Die Bewertung ist nach jeder Länderspielpause gleich: Auf der einen Seite freuen sich die Vereinstrainer, wenn vieler ihrer Spieler es auch in die jeweilige Nationalmannschaft schaffen. Andererseits leidet die Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel.

Auch beim Cheftrainer Bruno Labbadia von Bayer 04 Leverkusen ist dies nicht anders. Vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt sorgen die Länderspiele unter der Woche aber auch für zumindest zwei große Fragezeichen. Tranquillo Barnetta musste beim Sieg der Schweiz gegen Griechenland mit einer Schleimbeutelentzündung im Knie ausgewechselt werden.

Dum fällt aus

Arturo Vidal kehrt zwar mit einem 1:0-Sieg gegen Argentinien im Gepäck zurück, allerdings erst nach einer 21-stündigen Reise. Der Chilene wird daher direkt nach Frankfurt reisen und dort speziell behandelt. Was das alles für die Aufstellung bedeutet, ist für Bruno Labbadia noch offen: "Wenn ich Arturo Vidal zunächst auf die Bank setze, könnte er bei einer Einwechslung noch müder sein. Wenn ich ihn von Beginn an bringe, kann ich ihn später rausnehmen. Bei Barnetta ist es wohl nicht so schlimm, aber wir müssen abwarten, was die Ärzte sagen."

Ein Ausfall von Barnetta würde weitere Umstellungen mit sich bringen, da mit Sascha Dum die Alternative ausfällt. Im Training zog sich Dum einen Bänderriss im Knöchel zu und wird gegen Frankfurt definitiv fehlen.

"Berlin ist abgehakt"

Vor dem Duell mit dem Tabellenvorletzten betont Bruno Labbadia die Wichtigkeit der Partie. Schließlich verabschiedete sich Bayer 04 mit der gleichermaßen unglücklichen sowie unnötigen 0:1-Niederlage gegen Berlin in die Länderspielpause. "Ich war nicht über, sondern für die Mannschaft enttäuscht, dass sie sich nicht selbst belohnt hat. Deutschland hatte gegen Wales ein ähnliches Spiel, uns hat im Vergleich aber die Konsequenz gefehlt. Berlin ist abgehakt, denn wir können die Punkte nicht zurückholen, sondern nur die einfahren, die vor uns liegen", sagt Labbadia.

Drei Punkte im Visier

Der Fokus liegt nun ganz allein auf Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel hatte sich vor der Saison einen weiteren Schritt nach vorne erhofft, doch nach sieben Spielen ist Frankfurt die einzige Mannschaft ohne Sieg in der Bundesliga.

Eine Tatsache, die Bruno Labbadia aber nicht unbedingt als Vorteil bewertet: "Der Tabellenplatz und dass sie noch keinen Sieg haben, entspricht nicht der Qualität der Mannschaft. Auf der anderen Seite strotzt Frankfurt natürlich nicht vor Selbstvertrauen. Das Spiel ist sehr wichtig für uns, da es in der Tabelle noch alles sehr eng ist. Drei Punkte machen da viel aus und uns ist klar, dass wir sie brauchen."