So wie sich die Teams zuvor auf dem Rasen die Punkte geteilt hatten, so teilten Frankfurts und Kölns Trainer nach Abpfiff des 2:2 (1:0) auch ihre Meinung zur Partie. "Ein kurioses Spiel" hatten sowohl Eintracht-Coach Friedhelm Funkel als auch sein Kölner Kollege Christoph Daum gesehen.

Dabei hätte sich keiner der beiden Trainer wundern dürfen, wenn seine Elf das Spiel in der Frankfurter Commerzbank-Arena verloren hätte.

Die Gastgeber begannen stark und gingen durch einen Kopfball von Verteidiger Marco Russ folglich hochverdient in Führung (33. Minute). Weitere hochkarätige Chancen ließen sie in der ersten Hälfte jedoch aus und mussten sich vorwerfen lassen, die Kölner zur Pause nicht deutlicher distanziert zu haben.

"Waren nur anwesend"

"Hätten wir in der ersten Hälfte das zweite Tor gemacht, dann bin ich sicher, hätten wir das Spiel gewonnen", analysierte Funkel frustriert. Auch Daum machte aus der Unterlegenheit in der ersten Hälfte keinen Hehl: "Wir waren nur anwesend und überhaupt nicht im Spiel. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Eintracht das erste Tor erzielt."

Daum musste in der Halbzeit relativ laut werden und sein Team wachrütteln: "So braucht man die zweite Halbzeit gar nicht weiterzuspielen. Das habe ich der Mannschaft in der Pause auch gesagt. Entweder wir gehen jetzt raus und zeigen ein ganz anderes Gesicht oder wir bleiben gleich in der Kabine." Seine Ansprache wurde erhört.

Frankfurt bringt sich um den Lohn der Arbeit

Einmal mehr war es Kölns Torgarant Milivoje Novakovic, der sein Team mit einem "Klasse-Tor" (Daum) zurück ins Spiel brachte (57.) Die Hessen ließen sich von dem Ausgleich aber nicht beirren und spielten weiter munter nach vorne. Mit sehenswerten, direkten Kombinationen erspielten sie sich weitere Möglichkeiten. Eine davon schloss Angreifer Martin Fenin nach Vorlage von Markus Steinhöfer - seine achte in dieser Saison - mit einem sehenswerten Schuss in den rechten Winkel ab (62.).

Ein Foul von Frankfurts Kapitän Chris an Sergiu Radu im eigenen Strafraum stellte das Spiel dann auf den Kopf. Der Brasilianer sah die Rote Karte (73.) und Novakovic verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum Ausgleich (74.). "Der Elfer war ein gefundenes Fressen für die Kölner. Ohne den hätten sie kein Tor mehr gemacht. Mit der Führung im Rücken hätten wir uns defensiver eingestellt, und die drei Punkte mit nach Hause genommen", äußerte sich Rechtsverteidiger Patrick Ochs gegenüber bundesliga.de.

"Lebensversicherung" Novakovic

Wie wichtig Doppeltorschütze Novakovic für den FC ist, machte Manager Michael Meier deutlich: "Nova knüpft trotz der Pause am ersten Spieltag der Rückrunde (Sperre) direkt da an, wo er in der Hinrunde aufgehört hat. Nach dem Frankfurt-Spiel weiß jeder, wie wertvoll er für uns ist und dass er mit seiner Klasse auch eine Bereicherung für die Bundesliga darstellt." Der Trainer verriet das Mannschafts-Motto: "Zehn bereiten vor, Nova erzielt."

Dass die Gäste am Ende "nur" einen Punkt ergatterten, lag auch am eingewechselten Manasseh Ishiaku. Der Stürmer brachte kurz vor Schluss den Ball freistehend aus sechs Metern Entfernung nicht im leeren Tor unter.

Somit warten beide Teams auf den ersten "Dreier" im neuen Jahr. Die Kölner bekommen es am nächsten Spieltag mit dem wieder erstarkten Karlsruher SC zu tun, die Eintracht empfängt den VfL Wolfsburg. Dabei warten die "Wölfe" in dieser Saison noch auf den ersten Auswärtssieg. Alles andere als ein Spaziergang für die Hessen.

Aus Frankfurt berichtet Florian Bruchhäuser