München - Es geht zwischen dem SV Werder Bremen und dem VfB Stuttgart am 28. Spieltag nicht um die Champions-League-Plätze, auch die Europa League ist weit entfernt. Wenn die Hanseaten und die Schwaben aufeinander treffen, dann geht es für beide Mannschaften gegen den Abstieg.

Der VfB (29 Punkte) hat nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz, die Bremer (32) haben dank einer kleinen Erfolgsserie den Abstand auf vier Punkte zum FC St. Pauli (28) ausgebaut. Doch die magische "40-Punkte-Marke", die gemeinhin den sicheren Klassenerhalt bedeutet, ist noch weit entfernt.

Kleine Heimflaute bei Werder

Für die Bremer gilt es daher, die Serie von momentan vier Spielen ohne Niederlage fortzusetzen. Vor allem im eigenen Stadion wollen die "Grün-Weißen" mal wieder einen "Dreier" landen. Das gelang dem Team in der Rückrunde erst ein Mal. Aus den letzten drei Heimspielen holten die Bremer lediglich drei Remis.

Damit der Sieg gegen den VfB auch klappt, wollen die Bremer die Länderspielpause ausgiebig nutzen. "Man darf nicht vergessen, dass diese Trendwende unheimlich viel Kraft gekostet hat. Um aus der Negativ-Spirale rauszukommen, mussten wir einiges investieren. Deswegen wird uns diese Unterbrechung gut tun", meint Per Mertesacker, der selbst aber bei der Nationalmannschaft weilt. "Der Aufschwung liegt auch daran, dass einige Spieler, die in der Vorrunde nicht fit waren, so langsam in Fahrt kommen. Daran kann in den nächsten beiden Trainingswochen weiter gearbeitet werden."

Stuttgart will jetzt nicht nachlassen

Die Stuttgarter haben sogar eine noch bessere Ausbeute aus den jüngsten vier Partien vorzuweisen. Drei Siege und ein Remis stehen auf dem Tableau. Der VfB schaffte es dadurch von einem direkten Abstiegsplatz auf den 15. Rang.

Trotzdem ist dies kein Ruhekissen. "Durchatmen ist im Kampf um den Klassenerhalt grundsätzlich schwierig", erklärt Trainer Bruno Labbadia. "Ich bin mir bewusst, dass wir uns auf sehr dünnem Eis bewegen und nicht nachlassen dürfen."

Umso wichtiger wäre es für den VfB, gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg zu punkten. Zudem man mit drei Zählern zu den Hanseaten aufschließen könnte. "Meine Spieler haben den Kampf um den Klassenerhalt bedingungslos angenommen", meint Labbadia.

Torreiches Duell

Die Fans der beiden Teams sollten sich auf jeden Fall auf ein torreiches Spiel gefasst machen, denn in nur einer Partie aus der vergangenen neun Duellen fielen weniger als vier Tore.

Insbesondere die Hanseaten würden sich gerne für die bittere 0:6-Schlappe aus der Hinrunde revanchieren - in keiner anderen Partie gerieten die Bremer in dieser Saison so unter die Räder. Fehlen wird Werder dabei aber Stürmer Claudio Pizarro, der gelb-gesperrt zuschauen muss.

Jessica Pulter