Leverkusen - Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Bayer 04 Leverkusen lässt regelmäßig in den Heimspielen wichtige Punkte liegen und verpasst so eine weitaus bessere Ausgangsposition im Rennen um die Champions-League-Plätze.

Auch beim 0:0 gegen Borussia Dortmund tat sich Leverkusen unglaublich schwer, überhaupt Torchancen herauszuspielen. Zwei gute Möglichkeiten genügen in einem Heimspiel gegen einen aktuellen Abstiegskandidaten nicht höheren Ansprüchen.

Abrutschen in der Tabelle

Damit rutschen die Rheinländer von Platz 3 auf Position 5 ab (Tabelle). Vor allem daheim hat die Elf von Roger Schmidt seit Monaten unübersehbare Probleme.

"Dortmund hat uns das Leben schwer gemacht. Für die Zuschauer war es sicher ein langweiliges Spiel, aber für uns war es ein sehr schweres und hartes Spiel. Man kämpft mehr, als man Fußball spielt", meinte Bayer-Stürmer Josip Drmic, der erst das zweite Mal in dieser Saison in der Startelf stand und kaum Akzente setzen konnte.

Vier Unentschieden in den letzten fünf Heimspielen

Bei aller zweifellos vorhandenen Klasse von Borussia Dortmund stellt der BVB derzeit in der Bundesliga kein Team auf Topniveau. Einen einzigen Auswärtspunkt hatten das Schlusslicht der Bundesliga zuvor aus seinen letzten acht Partien in der Fremde mitgebracht. In Leverkusen kam ein weiterer hinzu. Dortmund machte hinten dicht, Bayer 04 kam nicht durch und hatte abgesehen von zwei guten Einschussmöglichkeiten von Gonzalo Castro offensiv nicht viel zu bieten.

Das ist für eine Mannschaft mit Ambitionen auf die Champions League viel zu wenig, zumal in der BayArena seit Monaten der gleiche Film abläuft. Von den letzten fünf Heimspielen in der Bundesliga konnte Leverkusen nur eins - gegen den 1. FC Köln (5:1) unter sehr glücklichen Umständen - gewinnen.

Gegen Mainz (0:0), Mönchengladbach (1:1), Frankfurt (1:1) und nun Dortmund (0:0) lief bei der Mannschaft von Roger Schmidt spielerisch und vor allem offensiv nicht viel zusammen. In der Champions League gegen Monaco (0:1) übrigens auch nicht. Es fehlt die Durchschlagskraft.

Jetzt zwei Mal auswärts: "Da können wir nachlegen"

"Es war auch schon in der Vorrunde öfter der Fall, dass wir nicht die Chancen kreiert haben", weiß Stefan Kießling um die Defizite der Werkself. "Es wäre schön, wenn dann von den wenigen Chancen ein Ball mal reingeht. Daran müssen wir arbeiten." Das stimmt, denn nach dem fulminanten Start mit neun Toren in den ersten drei Bundesliga-Spielen erzielte Leverkusen in den letzten 15 Partien nur noch 19 Tore.

Angesichts der Vielzahl und Klasse an Offensivspielen wie Karim Bellarabi, Hakan Calhanoglu, Stefan Kießling oder Josip Drmic müsste die Tor- und Punktausbeute zu denken geben, zumal Leverkusen gegen drei der aktuell vier auswärtsschwächsten Teams (Paderborn, Bremen und Dortmund) daheim Federn ließ. Da kommen die nun direkt aufeinander folgenden beiden Auswärtsspiele in Berlin und Bremen gerade recht.

"Wir haben zuhause zu viel liegen lassen gegen Mannschaften, die unten stehen", weiß auch Bayer-Kapitän Simon Rolfes. "Das müssen wir abstellen. Wir haben jetzt zwei Auswärtsspiele, da können wir nachlegen." Gelingt das nicht, könnte Leverkusen langsam den Anschluss an die Top-4-Ränge verlieren, von denen die Rheinländer im Moment allerdings auch nur ein Punkt trennt.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski