Hamburg - Für den Hamburger SV geht am Samstag eine unbefriedigende Saison zu Ende. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wollen die Hanseaten aber zumindest noch einen gelungenen Abschluss der Spielzeit feiern.

Nicht mit dabei ist Marcell Jansen, der gegen seine alten Teamkameraden aufgrund einer Bauchmuskelzerrung passen muss. Bei bundesliga.de erklärt der Linksaußen, warum der HSV in dieser Saison nicht sein Potential ausgeschöpft hat und warum er optmistisch auf die kommenden Spielzeit blickt.

bundesliga.de: Herr Jansen, sind Sie froh, dass Sie Ihren Ex-Club Gladbach nicht in die 2. Bundesliga schießen müssen?

Marcell Jansen: Ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich hätte spielen können. Das ist leider nicht der Fall. Aber meine ganze Familie ist auf den Beinen. Ich habe schon 20 Karten für die Partie verschickt. Abgesehen davon hoffe ich, dass Gladbach es schafft, über die Relegation in der Bundesliga zu bleiben. Das hätte vor ein paar Wochen kaum einer für möglich gehalten.

bundesliga.de: Die Gladbacher kämpfen ja noch um den Klassenerhalt und haben zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen. Wie schätzen Sie die Aufholjagd der "Fohlen" ein?

Jansen: Die Mannschaft hat richtig Schwung aufgenommen. Vor allem Siege wie zuletzt gegen Borussia Dortmund sind für das Selbstvertrauen sehr wichtig. Die Zusammenarbeit mit Lucien Favre scheint zudem sehr gut zu funktionieren.

bundesliga.de: Nach oben geht für den HSV in dieser Saison eigentlich nichts mehr, in der Tabelle könnten aber eine ganze Reihe von Clubs noch vorbeiziehen. Wie muss der HSV am kommenden Samstag auftreten, damit das nicht passiert?

Jansen: Wir spielen zuhause vor ausverkauftem Haus. Selbstverständlich wollen wir uns mit einem guten Spiel und einem Sieg von unseren Anhängern verabschieden. Dementsprechen werden wir auch auftreten.

bundesliga.de: Wenn sich in der Tabelle nichts mehr ändert, dann würde der HSV mit Platz 7 aus der Saison gehen. Damit hätte man zwar Clubs wie Schalke, Stuttgart oder Bremen hinter sich gelassen, aber wäre nicht auch mehr drin gewesen?

Jansen: Wir alle haben uns die Serie anders vorgestellt. Doch jetzt geht für uns der Blick nur nach vorne. Ich bin sicher, dass wir in der kommenden Spielzeit erneut einen sehr starken Kader haben und eine erfolgreiche Saison spielen können.

bundesliga.de: Woran lag es, dass der HSV in dieser Saison nicht ganz oben angreifen konnte?

Jansen: Borussia Dortmund hat in dieser Saison eindrucksvoll bewiesen, was alles möglich ist, wenn man an einem Strang zieht. Das war bei uns zu selten der Fall. Da wollen wir wieder hinkommen.

bundesliga.de: Wie fällt Ihr Saisonfazit aus - persönlich und für den Club?

Jansen: Obwohl es in dieser Saison nicht so gut gelaufen ist, fühle ich mich beim HSV sehr wohl. Ich habe mich immer zu diesem Verein bekannt, auch in Phasen, in denen es mir nicht so gut ging. Und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass der Verein unglaublich großes Potenzial hat.

bundesliga.de: Mit 51 Gegentoren gehört der HSV zu den sechs Bundesligisten, die in dieser Spielzeit die meisten Treffer kassierten. Ärgert das Sie als Abwehrspieler besonders? Wie erklären Sie sich die vielen Gegentore?

Jansen: Gegentore verhindert man im Kollektiv. Da gehört die gesamte Mannschaft dazu. Wenn man sich nur auf die Abwehr konzentrieren würde, wäre das sicherlich viel zu einfach. Fakt ist, dass wir zu viele Tore kassiert haben.

bundesliga.de: Sie gehörten 2008 zur Bayern-Abwehr, die einen Rekord mit nur 21 Gegentoren aufgestellt hat. Sind Sie froh, dass Dortmund es verpasst hat, eine neue Bestmarke zu setzen?

Jansen: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dem BVB die Meisterschale reicht.

Die Fragen stellte Jessica Pulter