Spätestens seit Edin Dzeko den VfL Wolfsburg in der vergangenen Spielzeit mit 26 Treffern zum ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte schoss, zählt der Nationalstürmer aus Bosnien-Herzegowina bei den Niedersachsen zu den absoluten Leistungsträgern - und zu den Superstars der Bundesliga.

bundesliga.de präsentiert Wissenswertes aus der Karriere des 23-Jährigen, der derzeit mal wieder die interne Torjägerliste der "Wölfe" anführt.

Heimat

Dzeko wurde am 17. März 1986 in Sarajevo, der heutigen Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, geboren und erlebte als Sechsjähriger den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien. Dennoch blieb der Profi seiner Heimat stets verbunden und verbringt seinen Urlaub bis heute lieber auf dem Balkan als auf den Bahamas.

Fußballerische Wurzeln

Von 2003 bis 2005 lief Dzeko in seiner Heimatstadt im Trikot des Rekordmeisters FK Zeljeznicar auf. Seine ersten Profi-Erfahrungen sammelte der 1,93-Meter-Hüne dort allerdings im Mittelfeld! In 40 Erstliga-Spielen kam der heutige Stürmerstar auf fünf Treffer.

Tschechien

Die Gambrinus Liga war das Sprungbrett für Dzeko. 2005 wechselte der damals 19-Jährige von seinem Heimatverein aus Sarajevo zum FK Teplice. Der Top-Club verlieh den Youngster aber sogleich weiter an den Zweitligisten FK Usti nad Labem. Dort blühte der Angreifer unter seinem alten Trainer Jiri Plisek auf - und wurde schon bald wieder ins Oberhaus zurückbeordert. Nachdem der Torjäger in der Saison 2006/2007 zum "Besten ausländischen Spieler" in Tschechien gekürt wurde, sicherte sich schließlich der VfL Wolfsburg seine Dienste.

Förderer

Als Dzeko im Sommer 2007 zu den "Wölfen" wechselte und dort damals einen Vertrag bis 2011 erhielt, war der Stürmer wohl den wenigsten Experten ein Begriff. Felix Magath war von den vielversprechenden Ansätzen des Talents allerdings überzeugt und baute seinen Neueinkauf behutsam auf. Gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison schoss der Bosnier acht Tore in 28 Spielen, durfte dabei aber nur selten durchspielen.

Durchbruch

Schon in seinem zweiten Jahr bei den Niedersachsen gelang Dzeko eine echte Leistungsexplosion. An der Seite des späteren Torschützenkönigs Grafite spielte sich der Linksfuß in einen Rausch und steuerte sagenhafte 26 Treffer zum Gewinn des ersten Meistertitels in der Vereinsgeschichte bei.

Rekorde

Gemeinsam mit Grafite stellte Dzeko in der Saison 2008/09 das beste Sturmduo der Bundesliga-Geschichte. Mit beachtlichen 54 Treffern knackten der Brasilianer und der Bosnier die mehr als 35 Jahre alte Bestmarke der Bayern-Ikonen Gerd Müller und Uli Hoeneß (54 Tore in der Spielzeit 1972/73). Außerdem hält der 23-Jährige den Wolfsburger Vereinsrekord für den schnellsten Bundesliga-Hattrick: In der Meistersaison schlug der Nationalspieler beim 4:0 gegen 1899 Hoffenheim in nur 14 Minuten drei Mal zu!

Auszeichnungen

In der Saison 2008/09 wurde Dzeko von den Bundesliga-Profis zum "Besten Feldspieler" sowie zum "Aufsteiger des Jahres" gewählt. Dazu ging der Titel "Fußballer des Jahres 2009" in Bosnien-Herzegowina an den Torjäger. Bei der Wahl zu "Europas Fußballer des Jahres 2009" landete der Wolfsburger zwar "nur" auf Platz 13, war damit allerdings der mit Abstand beste Profi aus der Bundesliga.

Nationalelf

Nachdem Dzeko schon sämtliche Nachwuchsteams durchlaufen hatte, stand sein Debüt in der A-Mannschaft von Bosnien-Herzegowina am 2. Juni 2007 beim 3:2-Sieg in der EM-Qualifikation gegen die Türkei auf dem Programm. Kurz vor der Pause nahm der Mittelstürmer den Ball volley von der Strafraumecke und nagelte das Ding zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich in die Maschen! Seitdem gehört der Angreifer mit der starken Bilanz von 14 Toren in 23 Länderspielen zum absoluten Stammpersonal.

WM

Das Ticket zur Endrunde in Südafrika war für Dzeko eigentlich zum Greifen nah, als Gruppenzweiter in der Qualifikation musste Bosnien-Herzegowina jedoch in die Playoff-Runde gegen Portugal - und verlor zwei Mal knapp mit 0:1. Somit muss der Stürmerstar weiterhin auf seine erste Teilnahme an einem internationalen Turnier warten.

Traum

Schon seit der Jugend schwärmt Dzeko für den AC Mailand. Als Vorbild nannte der Junggeselle lange Zeit den Ukrainer Andrej Schewtschenko, der von 1999 bis 2006 für die Lombarden stürmte. Dass der Frontmann des VfL Wolfsburg mittlerweile selber für Furore sorgt und Tore wie am Fließband schießt, ist umgekehrt aber auch den "Rossoneri" nicht verborgen geblieben. Bislang buhlten die Italiener jedoch vergeblich um die Gunst des Bosniers, der seinen Vertrag in Niedersachsen erst im vergangenen Sommer bis 2013 verlängerte.



Stefan Missy