Herzrasen, Ohnmachtsanfälle, Schweißausbrüche, Schwindelgefühle oder hemmungslose Tränensturzbäche - nein, hier ist nicht von der Notaufnahme eines Krankenhause die Rede, sondern von den Gefühlswelten in den Fanblocks der abstiegsbedrohten Teams.

Die Anhänger zittern mit ihren Akteuren auf dem Platz, in diesem Jahr müssen besonders die Fans des VfL Bochum, von Energie Cottbus, Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach und des Karlsruher SC vermutlich bis zur 90. Minute des 34. und damit letzten Spieltags der aktuellen Saison bangen.

bundesliga.de hat die fünf letzten Mannschaften der Tabelle analysiert, einen Blick auf ihr jeweiliges Restprogramm geworfen und die entscheidenden Faktoren im Rennen um den Klassenerhalt herausgestellt.

Über Auswärtserfolge zum Klassenerhalt?

Bochum bestreitet nur noch Spiele gegen besser platzierte Mannschaften - darunter die Titelkandidaten Hertha und Hamburg, bei denen der VfL an den nächsten beiden Spieltagen jeweils auswärts antreten muss. Sowohl die Hertha als auch der HSV zählen zu den drei stärksten Heimeams der Liga.

Neben diesen beiden Partien muss Bochum noch ein drittes Spiel auswärts bestreiten. Am 34. Spieltag geht es zum 1. FC Köln - dort gewannen die Ruhrstädter nur eine von 27 Partien.

Hoffnung macht dabei nur, dass der VfL seine letzten beiden Siege in fremden Arenen feierte. Die Erfolge in Gladbach (1:0) und Hoffenheim (3:0) waren allerdings die einzigen Auswärtssiege in dieser Saison.

Bei diesem Programm ist im einzigen Heimspiel (gegen Frankfurt) ein Sieg fast Pflicht. Gegen die Hessen verlor der VfL keines der letzten fünf Heimspiele (drei Siege, zwei Remis).

Drei Mal Heimrecht als Faustpfand im Abstiegskampf?

Energie tritt noch drei Mal zuhause an - nach zwei Siegen in den letzten beiden Heimspielen ein echter Vorteil.

Dennoch gibt es auf dem Papier nur einen Gegner "auf Augenhöhe": Der Tabellensiebzehnte Mönchengladbach gewann noch kein Punktspiel in der Lausitz (vier Spiele, drei Remis).

Die anderen drei Gegner haben es in sich: Mit Bayern München und Bayer Leverkusen kommen die beiden besten Auswärtsteams ins Stadion der Freundschaft.

Das einzige Auswärtsspiel findet beim Titelkandidaten in Stuttgart statt, der unter Babbel noch kein Heimspiel verlor und seine letzten vier Partien vor eigenem Publikum allesamt gewann.

Theoretisch schweres, praktisch leichtes Restprogramm?

Bei Bayer 04, zuhause gegen Hoffenheim, in Dortmund und zum Schluss zuhause gegen Hannover - so lauten die restlichen Gegner der Arminia.

Bei diesem Restprogramm können die Ostwestfalen hoffen, dass der ein oder andere Kontrahent nicht mehr Vollgas gibt, da es für ihn möglicherweise um nichts mehr geht (Hoffenheim, Hannover).

Dortmund ist zuhause noch ungeschlagen, dafür ist Hannover das schwächste Gästeteam der Liga (fünf Punkte).

Gegen keine andere Mannschaft feierte Bielefeld so viele Siege wie gegen Dortmund (zwölf, davon allerdings nur zwei auswärts).

Dreifach-Derby-Fieber als besonderer Ansporn?

Neben der Partie beim direkten Konkurrenten in Cottbus warten auf die "Fohlen" noch drei Derbys: Schalke und Dortmund kommen in den Borussia-Park, in Düsseldorf geht es gegen Leverkusen.

In Düsseldorf "muss" beinahe gepunktet werden - schließlich ist Bayer bei seinen Heimspielen in der Landeshauptstadt noch sieglos (drei Remis, drei Niederlagen).

Am drittletzten Spieltag - inmitten der Woche - muss die Borussia nach Cottbus. Vier Punktspiele bestritten die "Fohlen" dort und gewannen noch nie (eine Pleite, drei Remis). In der 2. Pokalrunde des laufenden Wettbewerbs kassierte Gladbach durch drei Elfmetertore eine 0:3-Niederlage in der Lausitz.

Gladbach gewann die letzten beiden Heimspiele gegen Dortmund, holte in den letzten drei Partien vor eigenem Publikum gegen Schalke allerdings nur einen Punkt.

Wer hilft den Badenern aus der Patsche?

Als Tabellenletzter hat der KSC die schlechteste Ausgangsposition und braucht Schützenhilfe - denn ein direkter Konkurrent steht nicht mehr auf dem Programm.

Auswärts hat die Becker-Elf extrem harte Nüsse zu knacken: Es geht noch nach Dortmund, das zuhause unbesiegt ist, sowie nach Bremen, das die zweitmeisten Heimtore schoss (40).

Im Heimspiel gegen das Schlusslicht der Auswärtstabelle (Hannover) ist ein "Dreier" Pflicht.

Gegen Bremen feierte der KSC 14 Siege - nur gegen Köln mehr (15).