Die Bayern sind zurück in der Erfolgsspur. Mit Beharrlichkeit, Siegeswillen und spielerischen Elementen gelingt ihnen der dritte Sieg in Folge. Die schmerzlich vermisste Tabellenführung rückt langsam wieder näher.

"Wer Herbstmeister wird, ist mir total egal," so Kapitän Mark van Bommel nach dem Sieg in Frankfurt. "Wichtig ist, dass wir am Ende oben stehen." Die Chancen seiner Bayern aufs Überwintern an der Tabellenspitze dürfte nun jedoch gestiegen sein.

Bayern siegessicher

Ein bisschen ist es ja schon wieder wie früher. Die Bayern gewinnen, trotz Kampf, Krampf oder Rückstand. Gegen einen Gegner, der zwar kämpferisch alles gab, aber nach 90 Minuten an der letztlich zwingenden Überlegenheit des Meisters scheiterte.

Wie Coach Klinsmann erwartete, traf seine Mannschaft in der restlos ausverkauften Commerzbank Arena auf eine "kompakte, kampfstarke Eintracht." Und so wurde es das im Vorfeld erwartete "Kampfspiel". Die Frankfurter hielten alles dagegen, was ihnen nach zehn Ausfällen (Bellaid, Krük, Vasoski, Meier, Bajramovic, Chris, Inamoto, Köhler, Preuß, Amanatidis) noch zur Verfügung stand.

An der Siegessicherheit der Münchener änderte das alles allerdings wenig. Selbst nach dem Gegentor war es Bastian Schweinsteiger ohnehin klar, "dass wir das Spiel noch drehen werden. Letztes Jahr haben wir auch 1:0 zurück gelegen und noch 1:3 gewonnen."

Ze Roberto brilliert in neuer Rolle

Der Arbeitssieg in der hart geführten Begegnung mit Frankfurt hatte viele Väter. Neben den offensichtlichen Matchwinnern, Torschützen Ribery und Klose, taten sich der aufopferungsvoll kämpfende van Bommel und Ze Roberto hervor. Der Brasilianer musste nach dem Ausfall Philipp Lahms (Fußverletzung) hinten links aushelfen, gewann dort 84 Prozent (Bestwert) seiner Zweikämpfe, machte laut Klinsmann "seine Sache richtig gut." So gut, dass der Trainer gleich einräumte: "Das ist natürlich keine Dauerlösung. Die Position hinten links bleibt für Philipp Lahm reserviert."

In der ganzen Mannschaft war sich keiner zu fein für kompromissloses Defensivverhalten, was zwar zu sechs gelben Karten (Oddo, Schweinsteiger, Ribery, Borowski, Ze Roberto, Rensing) führte, für Klinsmann aber auch ein Zeichen war, "dass die Körpersprache heute stimmte."

Rekordmeister wieder auf Kurs

Der FC Bayern scheint den holprigen Saisonstart endgültig ad acta gelegt zu haben und befindet sich wieder auf Kurs. Etwas, das laut Klinsmann auch nötig war: "Wir orientieren uns endlich wieder nach oben, was wir auch dringend müssen." Fitnessdefizite, die der Trainer nach der EM und der dadurch kurzen Vorbereitungszeit ausmachte, sind behoben, die Mannschaft kommt immer mehr in Fahrt. Und das genau zur richtigen Zeit.

Nach der Partie gegen Bielefeld steht Florenz auf dem Kalender (Mittwoch, 20.45 Uhr). Danach das Auswärtsspiel gegen Schalke. "Ereignisreiche Wochen erwarten uns da," prophezeit Klinsmann. Vier Punkte sind es auf Tabellenführer Hoffenheim noch. Vor denen habe man Respekt, sagt van Bommel, gibt aber zu bedenken, "dass es eine junge Mannschaft ist. Mal abwarten, wie sie mit dem Druck als Tabellenführer umgehen."

Gegen die Herbstmeisterschaft hätte sein Trainer übrigens nichts einzuwenden. Ein Rezept dafür hat er auch schon: "Arbeiten, arbeiten, arbeiten."

Aus Frankfurt berichtet Daniel Dillmann

Hören Sie sich die Reaktionen zum Spiel in den Audionews an!