Hamburg - Milivoje Novakovic sorgte mit seinen drei Treffern beim 3:2 im Hinspiel gegen den Hamburger SV für einen gelungenen Einstand von Frank Schaefer auf der Trainerbank des 1. FC Köln. Der FC machte am 10. Spieltag einen Sprung von Rang 18 auf 15.

Viel hat sich geändert bei den Kölnern unter der Regie des 47-Jährigen, aber eines hat in dieser an Überraschungen reichen Saison Konstanz: Bei Auswärtsspielen der "rheinischen Diva" steht die 1 auf dem Totoschein.

So auch im Duell der Bundesliga-Gründungsmitglieder von Elbe und Rhein. Mit einer 6:2-Packung schickten die Hamburger die Kölner nach Hause. Diesmal war es Mladen Petric, der drei Mal einnetzte und im HSV-Dress gegen die Kölner nun bereits acht Treffer erzielt hat.

Nur sechs Punkte in der Fremde

Das Geld für Auswärtsreisen kann man sich bei den Kölnern schon beinah sparen. Mit nur sechs Punkten stehen die Rheinländer weit abgeschlagen am Ende der Auswärtstabelle.
Nur einmal durften die mitgereisten Fans ein "Dreier" in einem fremdem Stadion bejubeln - am 21. November 2010 in Stuttgart.

Schaefer sprach nach der "auch in dieser Höhe" verdienten Niederlage von einer "Auswärts-Dramatik." Dabei begleitet laut "BamS" mittlerweile sogar ein Psychologe die "Geißböcke" auf Auswärtsreisen - ohne Erfolg.

"Das hat gesessen"

"Wir haben uns intensiv vorbereitet, wollten viele Dinge anders machen", ärgerte sich der Kölner Coach. Aber "die Mannschaft war nach dem 0:1 völlig überfordert. Taktisch und mannschaftlich haben wir ganz schlecht reagiert. Die Niederlage tut richtig weh. Das hat gesessen."

Im Abstiegskampf sei diese Pleite ein erneuter "Rückschlag", so Schaefer. Denn obwohl die Kölner mit 17 Punkten in der Rückrunde bisher mehr Punkte gesammelt haben als in der gesamten Vorrunde (15) und zuletzt sechs Heimsiege in Folge feiern konnten, geht die Angst vorm Abstieg beim Tabellen-Elften weiter um.

So "wird es eng"

Werde die Auswärtsschwäche nicht abgestellt, "wird es eng für uns", warnt Lukas Podolski. Von der erfolgreichen Heimserie "dürfen wir uns nicht blenden lassen. Wer das bis jetzt nicht verstanden hat, der sollte jetzt anfangen zu verstehen."

"Es kann doch nicht angehen, dass wir auswärts beim Stand von 0:0 in einen Konter laufen", beschreibt Christian Eichner fassungslos gegenüber bundesliga.de die Situation vorm 0:1 und sieht den FC trotz 32 Punkten und Platz 11 noch lange nicht aus der Gefahrenzone.

"Sind gezwungen, die Heimspiele zu gewinnen"

"Jedes Mal nach einem Heimsieg denke ich, jetzt geht's aufwärts', dann schau' ich auf die Tabelle und muss sehen, dass die anderen da unten auch punkten. Wir sind gezwungen, die Heimspiele zu gewinnen."

Eichner geht von Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag aus: "Wenn wir auswärts nichts reißen, werden wir am letzten Spieltag zuhause auch gegen Schalke einen Heimsieg brauchen."

Aber vielleicht gelingt den Kölnern ja bald mal eine Überraschung auf des Gegners Platz.

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs