Zusammenfassung

  • Die Hertha bleibt an den ersten vier Spieltagen ungeschlagen.

  • Gegen Mönchengladbach feiert Berlin ein furioses 4:2.

  • Dardai: "Das war Spaß."

Berlin - Hertha BSC setzt den Top-Start fort. Durch den 4:2-Sieg gegen Mönchengladbach erreichte die gute Stimmung in Berlin einen neuen Höhepunkt.

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Was war das für ein toller Fußballnachmittag im Olympiastadion! Vor einer beeindruckenden Kulisse von über 50.000 Zuschauern brachte die Partie zwischen den zuvor punkt- und torgleichen Tabellenvierten Hertha und Borussia die Fanseele in Wallung. Das Publikum bekam ein Spiel zu sehen, das die Bezeichnung Spitzenspiel vollkommen verdiente. Und vollkommen verdient gingen die Hausherren am Ende als Sieger vom Platz.

Als das Team von Trainer Pal Dardai nach dem Erfolg zum Feiern mit den Fans vor die Ostkurve zog, wurde auf den Anzeigetafeln die Tabelle eingeblendet: "Spitzenreiter, Spitzenreiter!, hey, hey!", skandierten die Anhänger ekstatisch. Natürlich war das nur eine Momentaufnahme, die bereits nach dem Sieg des FC Bayern auf Schalke am Abend keine Gültigkeit mehr besitzen sollte. Doch darum ging es auch nicht. Wie schon zu Beginn der zweiten Halbzeit, als das Publikum "Wir holen die Meisterschaft und den Europacup" schmetterte, ging niemand ernsthaft von spontanen Titelgewinnen aus. "Das genießen wir jetzt für einen Tag, aber ab morgen wird weiter gearbeitet", sagte WM-Teilnehmer Marvin Plattenhardt.

Tolle Stimmung im Olympiastadion © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Boris Streubel / Getty Images

Bester Saisonstart der Clubgeschichte

Es war die pure Freude, die sich mit den Gesängen Bahn brach. Freude über den besten Start in eine Spielzeit der Vereinshistorie mit zehn Punkten aus den ersten vier Duellen. Freude über einen klasse Fußball, der diesen Rekord zu einem verdienten Ergebnis starker Leistungen machte. Freude darüber, dass dem BSC erstmals seit fast drei Jahren wieder vier Treffer in einem Spiel und erstmals seit anderthalb zwei Heimsiege in Folge gelangen.

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Es war auch die Freude über den schon als Fehleinkauf abgestempelten Ondrej Duda, dem als erstem Berliner überhaupt bereits am vierten Spieltag sein viertes Tor gelang. Freude über Routinier Vedad Ibisevic, der mit seinem Doppelpack seinem Spitznamen Vedator einmal mehr gerecht wurde. Freude über das Riesentalent Javairo Dilrosun, der in seiner dritten Partie schon seine Trefferbeteiligungen drei und vier feierte. Freude über die Rückkehr von Davie Selke nach schwerer Lungenverletzung.

Vier und drei Saisontore: Ondrej Duda und Vedad Ibisevic © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Boris Streubel / Getty Images

Ein Wermutstropfen

Die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen. "So eine gute Stimmung habe ich lange nicht erlebt", freute sich Dardai. "Wir wollten es spielerisch lösen, mit viel Ballbesitz. Das ist uns gut gelungen." Der Coach machte mit Auf- und Einstellung seiner Mannschaft erneut alles richtig. In Abwesenheit der verletzten Innenverteidiger Karim Rekik und Jordan Torunarigha stellte er die Formation von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Die Außenverteidiger Plattenhardt und Valentino Lazaro bildeten mit ihren Vorderleuten Dilrosun und Salomon Kalou zwei kongeniale Duos. Im Zentrum sorgte das überragende Dreieck aus Arne Maier, Duda und Marko Grujic für Kontrolle und Kreativität. "Nach dem Ende habe ich zum Manager gesagt: Das war Spaß", erklärte Dardai.

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Der einzige Wermutstropfen war die schwere Verletzung Grujics, der einen Bänder- und Kapselriss erlitt und damit mehrere Wochen ausfällt. "Er ist ein Leistungsträger", erläuterte Dardai, warum der Ausfall des aus Liverpool geliehenen Serben schmerzhaft ist. "So ist Fußball, das muss man akzeptieren." Es scheint, als könnten bei der Hertha in dieser Saison auch Rückschläge der positiven Grundstimmung wenig anhaben.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo