München - Die Enttäuschung über den geplatzten Traum vom Triple war kaum verflogen, da folgte der nächste Schock. Arjen Robben und Robert Lewandowski verletzten sich beim Halbfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund schwer. Trotzdem lebt beim FC Bayern München der Traum von einer Finalteilnahme in Berlin.

Vor der Verkündung der Diagnosen bat der FC Bayern München seine Fans zunächst, sich hinzusetzen. Die folgenden Tweets brachten die traurige Gewissheit: Arjen Robben fällt mit einem Muskelbündelriss bis Saisonende aus und Robert Lewandowski erlitt neben einer Gehirnerschütterung mehrere Brüche im Gesicht. Wann der Pole wieder auflaufen kann, ist noch ungewiss. Die Hoffnung auf einen Einsatz im Camp Nou am kommenden Mittwoch hat er aber noch nicht aufgegeben.

Ausfall zur Unzeit

Besonders bitter ist vor allem Robbens erneute Verletzung. Denn der Niederländer war gegen den BVB fünfeinhalb Wochen nach seinem Bauchmuskelriss erstmals wieder dabei. Doch sein Comeback dauerte nur eine gute Viertelstunde. "Eigentlich hat er einen sehr guten Eindruck gemacht. Er ist für uns ein ganz wichtiger Spieler", sagte Bastian Schweinsteiger. Gerade auf Robben ruhten die Hoffnungen der Bayern im Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona. Die Herausforderung wird nun noch größer, aber zunächst gilt es das bittere Pokal-Aus gegen den BVB aufzuarbeiten.

Erstmals überhaupt blieb der FC Bayern in einem Elfmeterschießen ohne Treffer. "Es ist immer bitter, so auszuscheiden", sagte ein sichtlich geknickter Schweinsteiger. "Trotzdem hatten wir genug Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden." Über weite Strecken der regulären Spielzeit und dann später in Überzahl in der Verlängerung dominierten die Münchner die Partie. Besonders der eingewechselte Schweinsteiger übernahm im Mittelfeld sofort die Chefrolle, hatte selbst die Chancen zum möglicherweise entscheidenden Treffer und war als Schütze des letzten Elfmeters vorgesehen. "Aber es sollte nicht sein", stellte der 30-Jährige fest.

Denn mit Lahms erstem Fehlschuss nahm das Unheil im Elfmeterschießen seinen Lauf. "Es gibt sicherlich bessere Momente auszurutschen, als beim Elfmeterschießen", haderte der Kapitän hinterher. "Klar, müssen wir das erst einmal verdauen. Wir hatten das große Ziel ins Pokalfinale einzuziehen."

Youngster als Optionen

Bei aller Enttäuschung über das Scheitern und die Verletzungen fürchten weder Schweinsteiger noch Lahm negative Nachwirkungen im Hinblick auf die Champions-League-Duelle mit Barcelona. "Das glaube ich nicht. Wir sind selbstbewusst", entgegnete der Vize-Kapitän. Und Kapitän Lahm fügte hinzu: "Wir brauchen nicht jammern, es geht weiter."

Vor dem wichtigen Spiel  im Camp Nou müssen die Bayern am Samstag bei Bayer 04 Leverkusen ran. Nach den neuerlichen Verletzungssorgen hat Trainer Pep Guardiola nicht viele Rotationsmöglichkeiten. Immerhin kehrten mit Javi Martinez und Medhi Benatia zuletzt zwei Spieler zurück. Und auch die Entwarnung bei Thiago, der gegen den BVB nur eine leichte Prellung erlitt, dürfte den Coach der Bayern positiv stimmen. Zudem brachten sich die Youngster Sinan Kurt (10 Dinge über Bayern-Juwel Sinan Kurt), der gegen Hertha BSC sein Bundesligadebüt feierte, und Mitchell Weiser zuletzt als ernsthafte Optionen in Stellung.

Die vielen Ausfälle sind für Guardiola ohnehin nichts Neues. "Die ganze Saison ist so", sagte der 44-Jährige. "Wir werden unsere Situation für das Spiel in Leverkusen, aber vor allem für das in Barcelona analysieren, um dort weiterzukommen." Kapitän Lahm hat jedenfalls vollstes Vertrauen in seinen Trainer. "Das ist die Aufgabe des Trainers, der darin große Erfahrung hat", sagte Lahm und gab sich für die Königsklasse kämpferisch: "Wir haben noch eine Chance in ein Finale nach Berlin zu kommen. Und die wollen wir nutzen."

Aus München berichtet Maximilian Lotz