München - Wussten Sie schon, dass sich die Anzahl der Fouls auf einem historischen Tiefstand bewegt, es aber trotzdem mehr Platzverweise gibt? Oder dass die Fans der Bundesliga auch in dieser Spielzeit wieder für einen neuen Rekord sorgen könnten? 153 Spiele der Saison 2011/12 sind absolviert - Zeit für eine ausführliche Hinrunden-Bilanz.

Im fünften und letzten Teil des bundesliga.de-Zwischenfazits geht es um den Andrang in den deutschen Stadien, Foulspiele und Platzverweise.

Erneut winkt ein neuer Zuschauer-Rekord

Die Bundesliga stellte 2010/11 einen neuen historischen Zuschauerrekord auf: 13.051.796 Zuschauer strömten in die Stadien (im Schnitt knapp 42.700 pro Spiel)! In der laufenden Saison kündigt sich bereits ein neuer Rekord an: Aktuell liegt der Schnitt bei sagenhaften 45.200 Zuschauern pro Partie. Möglich machen dies unter anderem die größeren Kapazitäten der Stadien der Aufsteiger Hertha BSC und FC Augsburg gegenüber denen der Absteiger Eintracht Frankfurt und FC St. Pauli - sowie die Tatsache, dass der 1. FSV Mainz in ein größeres Stadion umgezogen ist.

Bayern: Alle Heim- und Auswärtsspiele ausverkauft

Maßstäbe setzten weiter die Bayern, bei denen wie schon in den vorherigen drei Spielzeiten jedes Auswärtsspiel ausverkauft war. Aber auch die Münchner Allianz Arena war mit 69.000 Zuschauern immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Seitdem die Bayern in der neuen Arena spielen (Sommer 2005), war das Stadion in der Bundesliga nur zwei Mal nicht ausverkauft - dabei war der Spieltag jeweils unter der Woche (im Januar 2007 gegen Bochum und im November 2006 gegen Hannover).

Zuschauerkrösus BVB

Die meisten Zuschauer kamen allerdings zu den Heimspielen von Borussia Dortmund - im Schnitt 80.400 pro Spiel (insgesamt knapp über eine Million)! In der Bundesliga-Historie ist dies der beste Besucherschnitt aller Zeiten - die vorherige Bestmarke hielt ebenfalls der BVB (2003/04: 79.600 pro Spiel). Man muss bis in die Saison 1997/98 zurückgehen, um eine Spielzeit zu finden, in der der BVB nicht die meisten Zuschauer hatte (damals war es der FC Bayern). Die wenigsten Besucher kamen zu den Heimspielen des SC Freiburg - das kleine badenova-Stadion war allerdings meist rappelvoll.

Fair geht vor

Es ist eines der Lieblingsthemen von Bundestrainer Joachim Löw: Unnötige Fouls sollten vermieden werden und sind Ausdruck eines schlechten und wenig cleveren Zweikampfverhaltens. Es war nicht nur für ihn erfreulich, dass die Bundesliga 2010/11 die Saison mit den wenigsten Fouls seit Beginn der Datenerfassung 1993 erlebte - erstmals waren es in einer Spielzeit weniger als 10.000 (9.566). In der laufenden Saison ging der Schnitt zwar wieder leicht nach oben (31,7 Fouls pro Partie gegenüber 31,3 in der Vorsaison), am Saisonende wären es damit aber erneut deutlich unter 10.000 Fouls. Zum Vergleich: Bis 20005/06 waren über 12.000 Fouls pro Saison an der Tagesordnung - das ergibt eine Reduzierung um mehr als 20 Prozent.

Erneut viele Platzverweise

Es gab bislang so viele Platzverweise (40) wie zuletzt vor acht Jahren (Saison 2003/04: 43). Nur ein Team beendete kein einziges Spiel mit weniger als elf Spielern: Tabellenschlusslicht SC Freiburg... Die Anzahl der Grätschenfouls (406) war allerdings seit Beginn der Datenerhebung nie zuvor so niedrig wie aktuell.

Der "4. Offizielle" hat sich weiterhin bewährt

In der Saison 2003/04 wurde der 4. Mann im Schiedsrichtergespann eingeführt. In dieser Spielzeit wurden bisher nur vier Trainer während der Spiele auf die Tribüne geschickt (Marcus Sorg, Thomas Schaaf, Huub Stevens und Thomas Tuchel; in Stevens und Tuchel waren es zwei am 17. Spieltag) - in der letzten Saison ohne den "4. Offiziellen" (20002/03) waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits acht.






Teil 1: Von Überfliegern und Spannungsbögen

Teil 2: Treffsichere Ballermänner und junge Burschen im Tor

Teil 3: Nervenstarke Elfmeterschützen, weniger Torschüsse

Teil 4: Man spricht Deutsch