Nach der Niederlage gegen Hertha BSC richtete sich der Blick der Bremer schon wieder nach vorne. In knapp drei Wochen geht es wettbewerbsübergreifend viermal gegen den Hamburger SV. Den Auftakt macht das Spiel im DFB-Pokal am kommenden Mittwoch.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Kapitän Frank Baumann über die Fehler im Spiel gegen die Hertha und die Aufgaben, die den Bremern in den kommenden Wochen bevorstehen.

bundesliga.de: Herr Baumann, Ihre Einschätzung zum Spiel gegen Hertha BSC?

Frank Baumann: Wir hatten das Spiel und den Gegner im Griff. Aber die eigene Dummheit wird auf dem Niveau schnell bestraft. Die Gegentore waren Geschenke, die wir heute verteilt haben.

bundesliga.de: Wo lagen Ihrer Ansicht nach die Ursachen für die Gegentreffer?

Baumann: Bei den Toren waren wir viel zu unkonzentriert. Das waren keine Situationen, in denen uns der Gegner ausgespielt hat. Die Zuordnung war nicht gut und die Konsequenz im Zweikampf hat uns gefehlt.

bundesliga.de: Mangelnde Konzentration schien auch das Problem bei den eigenen Chancen gewesen zu sein.

Baumann: Das ist richtig. Wir hatten etliche Möglichkeiten, den Gegner durch ein, zwei Tore mehr klein zu halten und das ist uns nicht gelungen. Trotzdem muss es auch möglich sein, so ein 1-0 mal über die Zeit zu bringen.

bundesliga.de: Wie schwer wogen die Ausfälle von Diego und Mesut Özil im zentralen Mittelfeld?

Baumann: Wir mussten heute ja drei etatmäßige "Zehner" vor dem Spiel ersetzen. Neben Diego und Mesut Özil fiel noch Daniel Jensen, der die Position auch spielen kann, aus. Uns fehlte also eigentlich die komplette Kreativabteilung. Nach 30 Minuten hat dann Aaron Hunt Probleme und muss in der Halbzeit ausgewechselt werden. Obwohl wir trotzdem unsere Chancen hatten, sind das die Spieler, die durch gute Ideen immer wieder Entlastung bringen können.

bundesliga.de: Bereitet Ihnen der Ausfall der Kreativköpfe Sorgen für die schwierigen Aufgaben der nächsten Wochen?

Baumann: Wir hoffen natürlich, Mesut, Diego und Aaron möglichst schnell wieder fit zu kriegen. Es wäre schon sehr wichtig. Ohne die Jungs fehlt uns ganz sicherlich was. Das müssten wir dann irgendwie kompensieren. Aber damit beschäftigen wir uns, wenn es denn dann soweit ist.

bundesliga.de: Jetzt steht das Halbfinale im DFB-Pokal auf dem Programm von Werder. Gegen den dortigen Gegner, den HSV, werden die Bremer in knapp drei Wochen viermal spielen. Ist das was Besonderes?

Baumann: Besonders ist vor allem, dass wir am Mittwoch mit einem Sieg ein Finale um einen großen Titel erreichen können. Der Rest ist nebensächlich. Wie oft wir dann noch gegen die Hamburger spielen müssen, interessiert mich dagegen überhaupt nicht.

bundesliga.de: Wird das erste von insgesamt vier Aufeinandertreffen auch als richtungsweisend für die nächsten Spiele gelten können?

Baumann: Das glaube ich nicht. Es handelt sich da erstmal um ein Spiel, das man für sich klären muss. Dann kommen die anderen Partien. Wichtig ist nicht, dass wir viermal gegen denselben Gegner spielen müssen, sondern dass wir uns keine Abwehrschnitzer mehr erlauben und unsere eigenen Chancen konsequenter nutzen.

Das Interview führte Daniel Dillmann