Nach dem Sieg gegen den Deutschen Rekordmeister Bayern München (1:0) und der Last-Minute-Pleite beim Karlsruher SC (2:3) steht der Hamburger SV am sportlichen Scheideweg.

Ein Sieg gegen Arminia Bielefeld ist Pflicht, um die Konkurrenz nicht aus den Augen zu verlieren. Parallel kämpft Borussia Dortmund gegen Energie Cottbus um den Anschluss an die Spitzengruppe (So., ab 16:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

Jol erwartet ein "ganz enges Spiel"

"Wir werden aus unseren Fehlern gelernt haben und es am Wochenende besser machen", sagte HSV-Trainer Martin Jol mit Blick auf das 2:3 beim Karlsruher SC, warnte aber auch vor dem zuletzt überraschend stark aufspielenden Gegner. "Bielefeld ist gut in die Rückrunde gestartet. Ich bin sicher, dass es ein ganz enges Spiel wird."

Mit der gewohnten Heimstärke und trotz eines unfreiwilligen Stürmertausches will der HSV seine Aufgabe souverän erledigen. Das Fehlen von Topstürmer Mladen Petric (Rot-Sperre) kann Jol ohne Qualitätsverlust auffangen, da Ivica Olic nach abgesessener Sperre in die Mannschaft zurückkehrt. "Ich bin glücklich, dass er wieder da ist", sagte Jol.

Für leise Bedenken beim HSV-Coach sorgt ein anderer Torjäger: Bielefelds Artur Wichniarek hat einen für die Gegner beängstigenden Lauf, traf in den letzten drei Spielen. "Er hat über die Hälfte der Tore gemacht und spielt in unseren Überlegungen eine große Rolle", sagte Jol. Zudem haben die Arminen bei ihrem letzten Auswärtsspiel in Bremen (2:1) gezeigt, dass es auch auswärts mit dem Siegen funktioniert.

Zuhause noch ohne Niederlage

Aber alle Statistiken sprechen für die Hamburger. Neun Heimspiele, acht Siege und ein Unentschieden (1:1 gegen Schalke), 25 Punkte, zuletzt fünf Heimsiege in Serie, erst eine Heimniederlage gegen Bielefeld (Saison 2004/2005).

Kurzfristig muss Bielefeld-Trainer Michael Frontzeck drei Stammkräfte ersetzen. Rüdiger Kauf erlitt im Training einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk, Markus Schuler und Markus Bollmann können wegen eines grippalen Infekts nicht spielen. "Wir werden immer noch eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten können und versinken deshalb nicht in einem Tal der Tränen", sagte Frontzeck.

Klare Sache für den BVB?

Ähnlich viel spricht im zweiten Sonntagsspiel für den BVB, obwohl den Westfalen nach der schweren Verletzung von Mats Hummels (Außenbandriss im Sprunggelenk) in Felipe Santana und Neven Subotic nur noch zwei erfahrene Innenverteidiger zur Verfügung stehen. "Ein Riesenpech für Mats und ein Riesenunglück", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Cottbus ist für die Westfalen ein Lieblingsgegner. Die Dortmunder Remiskönige (neun Mal bereits) sind gegen die "Lausitzer" seit 296 Minuten ohne Gegentor und haben die letzten drei Duelle zu Null gewonnen. Und dass die Borussia schon wieder an einem Sonntag antreten muss, ist ausnahmsweise kein Grund zur Aufregung.

"Diesmal freuen wir uns, denn einige der Jungs kamen erst am Freitagmorgen zurück nach Dortmund", meinte Trainer Jürgen Klopp. Sieben Spieler waren im Länderspieleinsatz, am Sonntag soll Kapitän Sebastian Kehl erstmals seit November wieder von Anfang an spielen.

"Neue Chance nutzen"

Cottbus, das seine Punkte mit Vorliebe auswärts holt, vertraut auf Zweikampfstärke und hingebungsvollen Einsatz. "Wir wollen nicht nur in der Abwehr stehen, sondern vor allem auch gut laufen", sagte Trainer Bojan Prasnikar.

Verzichten muss Prasnikar auf die Langzeitverletzten Mariusz Kukielka und Vragel da Silva sowie Marco Kurth, die sich in der Rehabilitation befinden. Nils Petersen und Dusan Vasiljevic werden in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

"Wir haben in Dortmund eine neue Chance. Es gilt, an die guten Sachen aus den Spielen in Hoffenheim und gegen Hannover anzuknüpfen", traut Bojan Prasnikar seiner Mannschaft auch in Dortmund eine gute Leistung und Punkte zu.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburger SV - Arminia Bielefeld

Hamburg: Rost - Demel, Gravgaard, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Alex Silva - Pitroipa, Trochowski - Guerrero, Olic. - Trainer: Jol

Bielefeld: Eilhoff - Kucera, Herzig, Mijatovic, Rau - Kirch, Marx, Tesche, Kamper - Wichniarek, Katongo. - Trainer: Frontzeck

Schiedsrichter: Felix Brych (München)


Borussia Dortmund - Energie Cottbus

Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Santana, Subotic, Lee - Kehl - Boateng, Tinga (Kringe) - Hajnal - Valdez (Zidan), Frei. - Trainer: Klopp

Cottbus: Tremmel - Radeljic, Cagdas, Cvitanovic, Ziebig - Angelow, Rost - Sörensen, Skela, Iliev - Rangelow. - Trainer: Prasnikar

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)