Zum Auftakt des Premiere-Ligapokals duelliert sich am Samstag der KSC mit Schalke (ab 15 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

Fußballspieler und -trainer haben einen, zumindest leichten, Hang zum Aberglauben. Mal ist es der linke Schuh, der immer als erstes angezogen wird, mal ist es ein spezieller Anzug, der auf der Trainerbank getragen wird, mindestens so lange bis das eigene Team wieder verliert.

Becker hofft auf gutes Omen

Coach Edmund Becker gilt eigentlich nicht als besonders abergläubisch. Doch kurz vor dem ersten Viertelfinale im Premiere-Ligapokal 2007 zwischen seinem Karlsruher SC und dem FC Schalke 04 um 15:30 Uhr am morgigen Samstag in Düsseldorf bemüht auch der badische Fußballlehrer die Kräfte abseits des Logischen.

Die Erinnerung an eine Begegnung mit den "Knappen" vor gut einem Jahr interpretiert der gerade 51 Jahre alt gewordene Trainer - nicht ohne Augenzwinkern - als Zeichen, auch wenn die Partie damals mit 0:2 verloren ging.

"Im letzten Jahr haben wir ein 'normales' Vorbereitungsspiel gegen Schalke bestritten, und wie man weiß, haben beide Mannschaften eine sehr erfolgreiche Runde gespielt. Ich hoffe natürlich, dass diese Paarung wieder ein genauso gutes Omen für die kommende Saison ist", erzählt Becker im Interview mit bundesliga.de.

Neuzugänge bringen Qualität

Eine mangelhafte Vorbereitung kann sich der Zweitligameister jedenfalls nicht vorwerfen lassen. 42:0 Tore lautet die stolze Bilanz aus den Testspielen, allerdings durchgehend gegen unterklassige Gegner.

Die Neuzugänge Christian Timm, Stefan Buck, Alexander Iaschwili, Andreas Gölitz, Christopher Reinhard und Tamas Hajnal haben den Kader des Aufsteigers qualitativ verstärkt und bereits bleibende positive Eindrücke hinterlassen.

Hajnal trifft auf seinen Ex-Club

Für Hajnal bedeutet die Partie gegen Schalke ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Der Ungar spielte von 1997 bis 2004 in "Königsblau", der Durchbruch gelang ihm dort im jungen Alter noch nicht.

Inzwischen ist der 26-Jährige aber zum Führungsspieler gereift und soll beim KSC das durch den Abgang von Toptorjäger Giovanni Federico entstandene spielerische Vakuum füllen.

Daher will und muss Hajnal "Schalke jetzt nichts beweisen". Ihm geht es "allein um den KSC", bei dem er "das mir entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigen will".

Slomka erwartet schweren Gegner

Beim Gegner aus Gelsenkirchen sind die Erwartungen hoch nach dem Gewinn des Premiere-Ligapokals 2005, den Final-Teilnahmen 2001 und 2002 sowie dem Erreichen des Halbfinals im vergangenen Jahr. S04-Trainer Mirko Slomka freut sich auf das interessante Duell und nimmt die Herausforderung gegen den Aufsteiger gerne an.

"Die Karlsruher werden sich sicherlich mit vereinten Kräften gegen uns wehren. Immerhin ist dies sozusagen ihr erster Auftritt im Oberhaus", weiß Slomka. "Der Stellenwert des Ligapokals ist enorm hoch", so der Schalker Coach, der daher ein wesentlich intensiveres Spiel als in der Vorbereitung im Sommer 2006 erwartet.

Der Vizemeister weiß um seine Favoritenrolle und nimmt diese offensiv an. "Wir haben eine sehr gute Vorbereitung hinter uns und werden unsere Chance am Samstag nutzen", so Slomka.

Rafinha fehlt

Auch wenn die Generalprobe am vergangenen Mittwoch mit dem 1:1 gegen den Regionalligisten Dynamo Dresden nicht ganz gelang, waren die "Knappen" mit den Trainingslagern sehr zufrieden. Kapitän Marcelo Bordon spricht gar "von der besten Vorbereitung, die ich je erlebt habe".

Allerdings müssen die Schalker ohne Rafinha auskommen, der nach wie vor an einer muskulären Verletzung im rechten Oberschenkel laboriert.

Außerdem fehlen Slomka auch Dario Rodriguez und Gustavo Varela, die nach der Copa Amerivca noch im Urlaub weilen, sowie die U-19-EM-Teilnehmer Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Ralf Fährmann. Stürmer Kevin Kuranyi muss noch eine Rotsperre aus dem Finale 2005 absitzen.

Jones vor Pflichtspiel-Debüt

Dagegen soll Jermaine Jones nach seinem Debüt im Schalker Trikot beim Test gegen Dresden auch am Samstag zum Einsatz kommen.

Besonders freut sich Slomka auf die tolle Atmosphäre in der bis auf den letzten Platz gefüllten LTU arena in Düsseldorf: "Ich denke, das ausverkaufte Haus spricht für sich. Die DFL und Premiere haben einen attraktiven Wettbewerb auf die Beine gestellt."

Der Sieger aus der Begegnung zwischen dem KSC und Schalke 04 ist am Dienstag, 24. Juli, ein weiteres Mal gefordert., wenn das Halbfinale beim Pokalsieger 1. FC Nürnberg ansteht.

Denis Huber