München - Der FC Bayern ist dank eines 4:0-Erfolgs gegen 1899 Hoffenheim wieder dick im Rennen um den 2. Tabellenplatz, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigt. Mit dem Heimsieg betrieben die Münchner Wiedergutmachung für das blamable 2:3 gegen den 1. FC Köln in der Vorwoche.

Großen Anteil am Erfolg hatte Angreifer Thomas Müller. Ein "Schritt in die richtige Richtung", sei der deutliche Sieg gewesen, erklärte der Stürmer. Der 21-Jährige gab nach der Startelf-Rückkehr von Arjen Robben und Franck Ribery den Spielgestalter hinter der einzigen Spitze Mario Gomez.

Mit einem überlegten Pass leitete Müller den Spielzug vor dem Führungstreffer ein, das 2:0 erzielte er selbst. Damit war der WM-Torschützenkönig in den letzten zehn Pflichtspielen immer mindestens an einem Treffer direkt beteiligt (sieben Tore, sieben Assists).

Im Interview spricht der Nationalstürmer über den Auftritt gegen Hoffenheim, das Zusammenspiel mit Arjen Robben und den passenden Werbe-Slogan für den FC Bayern.

Frage: Herr Müller, welche Bedeutung hat der Erfolg gegen Hoffenheim?

Thomas Müller: Es war ein Schritt in die richtige Richtung, drei wichtige Punkte für den 2. Platz. Wir haben unsere Heimstärke erneut unter Beweis gestellt, vier Tore geschossen. Zuhause sind wir eine Macht, da verbreiten wir Angst und Schrecken. Wir können zufrieden sein und darauf aufbauen.

Frage: Vergangene Woche sind Sie und Ihr Team nach 2:0-Pausenführung gegen Köln am Ende als Verlierer vom Platz gegangen. Wie hat Louis van Gaal seine Halbzeitansprache dieses Mal gestaltet?

Müller: Der Trainer und wir alle haben gesagt: "Es ist die gleiche Situation wie in der Vorwoche, jetzt können wir uns beweisen!" Wir wollten allen zeigen, dass das 2:3 ein Ausrutscher war.

Frage: Ist eine 2:0-Führung für Ihr Team fast schon gefährlich?

Müller: Das könnte man meinen bei uns. Es war in dieser Saison schon zwei Mal so, dass wir nach einem 2:0 noch 2:3 verloren haben. Wir haben uns vorgenommen, dass uns so etwas nie wieder passiert.

Frage: Arjen Robben ragte mit zwei Toren gleich im ersten Spiel nach seiner Rückkehr heraus. Hätten Sie das erwartet?

Müller: Arjen braucht keine lange Anlaufzeit, das zeichnet ihn aus.

Frage: Sie sind derzeit in einem Werbespot zu sehen, der mit dem Slogan "Alles Müller, oder was?" wirbt. Könnte ein Slogan für den FC Bayern nach dem Spiel gegen 1899 in etwa so heißen: "Alles Robben, oder was?"

Müller: Der Slogan wäre eher: "Elf Feldspieler plus Bankspieler plus der ganze Kader, oder was?" Arjen hat zwei Tore gemacht. Das zweite sah noch besser aus, weil der Ball in den Winkel flog. Betrachtet man, wie gut wir in der Offensive zusammengespielt und wie mannschaftsdienlich Franck Ribery und Arjen gespielt haben, macht es noch mehr Spaß. Dadurch sind wir noch effizienter. Das Gerede von den Einzelspielern wollen die beiden selbst gar nicht so oft hören. Nur als Mannschaft kann man etwas erreichen.

Frage: Dennoch macht es den Eindruck, dass es ohne die beiden nicht so gut läuft...

Müller: Es darauf zu reduzieren, finde ich falsch. Bis auf die Partie gegen Köln haben wir zuletzt gute Spiele gemacht, obwohl nie beide zusammen auf dem Rasen standen.

Frage: Wie hat sich die Situation für den FC Bayern durch den "Dreier" gegen 1899 verändert?

Müller: Was soll sich groß geändert haben? Wir müssen in den kommenden Wochen weiter punkten, um auf den 2. Platz zu kommen. Wollen Sie etwa, dass ich sage: Wir schauen jetzt wieder auf Dortmund? Es war nur ein erster Schritt.

Aus der Allianz Arena berichtet Andreas Messmer