München - Es kann ihnen gar nicht schnell genug gehen. Sinnbildlich für alle beim FC Bayern, die auf den Rückrundenauftakt in Mönchengladbach geradezu brennen, begann die Presserunde am Dienstag vor der Partie erheblich früher als angesetzt. Die Nationalspieler Philipp Lahm und Toni Kroos stellten darin dann unmissverständlich klar: Wir sind bereit!

"Wir wollen gleich ein Zeichen setzen, um den Konkurrenten zu zeigen: Wir sind auch in der Rückrunde da, vom 1. Spieltag an", erklärte Lahm vor dem Freitagsspiel (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bei der Borussia. Mit einer eindrucksvollen Vorstellung soll den Gegnern vor deren Auftaktspielen schon mal gezeigt werden, dass die Bayern das Maß aller Dinge sind.

"Zeigen, dass wir nicht einzuholen sind"

Mit "den Konkurrenten" ist aber eher nur ein ernsthafter Gegenspieler - die andere Borussia aus Dortmund - gemeint. Sowohl Lahm als auch Kroos haben nur den BVB als Gegner im Kampf um die Schale auf dem Zettel, da der amtierende Meister ganz klar den stabilsten Eindruck mache.

Kroos will dabei natürlich von Anfang bis Ende der Rückrunde oben stehen. "Wir wollen direkt zeigen, dass wir nicht einzuholen sind", erklärt der Mittelfeldspieler. Sein Kapitän glaubt allerdings eher an ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

"Zweikampf bis zum Ende"

"Sie werden bis zum Ende ganz oben mit uns einen Zweikampf führen", blickt der Linksverteidiger voraus. 16 Fernduelle und ein direktes Kräftemessen in Dortmund - für eine hochspannende Rückrunde ist also alles bereit. Und am Schluss, so hofft man in München, natürlich mit dem besseren Ende für den FCB.

Damit der Auftakt der Fernduelle diesmal besser gelingt als zum Hinrundenauftakt, muss in Gladbach ein Sieg her - anders als am 1. Spieltag. Da nämlich musste der hochkarätig verstärkte Rekordmeister gegen den Fast-Absteiger direkt die erste Saisonpleite schlucken, während der BVB beim 3:1 über den HSV zeigte, dass mit ihm zu rechnen ist. Der missglückte Saisonstart sei laut Lahm aber nicht mehr in den Köpfen des Teams. "Natürlich wird man immer wieder darauf angesprochen. Aber die drei Punkte kann man nicht mehr gut machen", weiß der Nationalmannschaftskapitän.

Gladbach ist nicht nur Reus

Für eine erfolgreiche Revanche gegen Gladbach gilt es für Lahm und Co. vor allem, DFB-Kollege Marco Reus Einhalt zu gebieten. Mit dem zukünftigen Dortmunder steht und fällt die Offensive der "Elf vom Niederrhein". Zehn Saisontore hat der Blondschopf bereits auf dem Konto. Dennoch warnen sowohl Lahm als auch Kroos eindringlich davor, die Borussia allein auf Reus' Gefährlichkeit zu reduzieren.

"Wir dürfen nicht denken, dass Gladbach tot ist, wenn Reus ausgeschaltet ist, stellt Kroos klar und Lahm fügt an: "Wir werden wegen ihm nichts Besonderes unternehmen. Dass er ein exzellenter Fußballer ist, der immer Spiele entscheiden kann, das wissen wir. Wir werden unser Spiel spielen und uns nicht auf einzelne Spieler des Gegners konzentrieren."

Schon am 15. Spieltag gegen Dortmund habe der VfL bewiesen, dass das Team auch ohne ihren Ausnahmespieler "ordentlich Fußball spielen" könne. Die "Fohlen" erkämpften sich zuhause gegen den BVB trotz Rückstands einen Zähler.

Schweinsteiger bricht Training ab

Zwei eigene Personalien stehen beim FC Bayern unterdessen weit oben auf der Interessen-Skala. Tempodribbler Franck Ribery ist gelb-rot-gesperrt und fehlt zum Auftakt. Der Ausfall sei "bitter", gesteht Lahm, denn der Franzose hatte am Ende der Hinrunde auch noch "eine Super-Form". Für Ribery wird Kroos in die offensive Dreier-Reihe rücken, in der auch ein fitter Arjen Robben steht.

Und im defensiven Mittelfeld soll der wieder genesene Bastian Schweinsteiger die Fäden ziehen. Der Vizekapitän absolvierte nach seinem Schlüsselbeinbruch die komplette Vorbereitung. Am Dienstag musste er zwar eine kleine Trainingspause einlegen, sein Einsatz am Freitag ist jedoch nicht gefährdet.

Vom FC Bayern berichtet Christoph Gschoßmann