Zusammenfassung

  • Bremen und Hamburg kämpfen einmal mehr um den Klassenerhalt.

  • Die SV Werder zeigt sich unter Neu-Trainer Florian Kohfeldt gefestigt.

  • Der HSV setzt auf die Jugend.

Bremen/Hamburg - Der SV Werder Bremen und der Hamburger SV haben sich die Hinrunde sicher anders vorgestellt. Der SV Werder belegt zur Winterpause Relegationsrang 16, der HSV steht als Vorletzter erstmals in dieser Saison auf einem direkten Abstiegsplatz. Am 17. Spieltag gelang es den Grün-Weißen, die Rothosen zu überholen. Trotz der schlechten Tabellenpositionen gibt es für die Nordclubs Hoffnung, dass es in der Rückrunde besser laufen wird.

Nur acht Minuten waren am 1. Spieltag im Volksparkstadion absolviert, da verletzte sich Nicolai Müller beim Jubel über das 1:0 gegen Augsburg. Der Hamburger Top-Torjäger der vergangenen Saison zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt vermutlich noch bis zum Frühjahr 2018 aus. Wie schwer sein Ausfall wiegt, ist 16 Spieltage später zu sehen. Nur 15 Punkte holte der Dino in der Hinrunde.

Junge Hamburger Hoffnungsträger

Fiete Arp (l.) und Tatsuya Ito versprechen eine bessere Zukunft © gettyimages / Selim Sudheimer/Bongarts

Eigentlich hatte es für den HSV gut angefangen. Mit zwei Siegen gegen Augsburg und in Köln starteten die Rothosen in die Spielzeit. Doch das sollte es zunächst gewesen sein mit der Herrlichkeit. Erst am 11. Spieltag fuhr Hamburg gegen Stuttgart zu Hause wieder einen Dreier ein. Die Mannschaft von Markus Gisdol schaffte es oft trotz ansprechender Leistungen nicht, Punkte einzufahren. Das 1:3 in Mönchengladbach am letzten Freitag war für den Trainer ein Spiegelbild der Saison. Individuelle Patzer warfen das Team immer wieder zurück: "Es ist wie ein roter Faden, der sich durch die Hinrunde zieht. Jedes Mal ist es ein anderer Spieler gewesen, der den Fehler macht."

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Doch es gibt auch Positives mitzunehmen. In aller Munde ist Fiete Arp. Der 17-Jährige debütierte im Nordderby und schoss in seinem zweiten Spiel in Berlin gleich ein Tor. Der Stürmer ist genauso wie der junge Japaner Tatsuya Ito ein Hoffnungsträger für die Rückrunde. Sportchef Jens Todt schwor den Verein bereits auf einen Kraftakt ein: "Das wird eine brutale Rückrunde. Wir müssen 22, 23 Punkte holen." Vor einem Jahr stand der HSV ebenfalls mit dem Rücken zur Wand und schaffte den Klassenerhalt am 34. Spieltag.

Kohfeldt bringt den Erfolg

Bremer Erfolgsgaranten unter sich © gettyimages / Adam Pretty/Bongarts

Beim Nordrivalen vermieste der Mainzer Fabian Frei am vergangenen Samstag mit seinem Tor zum 2:2 in der Nachspielzeit die Stimmung. Mit dem dritten Heimsieg in Folge hätten die Bremer nach der Hinrunde auf Platz 14 gestanden. Immerhin überflügelte der SVW noch den Rivalen von der Elbe.

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Für die Werderaner ging es gar nicht gut los. Nach dem 10. Spieltag trennte sich der Club von Coach Alexander Nouri, der keinen Dreier einfahren konnte. Unter Florian Kohfeldt läuft es besser. Zwar startete der neue Übungsleiter mit einer Last-Minute-Niederlage in Frankfurt, doch dann platzte beim 4:0 gegen Hannover der Knoten. Für die Mannschaft war der Sieg ein Brustlöser - besonders für Max Kruse. Der Stürmer traf gegen die Niedersachsen gleich dreimal und zeigte, warum er in der Offensive die Lebensversicherung der Bremer ist. Ins Rampenlicht spielt sich auch Maximilian Eggestein mehr und mehr. Beim 2:1-Auswärtscoup in Dortmund erzielte er ein Traumtor. Der 21-Jährige harmoniert mit Thomas Delaney im zentralen Mittelfeld immer besser.

Unter Kohfeldt ist es in sieben Partien (drei Siege und ein Remis) gelungen, den Anschluss ans wiederherzustellen. Mainz und Stuttgart haben 17 Punkte, Freiburg und Wolfsburg 19 – alles in Reichweite. Werder-Sportchef Frank Baumann konnte auch dem späten 2:2 am 17. Spieltag noch etwas Positives abgewinnen: "Wir sind in einer schweren Situation. Dafür ist der Relegationsplatz ganz gut, weil er die Sinne dafür schärft, dass wir noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns haben."

Alexander Barklage

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