Am vergangenen Samstag absolvierte Mark van Bommel gegen den 1. FC Nürnberg sein 100. Bundesliga-Spiel. Seit August 2006 ist der 32-jährige Niederländer für den FC Bayern München im Einsatz. Grund genug den "aggressive leader" mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

bundesliga.de präsentiert Wissenswertes aus der Karriere des Mittelfeldspielers, der in dieser Saison 15 Mal für den Deutschen Rekordmeister in der Bundesliga zum Einsatz kam und sich wie immer mit vollem Körpereinsatz für sein Team einsetzte. Zehn Dinge, die Sie vielleicht noch nicht wussten...

Fußballerische Wurzeln

Mark van Bommel begann seine Karriere 1992 bei Fortuna Sittard. 1999 wechselte er zum niederländischen Ehrendivisionär PSV Eindhoven und schaffte dort seinen Durchbruch. Der volle Name des Mittelfeldakteurs lautet übrigens Mark Peter Gertruda Andreas van Bommel. So nannten seine Eltern den kleinen Mark als er am 22. April 1977 in Maasbracht das Licht der Welt erblickte.

Erste Erfahrungen mit Bayern

1999 feierte van Bommel sein Champions-League-Debüt mit dem PSV Eindhoven. Gleich in der Auftaktpartie der Gruppenphase stand er in der Startelf. Der Gegner hieß kurioserweise FC Bayern München. Das erste Aufeinandertreffen mit dem Deutschen Rekordmeister verlief für den Kämpfer allerdings unglücklich - am Ende stand eine 1:2-Niederlage zu Buche. Im Rückspiel war der PSV erfolgreicher und gewann mit 2:1 im heimischen Philips Stadion, erneut war van Bommel über 90 Minuten im Einsatz. Trotzdem war für die Niederländer das Abenteuer "Königsklasse" nach der Gruppenphase beendet. Bayern scheiterte im Halbfinale an Real Madrid.

Alte Bekannte

Beim PSV Eindhoven spielte van Bommel bereits mit einigen Akteuren zusammen, auf die er nun auch in der Bundesliga wieder trifft: So waren Arnold Bruggink (Hannover 96), Arjen Robben (Bayern München), Michael Lamey (Arminia Bielefeld), Ruud van Nistelrooy (Hamburger SV) und Jefferson Farfan (FC Schalke 04) van Bommels Mannschaftskollegen in der Zeit bei Eindhoven. Seine Karriere will der 32-Jährige auch wieder in den Niederlanden beim PSV ausklingen lassen. "Das steht fest. Das habe ich den Leuten dort versprochen, als ich 2005 zum FC Barcelona gewechselt bin", erklärte er in einem Interview mit dem "Stern".

Lieblingsverein?

Bei seiner Vorstellung in München erklärte van Bommel, dass der FC Bayern schon sein "Lieblingsverein" gewesen sei, als er als Kind jeden Samstag die deutsche "Sportschau" angesehen habe. Zweifel sind allerdings erlaubt: Bei seinem Dienstantritt in Spanien ließ der Niederländer verlautbaren, er habe als Junge in der Bettwäsche des FC Barcelona geschlafen. Ob nur eine oder beide Geschichten stimmen, kann leider nicht mehr überprüft werden. Sicher ist nur, dass van Bommel bereits als Kind glühender Anhänger des Fußballs war.

Familie und Nationalmannschaft

Der 32-Jährige ist mit der Tochter von Fußballlehrer Bert van Marwijk, Andra, verheiratet und hat drei Kinder. Van Marwijk betreut seit 2008 die niederländische Fußballnationalmannschaft und nachdem van Bommel unter Vorgänger Marco van Basten seinen Rücktritt aus der "Elftal" wegen persönlichen Differenzen erklärte, reaktivierte ihn sein Schwiegervater. 2009 absolvierte van Bommel vier Länderspiele in der WM-Qualifikation und darf auch im Sommer wahrscheinlich mit nach Südafrika fliegen.

Dortmund hat das Nachsehen

2005 führte der Mittelfeldspieler den PSV zur 18. Meisterschaft und ins Halbfinale der Champions League. Mit seinen hervorragenden Leistungen als Führungsspieler wurde der niederländische Nationalspieler im Juli 2005 vom FC Barcelona verpflichtet. Der Mittelfeldakteur wurde damals auch von Borussia Dortmund und Real Madrid umworben. Um ein Haar wäre van Bommel also bereits ein Jahr früher in der Bundesliga gelandet, allerdings setzte sich Barca in den Vertragsverhandlungen durch und bekam letztlich den Zuschlag.

Torpremiere beim Bundesliga-Debüt

Sein erstes Bundesligator schoss er gleich bei seinem ersten Einsatz in der höchsten deutschen Liga. Am 4. Spieltag der Saison 2006/07 war der Niederländer bei Arminia Bielefeld erfolgreich. Sein Treffer zum 1:0 in der 6. Minute reichte allerdings nicht zum Auswärtssieg, am Ende gewann Bielefeld mit 2:1. Auch bei seinem zweiten Bundesligaeinsatz war van Bommel erfolgreich, dieses Mal erzielte er das Siegtor. Beim 2:1-Heimsieg der Bayern gegen Alemannia Aachen am 5. Spieltag markierte der Mittelfeldspieler in der 55. Minute das zweite Tor für die Münchner.

Mehrsprachig

Bei seiner Ankunft in Barcelona bat er die Journalisten die Interviews mit ihm auf Spanisch zu führen, damit er die Sprache so schnell wie möglich lernen könne. Nach nur einem Jahr bei Barca kehrte er den Katalanen aber bereits wieder den Rücken und wechselte zu den Münchner Bayern. Insgesamt absolvierte er für den FC Barcelona 24 Spiele und markierte zwei Treffer.

Erster ausländischer FCB-Kapitän

2008 ernannte ihn der damalige Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann zum Kapitän. Damit ist er der erste ausländische Spieler, der die Spielführerbinde bei den Süddeutschen dauerhaft trägt. Auch unter seinem Landsmann Louis van Gaal ist van Bommel weiterhin Kapitän des Deutschen Rekordmeisters.

"Königsklasse" vor Bundesliga

Vor seinem Debüt für die Bayern in der Bundesliga spielte van Bommel für die Münchner bereits im Pokal gegen St. Pauli und in der Champions League gegen Spartak Moskau. Im DFB-Pokal war er beim 2:1-Sieg nach Verlängerung über die volle Distanz im Einsatz, drei Tage später spielte van Bommel in der "Königsklasse" 74 Minuten und bereitete beim 4:0-Erfolg das zwischenzeitliche 2:0 durch Roque Santa Cruz vor.




Sebastian Bisch