Lukas Schmitz kommt bislang auf drei Einsätze bei den Schalker Profis
Lukas Schmitz kommt bislang auf drei Einsätze bei den Schalker Profis
Bundesliga

"Zuletzt lief es ganz gut..."

Er ist mit 20 Jahren einer der viel gelobten Youngster beim FC Schalke 04 - und seit Samstag ist er auch Derbysieger: Lukas Schmitz.

Über die TSG Sprockhövel und den VfL Bochum war Lukas Schmitz zu Saisonbeginn nach Schalke gekommen - eigentlich eingeplant für die zweite Mannschaft. Doch Felix Magath holte den Mittelfeldspieler in den Profikader und schickte ihn beim Erzrivalen BVB schon zum dritten Mal in Folge mit der Startelf aufs Feld.

Wie der 20-Jährige sein erstes Revierderby erlebt hat, was ihn zusätzlich angespornt hat und welche Defizite er trotz des Sieges noch im Schalker Spiel sieht, darüber spricht Lukas Schmitz im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Schalke konnte schon den vierten Saisonsieg feiern - und dann noch in Dortmund!

Lukas Schmitz: Letztlich geht es immer um drei Punkte und auch im Derby gibt es nicht mehr Zähler. Aber dass wir nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg direkt auswärts wieder gepunktet haben, war für uns sehr wichtig. Dass es auch noch in Dortmund war, ist natürlich umso schöner. Ich habe ja vorher bei meinen Mitspielern mitbekommen, wie sehr sie sich auf dieses Duell freuen. Und ich war auch richtig heiß auf meinen ersten Derbysieg.

bundesliga.de: War die Wolfsburg-Niederlage denn noch in den Köpfen?

Schmitz: Die Niederlage war einfach ärgerlich, weil wir da durch blöde und absolut überflüssige Gegentore verloren haben. Aber eine Niederlage wirft uns nicht um und lässt uns auch nicht an unserem Spiel zweifeln. Wichtig war es, nach vorne zu gucken und die nächste Aufgabe konzentriert, aber auch mit gesundem Selbstbewusstsein anzugehen. Das haben wir erst in Bochum im Pokal und jetzt auch in der Liga in Dortmund gut hinbekommen.

bundesliga.de: Der Trainer hat nach dem Derbysieg vor allem die kämpferische Leistung gelobt. Teilweise ging es hoch her.

Schmitz: Es war klar, dass es ein kampfbetontes Spiel wird. Im Derby musst du immer richtig Gas geben, um bestehen zu können. Nach meiner Ansicht war es hart, aber fair. Nach Abpfiff habe ich mich einfach nur gefreut.

bundesliga.de: Kämpferisch war es gut - aber muss Schalke noch an der Chancenverwertung arbeiten?

Schmitz: Natürlich gibt es noch einiges, was wir besser machen können. Wir hatten zwei, drei richtig gefährliche Kontersituationen, die wir eigentlich auch gut ausgespielt haben. Aber im Abschluss hat es dann nicht gereicht. Wenn wir eines dieser Tore machen, ist das Spiel schon eher entschieden. Das müssen wir in der Zukunft besser hinbekommen.

bundesliga.de: Waren Sie auch überrascht, dass Felix Magath zum ersten Mal in dieser Saison der gleichen Startelf vertraut hat wie in der Partie zuvor?

Schmitz: Wir haben gegen Bochum ordentlich gespielt, kämpferisch gut dagegen gehalten und letztlich klar und verdient gewonnen. Warum hätte der Trainer da an der Startelf etwas ändern sollen?

bundesliga.de: Sie selbst sind einer der viel gelobten Youngster im Team. Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?

Schmitz: Meine Leistung müssen andere beurteilen, dazu möchte ich gar nicht viel sagen. Ich versuche einfach in jedem Spiel 90 Minuten Vollgas zu geben, zu kämpfen und der Mannschaft zu helfen. Was dabei herauskommt, muss man von Spiel zu Spiel sehen. Zuletzt lief es ganz gut. Ich habe auch gegen den BVB gut ins Spiel hineingefunden, meine Zweikämpfe gewonnen und mich gut gefühlt. Das gibt Sicherheit.

bundesliga.de: Waren Sie als junger Spieler nicht von der Atmosphäre im Stadion und der aufgeheizten Stimmung beeindruckt?

Schmitz: Für mich war diese unglaubliche Atmosphäre noch ein zusätzlicher Ansporn. Ich habe vorher zumeist in der Regionalliga gespielt. In jedem Bundesligastadion ist die Atmosphäre gewaltiger, als ich es vorher gewohnt war - aber im Derby ist alles noch mal eine Nummer größer. Da macht es richtig Spaß, Fußball zu spielen. Man darf sich davon nur nicht zu sehr beeindrucken lassen und muss sich ganz auf sein eigenes Ding konzentrieren.

bundesliga.de: Und nach zwei Heimniederlagen klappt's am Freitag gegen Frankfurt auch wieder zuhause mit einem Sieg?

Schmitz: Wir gehen auf jeden Fall gestärkt in das Spiel. Wir wollen unseren Fans endlich auch wieder zuhause Grund zum Jubeln geben.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte