Hamburg - Diese Auswärtsfahrt hätte sich Hannover 96 mal wieder schenken können. die Leinestädter bereits zum fünften Mal in Serie auf fremden Platz - eine ähnliche Serie gab es zuletzt im Winter 2010. Die Folge: Die direkte Qualifikation für die Europa League ist in Gefahr.

Denn mit fünf Zählern Vorsprung ist Stuttgart auf Platz 5 wohl schon uneinholbar enteilt. Platz 6 und der derzeitige 7. Platz der 96er berechtigen zur Teilnahme an den Qualifikationsrunden für die Europa League. Verloren ist also noch nichts.

Noch zwei Heimspiele für Hannover



Dass die Niedersachsen in den restlichen Spielen aber gewaltig zittern müssen, hätte durchaus vermieden werden können. "Hätten wir auswärts ein paar mehr Punkte geholt, wären wir schon in der Europa League", stellte Torwart Ron-Robert Zieler treffend fest.

Es waren aber bislang erst elf Zähler, die in der Fremde einkassiert wurden - nur Köln war da noch erfolgloser. Und so vertrauen die Hannoveraner im Kampf um das Ticket für Europa auf die Festung AWD-Arena.

"Zum Glück haben wir jetzt noch zwei Heimspiele. Da läuft es besser", freute sich Zieler. Und Trainer Mirko Slomka machte eine ganz einfache Rechnung auf: "Wenn wir gegen Freiburg und Kaiserslautern zuhause gewinnen, sind wir in der Europa League dabei."

Verletzungssorgen bei 96



Doch die Sache hat einen kleinen Haken. Das Krankenlazarett der 96er platzt fast aus allen Nähten. Vor allem in der Offensive gehen so langsam die Profis aus. Mit Mame Diouf, Lars Stindl und Mohammed Abdellaoue fehlen gleich drei Stammspieler in der Offensive. Auch Fädenzieher Jan Schlaudraff ist angeschlagen. Arbeitsbiene Sergio Pinto wird gegen Freiburg gelb-gesperrt fehlen.

Kapitän Steven Cherundolo glaubt aber nicht, dass sich die Personalprobleme negativ auf die Leistung auswirken könnten. Er nimmt die Sache sogar mit Humor. "Wir hatten schon einmal eine Saison, in der wir das gut ausgleichen konnten. Es würde uns auch nichts nützen, wenn wir Mario Gomez, Claudio Pizarro und Ronaldo vorne hätten, wenn wir nicht gut im Aufbauspiel sind und keine Torchancen kreieren", sagte der US-Amerikaner.

"Herausforderung annehmen"



Es stellt sich aber auch die Frage, ob generell die Kräfte bei den "Roten" im Saisonendspurt noch ausreichen. Der Auftritt in Hamburg war bereits das 47. Pflichtspiel in dieser Saison.

Da trifft es sich gut, dass Hannover erstmals seit Januar wieder einmal eine ganze Woche zur Regeneration hat. "Die Mannschaft hat jetzt sieben Tage Zeit, um die Herausforderung annehmen zu können", meinte Vereinsboss Martin Kind.

Michael Reis