Freiburg - Nach dem 0:2 in Freiburg, der zweiten Niederlage in Folge, herrscht beim FC Augsburg Nachdenklichkeit vor. Trainer Markus Weinzierl hadert noch lange nach Schlusspfiff mit der "unnötigen" Niederlage und fordert mehr Konzentration beim Abschluss.

Nach der 0:2-Niederlage seiner Augsburger stand Marwin Hitz in Badelatschen in der Interviewzone des Freiburger Stadions. Billige Wortspiele verbieten sich da natürlich, und dennoch hatte der FCA-Keeper ein paar unangenehme Fragen zu beantworten. "Ich glaube nicht, dass es etwas mit hohem Druck zu tun hat, dass wir hier verloren haben", sagte der Keeper, der natürlich auch wusste, dass die Augsburger Europa-Ambitionen nach den beiden Niederlagen gegen Freiburg und zuvor zu Hause gegen Mainz nicht plausibler geworden sind. "Es ist ärgerlich, dass wir in unserer starken Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit die Tore nicht gemacht haben."

Schlampige Defensive beim 0:1

Wohl wahr. Zumal der FCA hellwach in die Partie gegangen war. Gleich zwei Offensive attackierten in den ersten 20 Minuten den ballführenden Freiburger und zwangen den SC so zu Ballverlusten. Weniger gut lief es im Spiel nach vorne – wie bereits in der Vorwoche beim Spiel gegen Mainz (0:2) kam der letzte Pass zu selten durch, so dass Distanzschüsse wie der von Kapitän Daniel Baier herhalten mussten, um den exzellenten SC-Keeper Roman Bürki zu prüfen (34.).

Etwas anders sah das FCA-Trainer Markus Weinzierl, der zurecht darauf hinwies, dass sowohl Raul Bobadilla (45.) als auch Dominik Kohr (47.) dann doch gute Möglichkeiten hatten – zumindest derer zwei. "In der Phase vor und nach der Halbzeit hatten wir alle Trümpfe in der Hand. Zwei Chancen müssen reichen, um auswärts etwas mitzunehmen", ärgerte sich der FCA-Coach, der sich allerdings zurecht über Unkonzentriertheiten im Defensivverbund ärgerte.

Vor dem ersten Freiburger Treffer durch Jonathan Schmid rutschte ein Einwurf von Sascha Riether ungehindert bis in die gefährliche Zone der Augsburger durch, Oliver Sorg musste nur noch querschieben und verschaffte Schmid so eine gefährliche Schussposition – ein Setting, das nicht nur Weinzierl sondern auch alle anderen 17 Trainer der Bundesliga zur Weißglut bringen würde: "Und dann verteidigen wir beim ersten Gegentor fahrlässig und bekommen das 2:0 nach einem Konter. Dann ist das Spiel weg, nachdem wir es zwischen der 40. Und 60. Minute in der Hand hatten, in Führung zu gehen."

(Fast) alle Parameter sprechen für den FCA

Tatsächlich hatte der Gast aus Augsburg am Ende der Partie eine gute Bilanz vorzuweisen – mit Ausnahme des Ergebnisses. Satte 58 Prozent Ballbesitz hatte der FCA, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine gute Passquote (72 Prozent). Und dennoch war die Enttäuschung bei Spielern und Funktionären mit Händen zu greifen. "Leider fehlt uns vorne gerade etwas das Glück", stöhnte Offensivmann Tobias Werner. "Das müssen wir uns wieder erarbeiten." So sah es auch Dominik Kohr, der das "Gerede" von den internationalen Rängen an diesem Nachmittag nicht hören wollte: "Auch wenn wir nun zwei Spiele in Folge verloren haben, können wir und alle Fans die Situation realistisch einschätzen."

Zu dieser Einschätzung dürfte dann auch das zählen, was SC-Trainer Christian Streich noch zur Lage der Schwaben anmerkte. "Sie haben eine wahnsinnig gute Entwicklung hinter sich. Da kann man nur den Hut ziehen."

Christoph Ruf