Sinsheim - Der Blick auf die Tabelle tut beim 1. FC Kaiserslautern aktuell weh. Nach der Hinrunde betrug der Abstand auf Relegationsplatz 16 noch sechs Punkte, nun steht der Aufsteiger nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht auf diesem Rang.

"Wir erleben gerade einen Moment, der sich nicht so gut anfühlt", gab FCK-Trainer Marco Kurz zu.

Naives Abwehrverhalten

Nur einen Punkt ergatterte seine Mannschaft bisher in den vier Rückrundenspielen. Bei der kuriosen Niederlage in Hoffenheim verbaute sie sich durch naives Defensivverhalten die Chance auf eine Wende.

Durch Tore von Gylfi Sigurdsson (28.) und Sebastian Rudy (40.) lagen die Pfälzer beim Pausenpfiff mit 0:2 in Baden hinten. Doch zwei schnell aufeinander folgende Tore durch den eingewechselten Erwin Hoffer (58.) und Rodnei (59.) brachten den überraschenden Ausgleich.

"Ich war selbst überrascht, dass es plötzlich 2:2 stand", gab FCK-Mittelfeldspieler Christian Tiffert zu. Doch statt das neue Ergebnis erst einmal zu verwalten, stürmte der FCK nur immer weiter naiv nach vorne und kassierte prompt kurz nach dem Ausgleich das entscheidende dritte Gegentor durch Ibisevic (62.).

"Zahlen Zeche für unsere Fehler"

"Wir machen es dem Gegner schon in der Entstehung der Tore derzeit zu leicht", analysierte Kurz. Und Tiffert haderte: "Ich hätte auch gerne einmal solche Einladungen, wie wir sie verteilen."

Die Defensivschwäche lag sicher nicht an Mathias Abel, der in der Innenverteidigung den verletzten Kapitän Martin Amedick (Muskelfaserriss in der Wade) vertrat. "Wir zahlen im Moment die Zeche für unsere Fehler", sagte Abel, der eine gute Leistung bot.

Bitter für die Pfälzer: Mittelfeldspieler Oliver Kirch zog sich schon nach 27 Minuten einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zu, musste ausgewechselt werden und fällt vier bis sechs Wochen aus. Die Sorgen in der Pfalz sind also größer geworden.

Mit harter Arbeit aus der Krise

Mit "Ruhe und konzentrierter Trainingsarbeit", so Trainer Marco Kurz, will man der Krise Herr werden. "Es ist ja nicht so, dass wir als Aufsteiger von einer solchen Situation überrascht werden", sagt er. Und Stefan Kuntz, der Vorstandsvorsitzende des FCK, ergänzt: "Wir müssen weiter so arbeiten, dass wir klar oder mit Gewürge über die Hürde springen." In der Pfalz haben sie nie ein anderes Ziel ausgerufen als den Klassenerhalt.

Nach einer Reihe von sieglosen Spielen in der Vorrunde haben sie auch wieder auf die Erfolgsspur gefunden. Daraus ziehen sie Hoffnung und Zuversicht, auch wenn dies keine Garantie ist, dass dies wieder gelingt. "Je länger die Saison dauert und du die Spiele verlierst, umso schwerer wird es von Spieltag zu Spieltag", sagt Mathias Abel.

"Zuhause vielleicht Dortmund ärgern"

Dass gerade jetzt der mächtige Spitzenreiter Borussia Dortmund zum nächsten Spiel auf den Betzenberg kommt, wollen sie in der Pfalz als Chance verstehen. "Gegen Dortmund erwartet ja keiner was von uns", sagt Abel und hält die Erinnerung an die Hinrunde wach, in der der FCK als Außenseiter den FC Bayern München und den FC Schalke 04 im Fritz-Walter-Stadion besiegte.

Abel sagt: "Zuhause können wir jeden schlagen und vielleicht können wir ja auch Dortmund ärgern."

Tobias Schächter