Mit gezielten Verstärkungen und kleinen Schritten will sich der fünfmalige deutsche Meister Borussia Mönchengladbach wieder in der Bundesliga etablieren.

"Es geht nicht darum, Namen einzukaufen und mit den Millionen um uns zu schmeißen. Die Spieler müssen von ihrer Qualität und charakterlich zu uns passen", sagt Sportdirektor Christian Ziege.

Solide Arbeit

Der 72-malige Nationalspieler hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Aufstiegsmannschaft, die nach dem Abstieg die sofortige Rückkehr in die Bundesliga geschafft hat, wurde nur punktuell verstärkt. Im Gegensatz zu früheren Jahren verzichtete der dreimalige Pokalsieger auf spektakuläre und teure Neuzugänge.

Karim Matmour kommt vom SC Freiburg, der Israeli Gal Alberman wechselte von Beitar Jerusalem zum Traditionsclub an den Niederrhein. Jan-Ingwer Callsen-Bracker sammelte bei Bayer Leverkusen schon Erstligaerfahrung und Jean-Sebastien Jaures spielte zuletzt bei AJ Auxerre in Frankreich. "Wir haben aber noch bis zum 31. August die Möglichkeit nachzulegen, da kann es schon sein, dass noch ein Spieler dazukommt", meinte Ziege, dessen erfolgreiche Arbeit seit März 2007 mit der Vertragsverlängerung bis 2011 belohnt wurde.

Große Ziele. Längerfristig.

Ob die Fans dann auch wieder internationalen Fußball im Borussia-Park erleben können, ließ der 36-Jährige offen. Zunächst sei das Ziel der Klassenerhalt. Dann müsse man sich in der Liga etablieren. Der nächste Schritt sei, international zu spielen, aber davon sei man noch weit entfernt, so Ziege, der einräumt, dass der zweimalige UEFA-Cup-Sieger besonders in Europa immer noch einen großen Namen habe.

Große Hoffnungen setzt Ziege in der kommenden Saison, die für die Gladbacher mit einem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart beginnt, in Jung-Nationalspieler Marko Marin. "Er hat die Entwicklung genommen, die wir uns vorgestellt haben. Jetzt kennen ihn die Leute. Daher wird es für ihn ein Stück weit schwieriger. Ich glaube aber, dass seine Entwicklung so weitergeht, da er ein bodenständiger Typ ist und nicht abhebt", erklärte der Europameister von 1996.

Lob für den Coach

Allerdings fürchtet Ziege auch einen frühzeitigen Abgang Marins. "Im Fußball darf man nicht blauäugig sein. Wenn er so weiterspielt, werden andere Clubs kommen und versuchen ihn wegzuholen."

Ausdrücklich lobte der Sportdirektor den niederländischen Trainer Jos Luhukay. Er sei kein Selbstdarsteller. Er könne auf die Spieler sehr gut eingehen und habe eine gute Ansprache.

So könne man auch die wirtschaftlichen Nachteile gegenüber anderen Clubs wettmachen. Ziege betonte aber, dass die Borussia nach dem Aufstieg gut aufgestellt sei: "Wir sind ein gesunder Verein."