Toni Kroos gilt als das vielleicht größte Talent des deutschen Fußballs. Dem 20-Jährigen, der mit Bayer 04 Leverkusen derzeit noch ungeschlagen an der Tabellenspitze der Bundesliga thront, werden sogar gute Chancen eingeräumt im Sommer mit der Nationalmannschaft nach Südafrika fliegen zu dürfen.

bundesliga.de präsentiert Wissenswertes aus der Karriere des Mittelfeldspielers, der in dieser Saison in allen 21 Saisonspielen der "Werkself" zum Einsatz kam und mit acht Treffern sowie sieben Vorlagen glänzte. Zehn Dinge, die Sie vielleicht noch nicht wussten...

Fußballerische Wurzeln

Kroos erlernte das Fußballspielen beim Greifswalder SC unter seinem Vater Roland, der im Verein als Jugendtrainer arbeitete und dort früher selbst kickte. Heute ist Roland Kroos Trainer der B-Jugend von Zweitligist Hansa Rostock.

Gelungene Premiere

Toni Kroos stand erstmals am 26. September 2007 beim 5:0 gegen Energie Cottbus im Bundesliga-Kader der Bayern und feierte sein Debüt in der 72. Minute als er für Zé Roberto ins Spiel kam. Damit ist er mit exakt 17 Jahren und 265 Tagen der jüngste Spieler, der bislang für den FC Bayern in der Bundesliga auflief. Nach seiner Einwechslung bereitete er die letzten beiden Treffer der Partie durch Miroslav Klose vor. Ein Start nach Maß! Sein Startelf-Debüt in der Bundesliga feierte Kroos bei der 1:3 Auswärtsniederlage des deutschen Rekordmeisters gegen den VfB Stuttgart am 10. November 2007.

Sportliche Familie

Seine Mutter, Birgit, war erfolgreiche Badmintonspielerin. Sie gewann in ihrer Karriere zwei DDR-Einzeltitel und acht DDR-Mannschaftstitel für ihren Heimatverein Einheit Greifswald. Und auch Tonis jüngerer Bruder Felix spielt Fußball, er war bereits U-16, U-17, U-18 und U-19-Nationalspieler. Der 18-Jährige steht derzeit bei Hansa Rostock unter Vertrag und kam in dieser Saison bislang sieben Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz.

Durchbruch in Südkorea

Kroos durchlief ebenfalls sämtliche deutschen Jugendnationalmannschaften. Bei der U-17-Weltmeisterschaft 2007 in Südkorea war er sogar Kapitän des DFB-Teams. Er konnte mit der deutschen Auswahl, die im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Nigeria scheiterte, den dritten Platz erringen. Im Anschluss an das Turnier wurde Kroos zum besten Spieler des Turniers gewählt. Zudem erzielte er bei der WM insgesamt fünf Tore und gab vier Vorlagen, was ihn zum drittbesten Torschützen und zum besten Scorer des Turniers machte.

Französisches Idol

Das größte Vorbild des heute 20-Jährigen ist der Franzose Johan Micoud, von dem Kroos in seinem Apartment im Jugendhaus der Bayern ein Trikot an der Wand hängen hatte. Wegen Micoud war er früher sogar selbst Fan von Werder Bremen.

Zahlreiche Auszeichnung

Die bundesliga.de-User haben auch großen Gefallen an Kroos gefunden: Am 8. und am 17. Spieltag wurde er zum "Spieler des Spieltags" gewählt, sein Fernschuss-Treffer am 12. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt wurde als "Tor des Spieltags" ausgezeichnet. Vom "kicker" wurde der Mittelfeldspieler am 19. Spieltag der laufenden Saison zum dritten Mal in Folge zum "Mann des Tages" ernannt. Dies hatte es zuvor in der Geschichte des Fachmagazins noch nie gegeben.

Hoeneß' Vorschusslorbeeren

Im Juli 2007 verkündete der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß: "Wir vergeben die Zehn jetzt nicht, weil wir denken, dass Toni die mal kriegt." Auch Oliver Kahn lobte den damals 17-Jährigen Kroos in den höchsten Tönen: "Der Junge ist das Beste, was ich seit Jahren im Nachwuchs gesehen habe." Hoeneß brach allerdings sein Wort, denn die Zehn trägt derzeit der Niederländer Arjen Robben auf dem Rücken, der im Sommer 2009 von Real Madrid verpflichtet wurde.

Weltweit begehrt

Im Februar 2010 berichteten italienische Medien, dass Inter Mailand Kroos angeblich in die Serie A locken wolle. Der Chef-Trainer von Inter, José Mourinho, soll vom Deutschen schwer begeistert sein und den derzeitigen Leverkusener in seinem Team haben wollen. Auch Chelsea London soll nach der U-17-WM 2007 an Kroos interessiert gewesen sein. Der 20-Jährige selbst kann sich irgendwann einen Wechsel ins Ausland vorstellen: "Für mich ist entscheidend, dass ich international spielen kann. Das ist mir wichtig. Ich würde auch ins Ausland wechseln, wenn das Angebot sportlich passt." Nach der Saison kehrt er aber wohl zu den Münchner Bayern zurück.

Geübter Scharfschütze

Der gebürtige Greifswalder ist in der Bundesliga mit acht Treffern der torgefährlichste Mittelfeldspieler der laufenden Saison. Bemerkenswert ist vor allem, dass Kroos fünf seiner acht Treffer von außerhalb des Strafraums erzielte. Am vergangenen Samstag absolvierte der 20-Jährige gegen den VfL Bochum bereits das 50. Bundesliga-Spiel seiner Karriere. 19 Mal lief er im Bayern-Trikot auf, 31 Einsätze stehen für ihn in Leverkusen zu Buche. Alle seine neun Bundesligatore markierte er übrigens für die "Werkself". Für Bayern hat er also in der Bundesliga noch nie getroffen!

Leidenschaftlicher Pokerfan

Seine Freizeit verbringt er leidenschaftlich gerne beim Pokern. In die erste eigene Wohnung musste deswegen natürlich auch unbedingt ein Pokertisch. Nachdem er mit 18 Jahren aus dem Apartment mit der Nummer 10 im Jugendheim des FC Bayern München ausziehen musste, richtete der Nachwuchsspieler seine erste eigene Bude in der bayrischen Landeshauptstadt ein.





Sebastian Bisch