irgendwie geschafft werden.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter